Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen konfessionell ausgerichteten Religionsunterricht, in dem die Lernenden erste Zugänge zu Maria, zur Verkündigung und zu katholischen Gebetsformen erhalten. Zu Beginn sollte an Erfahrungen mit Freude, Hoffnung, Vertrauen, unerwarteten Nachrichten und wichtigen Entscheidungen angeknüpft werden. Ein Bildimpuls mit Maria und dem Engel ermöglicht den Lernenden, zunächst genau zu beobachten, Fragen zu stellen und Vermutungen über die dargestellte Begegnung zu äußern. Anschließend kann die Lehrkraft den Bibeltext langsam und anschaulich erzählen.
Die im Material enthaltenen Ratefragen bieten eine spielerische Form der Ergebnissicherung. Dabei ist darauf zu achten, dass das Raten den Erzählfluss nicht zu stark unterbricht. Sinnvoll ist es, nach ausgewählten Abschnitten innezuhalten und die Gefühle sowie mögliche Gedanken Marias in den Blick zu nehmen. Ein Standbild, ein kurzes Rollenspiel oder ein Gespräch zwischen Maria und Gabriel unterstützt das Verstehen der Handlung. Die Antwort Marias kann als Ausdruck von Vertrauen thematisiert werden, ohne von den Lernenden eine vergleichbare religiöse Zustimmung zu erwarten.
Bei der Behandlung der Jungfrauengeburt sollte die Lehrkraft sprachlich behutsam vorgehen, auf unnötige biologische Einzelheiten verzichten und deutlich machen, dass es sich um eine zentrale Glaubensaussage des Christentums handelt. In religiös vielfältigen Lerngruppen empfiehlt sich eine unterscheidende Sprache, etwa mit Formulierungen wie „Christinnen und Christen glauben“ oder „Im Lukasevangelium wird erzählt“. So können auch Lernende ohne christliche Bindung oder mit anderen religiösen Überzeugungen teilhaben. Die vier Aussagen zur Menschwerdung Gottes sind theologisch anspruchsvoll und sollten durch konkrete Beispiele erschlossen werden.
Gottes Liebe kann mit Erfahrungen von Zuwendung verbunden werden, Jesus als Vorbild mit hilfreichem und versöhnlichem Handeln. Begriffe wie Erlösung, Sünde, Gnade, gebenedeit, Frucht des Leibes und Mutter Gottes benötigen kindgerechte Erklärungen. Manche Deutungen des Materials, insbesondere Aussagen zur Erbsünde, zur Sühne und zur besonderen Reinheit Marias, sollten nicht nur übernommen, sondern in verständliche Zusammenhänge übersetzt werden. Die Arbeitsblätter eignen sich zur Vertiefung und Sicherung, sollten jedoch nicht den gesamten Unterricht bestimmen. Da die Lesefähigkeiten in der ersten Klasse unterschiedlich entwickelt sind, können Texte gemeinsam gesprochen, durch Symbole ergänzt oder von der Lehrkraft vorgelesen werden.
Lernende mit Unterstützungsbedarf erhalten Wortkarten, Bildkarten oder bereits ausgeschnittene Vorlagen. Lernende, die schneller arbeiten, können eigene Fragen an Maria formulieren, ein Bild zur Verkündigung gestalten oder das Gebet mit eigenen Worten wiedergeben. Das Mariengebet sollte schrittweise eingeführt werden. Zunächst werden einzelne Zeilen gehört, gesprochen und inhaltlich erschlossen. Danach können die Lernenden die Gebetszeilen ordnen, rhythmisch sprechen oder mit dem Lied verbinden. Das Auswendiglernen darf angeboten und unterstützt werden, sollte aber nicht das einzige Lernziel sein. Wichtiger ist, dass die Lernenden zentrale Aussagen verstehen und zwischen biblischem Text und später entstandener Gebetstradition unterscheiden können. Eigene Bitten können gemalt, geschrieben oder in Stille bedacht werden. Persönliche Anliegen dürfen freiwillig bleiben und müssen nicht vor der Lerngruppe offengelegt werden. Ein Besuch in einer Kirche, das Betrachten einer Mariendarstellung oder das Entzünden einer Kerze kann die Einheit anschaulich abschließen. Dabei sind Sicherheitsregeln zu beachten und die Bedeutung des Symbols gemeinsam zu erschließen.
Zum Abschluss können die Lernenden anhand von Bildern erzählen, wer Maria besucht, welche Botschaft Gabriel überbringt, wie Maria antwortet und welche Aussagen im Gebet vorkommen. Auf diese Weise verbindet das Medium biblisches Lernen, theologisches Nachdenken, sprachliche Bildung, kreatives Gestalten, Musik und religiöse Praxis.
Für den Unterricht stehen verschiedene Arbeitsblätter, der Bibeltext, Bastelmaterialien und ein Lied zur Verfügung. Didaktisch gliedert sich die Reihe in vier Lektionen. Die erste Stunde thematisiert das menschliche Bedürfnis nach Glück und Gemeinschaft mit Gott sowie die Unfähigkeit des Menschen, sich selbst zu erlösen. Durch ein Rollenspiel („Was meinen die Engel?“) und Bildmaterial erschließen die Kinder, warum Gott Mensch wird: zur Erlösung von der Sünde, zur Offenbarung seiner Liebe, als Vorbild und zur Mitteilung des göttlichen Lebens.
Die zweite Lektion konzentriert sich auf den ersten Teil des „Ave Maria“. Kinder lernen Bedeutungen schwieriger Begriffe wie „voll der Gnade“ oder „gebenedeit“ kennen und setzen sich in einem Kreisgespräch mit der Reaktion Marias auf den Engelsgruß auseinander. Der Bibeltext wird erzählerisch eingeführt und durch Ratefragen vertieft; anschließend bearbeiten die Kinder ein Arbeitsblatt.
In der dritten Stunde wird der zweite Teil des Gebets erschlossen. Die Begriffe „Heilige Maria“, „Mutter Gottes“ und das Fürbittverständnis werden kindgerecht erklärt. Die Kinder gestalten ein Arbeitsblatt, beginnen eine Bastelarbeit und erleben – idealerweise in der Kirche – eine kurze Gebetssequenz mit freier Formulierung eigener Bitten.
Die vierte Lektion dient der Festigung. Die Schülerinnen und Schüler ordnen die Sätze des Gebets in der richtigen Reihenfolge, schließen die Bastelarbeit ab und übertragen das Gebet sorgfältig in ihr Heft. Ein Besuch am Marienleuchter rundet die Einheit ab und veranschaulicht, dass das Gebet symbolisch „weitergeht“, wenn die Kerze brennt.
Abschließend verweist das Material auf Anknüpfungen im Lehrplan Religion des Kantons Graubünden, insbesondere zu den Themen „Jesusgeschichten“ und „Maria, Mutter Jesu“, sowie auf passende Kapitel der Reihe Glaube und Leben.