Didaktisch verlangt das Medium einen reflektierten und verantwortungsvollen Einsatz im Religionsunterricht, insbesondere wegen der Gewalt- und Eroberungsmotive. Methodisch empfiehlt sich ein historisch-kritisch sensibler Zugang, der zwischen erzählter Heilsgeschichte und heutiger ethischer Bewertung unterscheidet. Ein geeigneter Einstieg kann über Leitfragen erfolgen wie: „Wie wird hier Geschichte gedeutet?“ oder „Darf man Gott zur Rechtfertigung von Gewalt heranziehen?“ In der Erarbeitungsphase bietet sich eine arbeitsteilige Analyse zentraler Texte (z. B. Jericho, Landverteilung, Abschiedsrede) an, verbunden mit der Frage nach Gottesbildern und Menschenbildern. Besonders lernwirksam ist der Vergleich mit Mose oder mit heutigen Führungsvorstellungen, um Autorität, Verantwortung und Gewissensbindung zu reflektieren. Theologisch kann das Medium genutzt werden, um über Bundestreue, Freiheit und die Ambivalenz religiöser Macht zu sprechen. Kreative Methoden wie Gerichtsverhandlungen („Josua vor dem heutigen Ethikrat“), Perspektivwechsel oder Kartenarbeit zur Landnahme fördern Urteilskompetenz und historisches Denken. Spirituell kann eine abschließende Reflexion an Josuas Entscheidungsspruch („Ich aber und mein Haus…“) anknüpfen und die Frage nach persönlicher Haltung und Verantwortung heute eröffnen. So verbindet das Medium Bibelarbeit mit ethischer Urteilsbildung, historischer Sensibilität und religiöser Mündigkeit.