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SRF Kultur | Sternstunde Religion

SRF Kultur | Sternstunde Religion

Kirchenrebell Eugen Drewermann: 80 Jahre lang radikal

Veröffentlichung:4.12.2025

Die SRF-Sendung Sternstunde Religion stellt den Theologen, Psychotherapeuten und Kirchenkritiker Eugen Drewermann vor – einen der bekanntesten und zugleich umstrittensten religiösen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Im ausführlichen Gespräch blickt Drewermann auf seine Kindheit im Krieg, seine Gottes- und Menschenbilder, seine theologische Entwicklung sowie den Konflikt mit der römisch-katholischen Kirche zurück. Themen wie Angst, Freiheit, Schuld, Mitgefühl, die Bedeutung der Psychoanalyse für das Verstehen biblischer Texte und die lebenslange Hinwendung zu den „Verlorenen“ prägen das Interview. Die Sendung ermöglicht einen sehr persönlichen Einblick in Drewermanns Denken und seine spirituelle Biografie.

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Das Video eignet sich besonders für den Einsatz im kompetenzorientierten Religionsunterricht ab Klasse 9/10, in der gymnasialen Oberstufe sowie in der beruflichen Bildung. Es bietet einen lebensnahen Zugang zu grundlegenden Fragen des Glaubens, der Kirche und der persönlichen Sinnsuche, weil Drewermann nicht abstrakt-dogmatisch, sondern existenziell, biografisch und psychologisch spricht. Schülerinnen und Schüler können an seinen Kriegserfahrungen, seinen frühen Gottesbildern und den späteren Brüchen mit der Institution Kirche exemplarisch nachvollziehen, wie sich Glaube im Laufe eines Lebens verändern, reifen und konflikthaft werden kann. So wird biografisches Lernen im religiösen Kontext ermöglicht: Die Lernenden vergleichen eigene Vorstellungen von Gott, Freiheit, Angst und Schuld mit den Erfahrungen und Deutungen Drewermanns und setzen diese in Beziehung zu biblischen Texten und kirchlicher Tradition.

Methodisch empfiehlt es sich, ausgewählte Ausschnitte der Sendung zu zeigen und mit klaren Beobachtungsaufträgen zu verbinden, etwa: „Woran erkennt man, was Drewermann für den Kern der Botschaft Jesu hält?“ oder „Wo erlebt ihr Spannungen zwischen Drewermann und der offiziellen Kirche?“. Im Anschluss können die Schülerinnen und Schüler zentrale Aussagen herausgreifen, paraphrasieren und kommentieren, entweder in Stillarbeit (z. B. als Lerntagebuch-Eintrag oder Kurzstatement) oder in Kleingruppen (Gesprächskarten, Placemat, Think-Pair-Share). Besonders fruchtbar ist es, einzelne thematische Linien, die im Interview deutlich werden – etwa Angst und Freiheit, Schuld und Strafe, die Rolle der Institution Kirche oder die Bedeutung von Mitgefühl – in Form von Arbeitsaufträgen zu vertiefen und mit passenden Bibelstellen zu verknüpfen, z. B. Heilungs- und Streitgespräche Jesu, Gleichnisse von Barmherzigkeit und Gericht oder Berufungsgeschichten. Auf diese Weise wird auch Drewermanns psychologischer Zugang zur Bibel nachvollziehbar und für Jugendliche anschlussfähig.

Das Medium eignet sich zudem sehr gut für Diskussionsformen wie Fishbowl, Pro-und-Contra-Runde oder ein „philosophisches Gespräch“ zu Leitfragen wie: „Braucht der Glaube die Kirche?“, „Gibt es wirklich böse Menschen?“ oder „Darf man Täter bemitleiden?“. Gerade Drewermanns deutliche Kirchenkritik kann im Unterricht dazu genutzt werden, differenziert über Chancen und Grenzen institutioneller Religion zu sprechen, ohne in pauschale Ablehnung oder naive Verteidigung zu verfallen. Unterrichtlich bietet das Video die Chance, Schülerinnen und Schüler zur eigenen Positionierung zu ermutigen und gleichzeitig eine Haltung des empathischen Verstehens zu fördern: Die Lernenden erleben einen Theologen, der Menschen in ihrer Zerbrechlichkeit ernst nimmt, Schuld nicht vorschnell moralisiert und die Botschaft Jesu konsequent von Barmherzigkeit und Heilung her deutet. Damit unterstützt das Medium zentrale Ziele des katholischen Religionsunterrichts: die Entwicklung eines reflektierten Glaubens, die Fähigkeit zum Dialog und zur Kritik sowie die Sensibilität für Leid, Unrecht und Versöhnung.

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