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Versöhnung in Ägypten

Die biblische Geschichte von Josef

Veröffentlichung:12.4.2020

Dieses Video erzählt die biblische Geschichte von Josef und seinen Brüdern, die ihn aus Neid an Sklavenhändler verkaufen. Josef macht Karriere am Hof des Pharaos und gewinnt große Macht in Ägypten. Und später auch über seine Brüder, die während einer Hungersnot hilfesuchend ins Nachbarland reisen. Für Josef bietet sich die Gelegenheit, sich an seinen Brüdern zu rächen. Wird er es tun?

Das etwa neunundzwanzig Minuten lange Video erzählt die biblische Geschichte von Josef und seiner Familie aus dem Buch Genesis. Josef wird von seinem Vater Jakob besonders geliebt und erhält ein prächtiges buntes Gewand. Seine Brüder reagieren mit Neid und Hass. Nachdem Josef von Träumen berichtet, in denen sich seine Familie vor ihm verneigt, werfen die Brüder ihn in eine Zisterne und verkaufen ihn an eine Karawane. In Ägypten arbeitet Josef zunächst im Haus Potifars, wird jedoch nach einer falschen Beschuldigung inhaftiert. Im Gefängnis deutet er die Träume des Mundschenks und des Bäckers. Später erklärt er dem Pharao die Träume von sieben fetten und sieben mageren Kühen sowie von sieben vollen und sieben dünnen Ähren. Josef warnt vor einer kommenden Hungersnot und wird mit der Verwaltung der Vorräte beauftragt. Während der Hungersnot kommen seine Brüder nach Ägypten. Josef prüft, ob sie sich verändert haben, gibt sich schließlich zu erkennen und versöhnt sich mit ihnen. Am Ende zieht Jakob mit seiner Familie nach Ägypten. Das Video schließt mit Josefs Aussage, dass die Brüder Böses beabsichtigt hätten, Gott dieses Geschehen jedoch zum Guten gewendet habe.

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Das Video eignet sich für eine Unterrichtsreihe zur Josefgeschichte in der Grundschule und in den ersten Jahrgangsstufen der Sekundarstufe. Aufgrund seiner Länge und der großen Zahl an Figuren, Orten und Wendepunkten sollte es nicht ohne Unterbrechung gezeigt werden. Sinnvoll ist eine Gliederung in mehrere Erzählabschnitte. Mögliche Stationen sind Josefs Familie und seine Träume, der Verkauf nach Ägypten, Josef im Haus Potifars, Josef im Gefängnis, die Träume des Pharaos, Josefs Verantwortung für die Vorräte, die Begegnung mit den Brüdern und die Versöhnung. Nach jedem Abschnitt können die Lernenden das Gesehene zusammenfassen, offene Fragen formulieren und eine Zeitleiste oder ein Bodenbild ergänzen.

Vor dem Ansehen kann das Titelbild oder das Motiv des bunten Gewandes gezeigt werden. Die Lernenden äußern Vermutungen darüber, welche Bedeutung dieses Kleid besitzen könnte. Auch ein Gespräch über Träume, Wünsche und Zukunftsvorstellungen bietet einen geeigneten Einstieg. Persönliche Erfahrungen mit familiären Konflikten sollten nur freiwillig eingebracht werden. Während des Videos können die Lernenden Beobachtungsaufträge erhalten. Sie achten beispielsweise auf Josefs Gefühle, auf das Verhalten der Brüder, auf Veränderungen einzelner Figuren oder auf Situationen, in denen von Gottes Begleitung gesprochen wird.

Zur Sicherung kann eine Tabelle mit den Bereichen Ort, Personen, Ereignis, Gefühl und Bedeutung geführt werden. Bildkarten mit Gewand, Garben, Sternen, Zisterne, Karawane, Gefängnis, Kühen, Ähren, Getreidesack und silbernem Becher helfen dabei, die Handlung in die richtige Reihenfolge zu bringen. Lernende können eine Szene auswählen und als Standbild darstellen. Andere beschreiben, was die dargestellten Figuren in diesem Augenblick denken oder fühlen. Innere Monologe, Tagebucheinträge und Briefe fördern die Perspektivübernahme. Möglich sind ein Brief Josefs aus der Zisterne an seinen Vater, ein Tagebucheintrag Rubens nach dem Verkauf oder ein Brief Judas vor der erneuten Begegnung mit Jakob.

