Das Motiv greift das Ende des Gleichnisses vom verlorenen Schaf (Lk 15,3–7) bildhaft auf: Das gefundene Schaf wird auf die Schultern genommen und mit Freude zurückgetragen. Die Darstellung betont weniger den Akt des Tragens als die innige Beziehung zwischen Hirte und Schaf. Auch Psalm 23 findet hier seine Erfüllung: „Du bist bei mir“ – die Zusage göttlicher Nähe wird sichtbar. Im Johannesevangelium (Joh 10,11–15) beschreibt Jesus sich als den guten Hirten, der seine Schafe kennt und dem sie vertrauen. Das Bild macht deutlich: Gottes Handeln zielt nicht nur auf Rettung, sondern auf Beziehung, Trost und bleibende Nähe.
Das Bild eignet sich besonders für Abschluss-, Vertiefungs- oder Zusagephasen im Religionsunterricht. Es lädt dazu ein, über Erfahrungen von Geborgenheit, Angenommensein und Vertrauen zu sprechen. Leitfragen wie „Wie fühlt sich das Schaf jetzt?“, „Was hat sich verändert?“ oder „Wann habe ich mich selbst einmal getragen oder gehalten gefühlt?“ ermöglichen einen emotionalen und existenziellen Zugang. In Verbindung mit den vorhergehenden Bildern (Schaf allein – Hirte sucht – Hirte findet) kann eine narrative Lernsequenz entstehen, die religiöse Grundbotschaften erfahrbar macht. Methodisch eignen sich stille Impulse, Dank- oder Segensgebete, Fantasiereisen oder das Schreiben eines letzten Tagebucheintrags aus der Sicht des Schafes. Das Bild unterstützt die Entwicklung eines Gottesbildes, das von Nähe, Verlässlichkeit und bedingungsloser Annahme geprägt ist.