Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Josefserzählung eine scheinbar alltägliche Familiengeschichte mit Rivalität, Verletzungen und falschen Entscheidungen schildert, die gleichzeitig tief in Gottes verborgenen, aber beständigen Führungsplan eingebettet ist. Die Bibelarbeiten betonen, dass Gott kaum sichtbar eingreift; sein Wirken zeigt sich vielmehr in den Entwicklungen der handelnden Personen.
Die ersten Abschnitte thematisieren die Konflikte in Jakobs Familie: Josef wird als Petzer und Lieblingssohn beschrieben, was Hass und Neid der Brüder hervorruft. Der Vater begünstigt ihn durch ein besonderes Gewand, sodass typische familiäre Dynamiken wie Eifersucht, mangelnde Kommunikation und Selbstjustiz sichtbar werden. Die Brüder steigern sich in Aggression hinein, bis sie Josef an Händler verkaufen und den Vater mit einem blutverschmierten Kleid täuschen. Gleichzeitig zeigt das Material Wege auf, wie Menschen mit Aggressionen konstruktiv umgehen können – etwa durch Gespräch, Gebet oder biblische Orientierung.
Der weitere Weg Josefs wird als Abfolge von Demütigungen und überraschenden Aufstiegen dargestellt: In Ägypten wird er im Haus Potifars ein erfolgreicher Verwalter, widersteht einer sexuellen Versuchung und landet dennoch unschuldig im Gefängnis. Dort bewährt er sich durch Verlässlichkeit, Demut und Gottesvertrauen. Die Bibelarbeit betont, dass Josef in schweren Zeiten Geduld, Gehorsam und Demut lernt und dass Gottes Nähe nicht vor Leid schützt, sondern durch Leid trägt. Die Deutung der Träume des Mundschenks, Bäckers und schließlich des Pharaos zeigt seine geistliche Weisheit und führt zu seiner Ernennung zum höchsten Staatsbeamten, verantwortlich für eine göttlich inspirierte Vorratspolitik, die später viele Menschen rettet.
Die späteren Kapitel konzentrieren sich auf die Begegnung mit den Brüdern in den Hungerjahren. Josef erkennt sie, sie ihn jedoch nicht. Dramatisch wird geschildert, wie Josef sie prüft, um herauszufinden, ob sie sich verändert haben. Die Brüder erleben ihre alte Schuld neu aufbrechen. Sie werden mit Situationen konfrontiert, in denen sie – anders als früher – Verantwortung übernehmen müssen, besonders Juda, der sich für Benjamin verbürgt. Die Erzählung macht deutlich, dass Schuld nicht durch Zeit, sondern nur durch Einsicht und Versöhnung überwunden wird. Als Josef erkennt, dass seine Brüder gereift sind, gibt er sich unter Tränen zu erkennen, vergibt ihnen und deutet ihre gemeinsame Geschichte im Licht von Gottes Führungsplan: „Ihr gedachtet es böse, aber Gott gedachte es gut zu machen.“
Das Material schließt mit der Feststellung, dass Orte der Demütigung von Gott zu Orten der Rettung werden können, und ermutigt Lernende, Gottes Plan auch in Krisen zuzutrauen. Immer wieder werden pädagogische Brücken zum Alltag von Jugendlichen geschlagen: Familienkonflikte, Ungerechtigkeit, Ausgrenzung, Lernen aus Fehlern, Umgang mit Versuchungen, Mut zur Verantwortung und die befreiende Kraft wahrer Versöhnung.