Das Motiv knüpft an zahlreiche biblische Texte an, in denen Gott als Hirte seines Volkes beschrieben wird. Besonders deutlich wird dies in Psalm 23, der nicht nur individuelles Vertrauen, sondern auch die Erfahrung verlässlicher Führung ausdrückt. Im Johannesevangelium (Joh 10,1–18) beschreibt Jesus sich als der gute Hirte, dessen Stimme die Schafe kennen und dem sie folgen. Auch alttestamentliche Texte wie Ez 34 thematisieren Gottes Sorge um die Herde als Ganzes. Das Bild macht sichtbar, dass Gottes Handeln nicht nur dem einzelnen Menschen gilt, sondern auch der Gemeinschaft: gesammelt, geführt und bewahrt auf einem gemeinsamen Weg.
Das Bild eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Gemeinschaft, Kirche und Verantwortung. Es kann als Gegenbild zum verlorenen oder alleinstehenden Schaf eingesetzt werden und lädt dazu ein, über Unterschiede zwischen Alleinsein und Zugehörigkeit nachzudenken. Leitfragen wie „Was gibt der Herde Sicherheit?“, „Warum bleiben die Schafe zusammen?“ oder „Wo erleben wir heute Gemeinschaft?“ fördern den Transfer in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Methodisch bieten sich Bildvergleiche innerhalb der Bildreihe an (allein – gesucht – getragen – gemeinsam unterwegs). Das Bild kann außerdem genutzt werden, um Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden zu thematisieren oder über Regeln, Orientierung und gegenseitige Verantwortung ins Gespräch zu kommen. Es unterstützt die Entwicklung eines Gottesbildes, das Führung, Verlässlichkeit und gemeinschaftsstiftende Kraft betont.