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Tatort Geschichte Podcast | BR 2

Tatort Geschichte Podcast | BR 2

Verbrannt und vergessen: Antijüdischer Terror in München 1970

Veröffentlichung:2.12.2025

Die Podcastfolge „Verbrannt und vergessen: Antijüdischer Terror in München 1970“ aus der Reihe Tatort Geschichte rekonstruiert ein weitgehend verdrängtes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Im Februar 1970 wird das jüdische Gemeindehaus in München durch einen Brandanschlag zerstört – sieben Menschen, allesamt Holocaust-Überlebende, kommen grausam ums Leben, viele weitere werden verletzt. Die Tat erschüttert eine Gemeinschaft, die gerade erst begonnen hatte, nach der Shoah wieder Vertrauen und Normalität aufzubauen. Der Podcast zeichnet eindrücklich nach, wie die Ermittlungen ins Leere liefen, wie die Polizei gleichzeitig rechte und linke Gruppen verdächtigte und wie der Anschlag in Politik und Gesellschaft nur kurz Aufmerksamkeit erhielt, bevor er viel zu schnell aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwand. Die Folge macht deutlich, wie verletzlich jüdisches Leben in der Bundesrepublik war – und wie schmerzhaft die Erfahrung, erneut Opfer antisemitischer Gewalt zu werden, gerade für Überlebende der NS-Zeit war. Der Podcast ist damit nicht nur ein historisches Dokument, sondern auch ein Mahnmal gegen die Normalisierung von Antisemitismus.

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Für den Religionsunterricht, aber ebenso für Ethik und Geschichte, bietet diese Podcastfolge zahlreiche Ansatzpunkte für eine ernsthafte, verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit jüdischem Leben nach 1945, Antisemitismus in der Bundesrepublik und Formen gesellschaftlicher Erinnerung. Das Medium Podcast ermöglicht einen emotional berührenden Zugang: Zeitzeug:innenstimmen, O-Töne und journalistische Recherchen machen die Dimension der Gewalt und den Verlust unmittelbar spürbar. Lernende können über das Zuhören eine Betroffenheit entwickeln, die sich für vertiefende Reflexionen nutzen lässt.


Didaktisch bietet es sich an, die Folge in eine Unterrichtssequenz zu „Judentum heute“, „Antisemitismus damals und heute“ oder „Erinnerungskultur“ einzubetten. Zentral ist die kontextualisierende Arbeit: Was bedeutete es, im Jahr 1970 als jüdische Gemeinde in Deutschland zu leben? Warum blieb die Tat unaufgeklärt – und was sagt das über die damalige Gesellschaft, ihre Behörden und blinden Flecken aus? Auch die Frage, wie jüdisches Leben nach 1970 von Angst, Misstrauen und Unsicherheit geprägt wurde, lässt sich anhand von Quellen, Bildern und Berichten erarbeiten.


Methodisch eignen sich:

  • Podcast-Hörprotokolle mit Leitfragen (Wer spricht? Welche Informationen sind neu? Was überrascht? Wie wird über Jüdinnen und Juden gesprochen?).
  • Analyse von Zeitungsberichten von 1970 im Vergleich zu heutiger Berichterstattung über antisemitische Gewalt.
  • Ethische Reflexionsaufgaben, z. B.: „Was schuldet eine Gesellschaft Minderheiten, die sie bereits einmal verfolgt hat?“
  • Perspektivarbeit: Darstellung der Ereignisse aus Sicht eines Gemeindemitglieds, eines Ermittlers, eines Journalisten, eines Jugendlichen 1970 oder eines heutigen Bewohners Münchens.
  • Bezüge zur Gegenwart, etwa zu Debatten um Sicherheit jüdischer Einrichtungen, zum Anstieg antisemitischer Straftaten oder zur Bedeutung von Erinnern und Gedenken.

So können Lernende historische Fakten, emotionale Resonanz und ethisch-religiöse Fragen miteinander verbinden. Die Folge eignet sich besonders, um Empathie, Urteilsvermögen und historisches Bewusstsein zu stärken – und um zu zeigen, warum Antisemitismus auch heute ein Thema des Religionsunterrichts ist.

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2.12.2025

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