Die Gewaltszenen des Videos benötigen eine behutsame Vorbesprechung. Dazu gehören die Mordabsicht der Brüder, der Verkauf Josefs, die falsche Beschuldigung, die Gefangenschaft und der Tod des Bäckers. Die Lehrkraft sollte deutlich machen, dass Sklaverei, Menschenhandel und willkürliche Bestrafung Formen schweren Unrechts sind. Bei jüngeren Lernenden können belastende Passagen übersprungen oder nur in einer gekürzten Nacherzählung behandelt werden. Die Szene mit Potifars Frau berührt Fragen nach persönlichen Grenzen, Macht, Zurückweisung und falschen Anschuldigungen. Sie sollte sachlich besprochen werden, ohne pauschale Urteile über Frauen oder Männer zu fördern.

Die Darstellung Ägyptens kann durch verlässliche Sachinformationen ergänzt werden. Dabei ist zwischen der biblischen Erzählung, historischen Erkenntnissen und der bildlichen Gestaltung des Videos zu unterscheiden. Die Lernenden können auf einer Karte Kanaan, Ägypten und den Nil suchen. Ergänzend lassen sich die Bedeutung von Getreideanbau, Vorratshaltung und Verwaltung untersuchen. Das Motiv der sieben guten und sieben schlechten Jahre eröffnet ein Gespräch über Vorsorge, Hunger, gerechte Verteilung und gesellschaftliche Verantwortung.

Ein besonderer Schwerpunkt sollte auf Josefs Entwicklung liegen. Zu Beginn wirkt er selbstbewusst und erkennt nicht, wie seine Erzählungen auf die Brüder wirken. Später übernimmt er Verantwortung und setzt seine Fähigkeiten zum Wohl vieler Menschen ein. Die Lernenden können untersuchen, welche Erfahrungen Josef verändern und welche Eigenschaften ihm helfen. Dabei sollte sein Aufstieg nicht ausschließlich als Belohnung für richtiges Verhalten erklärt werden. Die Geschichte berichtet auch von Zufällen, menschlichen Entscheidungen, Machtverhältnissen und leidvollen Erfahrungen.

Die theologische Aussage, Gott habe das Böse zum Guten gewendet, sollte offen besprochen werden. Sie bedeutet nicht, dass der Verkauf Josefs oder das Verhalten der Brüder gut gewesen wären. Ebenso sollte daraus nicht geschlossen werden, dass Gott jedes Leid verursacht. Eine mögliche Deutung lautet, dass Gott Josef im Leid nicht verlässt und ihm neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Die Lernenden dürfen eigene Fragen und Zweifel äußern. Unterschiedliche Gottesvorstellungen können wertschätzend miteinander verglichen werden.

Die Versöhnung am Ende des Videos sollte nicht als schneller und einfacher Abschluss verstanden werden. Josef prüft zunächst, ob seine Brüder sich verändert haben. Besonders Judas zeigt eine neue Haltung, als er bereit ist, für Benjamin Verantwortung zu übernehmen. Daran wird sichtbar, dass Versöhnung Einsicht, Verantwortung, Veränderung und Zeit benötigt. Vergebung bedeutet nicht, erlittenes Unrecht zu vergessen oder zu verharmlosen. Im Unterricht kann gesammelt werden, was Menschen benötigen, damit nach einem schweren Konflikt wieder Vertrauen entstehen kann.

Zur kreativen Vertiefung können die Lernenden Josefs Träume malen, ein farbiges Gewand aus Papier gestalten, ein Hörspiel aufnehmen oder eine Nachrichtensendung über die Hungersnot entwickeln. Eine Gruppe kann den Pharao beraten und einen Plan zur Vorratshaltung entwerfen. Eine andere Gruppe gestaltet ein Gespräch zwischen Josef und seinen Brüdern. Als Abschluss können die Lernenden ein Symbol auswählen und erklären, wofür es innerhalb der Geschichte steht. Eine gemeinsame Reflexion sollte danach fragen, welche Bedeutung die Erzählung für den Umgang mit Neid, Schuld, Verantwortung, Hoffnung und Versöhnung besitzt.


Frage 1: Warum werden Josefs Brüder neidisch auf ihn? Antwort: Jakob liebt Josef besonders und schenkt ihm ein prächtiges buntes Gewand. Außerdem erzählt Josef Träume, in denen sich seine Brüder vor ihm verneigen. Die Brüder empfinden dies als Bevorzugung und als Anspruch auf Herrschaft.


Frage 2: Was bedeuten Josefs erste Träume? Antwort: Die Garben sowie Sonne, Mond und elf Sterne verneigen sich vor Josef. Innerhalb der Erzählung weisen die Träume darauf hin, dass Josef später eine bedeutende Stellung einnehmen wird und seine Familie von seiner Hilfe abhängig sein wird.


Frage 3: Warum verhindert Ruben die Tötung Josefs? Antwort: Ruben hat Mitleid und möchte seinen Bruder retten. Er schlägt vor, Josef in eine Zisterne zu werfen, weil er ihn später heimlich befreien und zu Jakob zurückbringen will.


Frage 4: Was tun die Brüder, um ihren Vater zu täuschen? Antwort: Sie tauchen Josefs Gewand in das Blut eines Tieres und zeigen es Jakob. Dadurch entsteht der Eindruck, Josef sei von einem wilden Tier getötet worden.


Frage 5: Warum kommt Josef in Ägypten ins Gefängnis? Antwort: Potifars Frau versucht, Josef zu bedrängen. Als er sich entzieht, beschuldigt sie ihn zu Unrecht. Potifar glaubt ihrer Darstellung und lässt Josef inhaftieren.


Frage 6: Was zeigt Josefs Verhalten im Gefängnis? Antwort: Josef übernimmt auch in einer schwierigen Situation Verantwortung. Er nimmt die Sorgen anderer wahr, erfüllt seine Aufgaben zuverlässig und nutzt seine Fähigkeit zur Traumdeutung.


Frage 7: Was bedeuten die Träume des Pharaos? Antwort: Die sieben fetten Kühe und die sieben vollen Ähren stehen für sieben Jahre mit reichen Ernten. Die sieben mageren Kühe und die sieben dünnen Ähren stehen für sieben Jahre der Hungersnot.


Frage 8: Welchen Rat gibt Josef dem Pharao? Antwort: Josef empfiehlt, während der guten Jahre Getreide zu sammeln und Vorräte anzulegen. Dadurch soll die Bevölkerung in den Jahren der Hungersnot versorgt werden.


Frage 9: Warum wird Josef zu einem mächtigen Verwalter? Antwort: Der Pharao erkennt Josefs Klugheit und seine Fähigkeit, nicht nur Träume zu deuten, sondern auch verantwortungsvoll zu planen. Deshalb überträgt er ihm die Verwaltung der Vorräte.


Frage 10: Warum erkennen die Brüder Josef in Ägypten nicht? Antwort: Seit dem Verkauf sind viele Jahre vergangen. Josef ist erwachsen geworden, trägt ägyptische Kleidung, besitzt einen anderen Namen und begegnet ihnen als mächtiger Verwalter.


Frage 11: Warum prüft Josef seine Brüder? Antwort: Josef möchte herausfinden, ob sie noch immer von Neid und Eigennutz bestimmt werden oder ob sie sich verändert haben. Besonders ihr Verhalten gegenüber Benjamin ist für ihn wichtig.


Frage 12: Woran erkennt Josef die Veränderung Judas? Antwort: Juda ist bereit, an Benjamins Stelle als Sklave in Ägypten zu bleiben. Er übernimmt Verantwortung und möchte verhindern, dass sein Vater erneut einen geliebten Sohn verliert.


Frage 13: Warum weint Josef mehrfach? Antwort: Die Begegnung mit seinen Brüdern erinnert ihn an das erlittene Unrecht und an seine verlorene Familie. Zugleich empfindet er Sehnsucht, Freude, Trauer und Hoffnung auf Versöhnung.


Frage 14: Warum vergibt Josef seinen Brüdern? Antwort: Josef erkennt, dass sie ihre Schuld bereuen und sich verändert haben. Er entscheidet sich gegen Rache und übernimmt Verantwortung für seine Familie. Seine Vergebung macht einen neuen gemeinsamen Anfang möglich.


Frage 15: Was bedeutet Josefs Aussage, Gott habe das Böse zum Guten gewendet? Antwort: Die böse Tat der Brüder bleibt Unrecht. Dennoch entsteht daraus später die Möglichkeit, viele Menschen vor dem Hungertod zu bewahren. Die Aussage bringt Josefs Vertrauen zum Ausdruck, dass Gott ihn auch in schweren Zeiten nicht verlassen hat.


Frage 16: Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video? Antwort: Neid und Schuld können Beziehungen zerstören, doch Einsicht, Verantwortung, Vergebung und Gottes Begleitung können neue Wege eröffnen. Die Geschichte ermutigt dazu, Hoffnung nicht aufzugeben und Macht zum Wohl anderer einzusetzen.

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