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Jungschar

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Unter der Führung Gottes

Veröffentlichung:1.1.2021

Die Unterrichtsreihe "Unter der Führung Gottes" mit 62 Seiten zeichnet die Josefsgeschichte aus 1. Mose 37–50 als Lernweg nach, der Lernenden zentrale Fragen nach Schuld, Führung, Charakterbildung, Vertrauen und Versöhnung eröffnet. Es verbindet erzählende Auslegung, theologische Impulse und lebensnahe Anwendungsbeispiele.

Das Medium bietet eine umfangreiche Sammlung von Bibelarbeiten zur alttestamentlichen Josefsgeschichte und erschließt die Erzählungen aus dem Buch Genesis in mehreren aufeinander bezogenen Einheiten. Im Mittelpunkt steht der Lebensweg Josefs von seiner besonderen Stellung in der Familie über seine Träume, den Konflikt mit seinen Brüdern, den Verkauf nach Ägypten und seine Erfahrungen im Haus Potifars und im Gefängnis bis zu seinem Aufstieg am Hof des Pharao. Damit nimmt das Material zentrale Stationen der Josefserzählung auf, etwa Josef als Liebling seines Vaters, seine Träume, die Rache der Brüder, die Situation im Brunnen, die Zeit bei Potifar, die Gefangenschaft sowie die Traumdeutungen und Josefs spätere verantwortungsvolle Stellung in Ägypten. Die einzelnen Geschichten eröffnen zugleich grundlegende religiöse und lebensweltliche Themen wie Familie, Geschwisterkonflikte, Neid, Schuld, Vertrauen, Angst, Hoffnung, Bewahrung, Verantwortung und die Frage nach Gottes Begleitung eines Menschen in wechselnden Lebenssituationen. Die Josefsgeschichte kann dabei als zusammenhängender Entwicklungsweg wahrgenommen werden, auf dem Erfahrungen von Verletzung und Scheitern neben unerwarteten Wendungen und neuen Handlungsmöglichkeiten stehen. Besonders die spätere Versöhnung Josefs mit seinen Brüdern eröffnet die Frage, wie erlittenes Unrecht erinnert und dennoch ein neuer gemeinsamer Anfang möglich werden kann. Genesis 50 bringt diese Perspektive pointiert zum Ausdruck, indem Josef das böse Handeln seiner Brüder nicht leugnet, es aber im Rückblick mit Gottes lebensbewahrendem Handeln verbindet.


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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur Erarbeitung der Josefsgeschichte als Unterrichtsreihe, kann aber ebenso für einzelne thematische Unterrichtsstunden genutzt werden. Didaktisch sollte die Lehrkraft die Materialien nicht lediglich als Nacherzählung biblischer Ereignisse einsetzen, sondern die Erfahrungen der Figuren konsequent mit den Fragen der Lernenden verbinden. Ausgangspunkte können Situationen von Bevorzugung, Neid, Streit unter Geschwistern, Ausgrenzung, Verrat, Angst, Einsamkeit, Hoffnung oder Versöhnung sein. Dadurch erschließen die Lernenden die Josefsgeschichte zunächst auf der Ebene menschlicher Grunderfahrungen und können anschließend untersuchen, welche religiösen Deutungen die biblische Erzählung anbietet. Methodisch bietet sich eine abschnittsweise Arbeit an, bei der einzelne Stationen auf Gruppen verteilt, gelesen, visualisiert und anschließend zu einem gemeinsamen Erzählweg zusammengefügt werden. Ein Bodenbild, eine Zeitleiste, ein Lebensweg Josefs im Klassenraum oder eine Folge selbst gestalteter Bilder kann den Zusammenhang der Erzählungen sichtbar machen. Rollenbiografien und Perspektivwechsel ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Figuren. Lernende können beispielsweise einen inneren Monolog Josefs im Brunnen formulieren, einen Tagebucheintrag eines Bruders verfassen, ein fiktives Gespräch zwischen Jakob und seinen Söhnen entwickeln oder Josefs Gedanken im Gefängnis darstellen. Ebenso eignen sich Standbilder, kurze Spielszenen und Entscheidungssituationen, bei denen die Lernenden überlegen, welche Handlungsmöglichkeiten einer Figur in einer bestimmten Situation offenstehen. Wichtig ist dabei, Josef nicht ausschließlich als vorbildliche Glaubensfigur und seine Brüder nicht ausschließlich als negative Gegenfiguren darzustellen. Gerade die Ambivalenzen der Figuren ermöglichen ethisches Lernen und fördern die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen und vorschnelle moralische Urteile zu hinterfragen. Für das theologische Lernen ist insbesondere die Frage nach Gottes Handeln ergiebig. Die Lernenden können untersuchen, ob Gott in der Erzählung unmittelbar handelt, ob seine Gegenwart erst rückblickend gedeutet wird und was es bedeutet, das eigene Leben als von Gott begleitet zu verstehen. Die Aussage aus Genesis 50, dass Menschen Böses beabsichtigen können und Gott daraus dennoch Gutes entstehen lassen kann, sollte dabei nicht als einfache Erklärung für Leid vermittelt werden. Vielmehr kann sie zum Ausgangspunkt eines theologischen Gesprächs werden: Macht Gott Leid rückgängig, verhindert Gott Leid, kann aus einer schlechten Erfahrung später etwas Gutes entstehen und darf man jede positive Wendung unmittelbar Gott zuschreiben? Gerade solche offenen Fragen fördern religiöse Urteilsbildung. Für ältere Lernende bietet sich zudem eine kritische Beschäftigung mit Schuld, Verantwortung und Vergebung an. Dabei sollte deutlich werden, dass Vergebung das geschehene Unrecht nicht ungeschehen macht. Die abschließende Begegnung zwischen Josef und seinen Brüdern kann deshalb genutzt werden, um zwischen Vergebung, Versöhnung, Wiedergutmachung und dem Verzicht auf Rache zu unterscheiden. Für jüngere Lerngruppen können einzelne Episoden stärker erzählerisch, bildgestützt und handlungsorientiert erschlossen werden. Bei älteren Lernenden sind Textvergleiche, Charakteranalysen, ethische Dilemmata und theologische Gespräche sinnvoll. Als Abschluss einer Unterrichtsreihe können die Lernenden den Lebensweg Josefs rückblickend beurteilen und Wendepunkte markieren, an denen sich Beziehungen, Machtverhältnisse oder Josefs Verständnis seines eigenen Lebens verändern. So ermöglicht das Medium neben dem Erwerb bibelkundlicher Kenntnisse insbesondere die Förderung von Wahrnehmungsfähigkeit, Perspektivübernahme, Empathie, theologischer Deutungskompetenz und ethischer Urteilsfähigkeit.


Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Josefserzählung eine scheinbar alltägliche Familiengeschichte mit Rivalität, Verletzungen und falschen Entscheidungen schildert, die gleichzeitig tief in Gottes verborgenen, aber beständigen Führungsplan eingebettet ist. Die Bibelarbeiten betonen, dass Gott kaum sichtbar eingreift; sein Wirken zeigt sich vielmehr in den Entwicklungen der handelnden Personen.

Die ersten Abschnitte thematisieren die Konflikte in Jakobs Familie: Josef wird als Petzer und Lieblingssohn beschrieben, was Hass und Neid der Brüder hervorruft. Der Vater begünstigt ihn durch ein besonderes Gewand, sodass typische familiäre Dynamiken wie Eifersucht, mangelnde Kommunikation und Selbstjustiz sichtbar werden. Die Brüder steigern sich in Aggression hinein, bis sie Josef an Händler verkaufen und den Vater mit einem blutverschmierten Kleid täuschen. Gleichzeitig zeigt das Material Wege auf, wie Menschen mit Aggressionen konstruktiv umgehen können – etwa durch Gespräch, Gebet oder biblische Orientierung.

Der weitere Weg Josefs wird als Abfolge von Demütigungen und überraschenden Aufstiegen dargestellt: In Ägypten wird er im Haus Potifars ein erfolgreicher Verwalter, widersteht einer sexuellen Versuchung und landet dennoch unschuldig im Gefängnis. Dort bewährt er sich durch Verlässlichkeit, Demut und Gottesvertrauen. Die Bibelarbeit betont, dass Josef in schweren Zeiten Geduld, Gehorsam und Demut lernt und dass Gottes Nähe nicht vor Leid schützt, sondern durch Leid trägt. Die Deutung der Träume des Mundschenks, Bäckers und schließlich des Pharaos zeigt seine geistliche Weisheit und führt zu seiner Ernennung zum höchsten Staatsbeamten, verantwortlich für eine göttlich inspirierte Vorratspolitik, die später viele Menschen rettet.

Die späteren Kapitel konzentrieren sich auf die Begegnung mit den Brüdern in den Hungerjahren. Josef erkennt sie, sie ihn jedoch nicht. Dramatisch wird geschildert, wie Josef sie prüft, um herauszufinden, ob sie sich verändert haben. Die Brüder erleben ihre alte Schuld neu aufbrechen. Sie werden mit Situationen konfrontiert, in denen sie – anders als früher – Verantwortung übernehmen müssen, besonders Juda, der sich für Benjamin verbürgt. Die Erzählung macht deutlich, dass Schuld nicht durch Zeit, sondern nur durch Einsicht und Versöhnung überwunden wird. Als Josef erkennt, dass seine Brüder gereift sind, gibt er sich unter Tränen zu erkennen, vergibt ihnen und deutet ihre gemeinsame Geschichte im Licht von Gottes Führungsplan: „Ihr gedachtet es böse, aber Gott gedachte es gut zu machen.“

Das Material schließt mit der Feststellung, dass Orte der Demütigung von Gott zu Orten der Rettung werden können, und ermutigt Lernende, Gottes Plan auch in Krisen zuzutrauen. Immer wieder werden pädagogische Brücken zum Alltag von Jugendlichen geschlagen: Familienkonflikte, Ungerechtigkeit, Ausgrenzung, Lernen aus Fehlern, Umgang mit Versuchungen, Mut zur Verantwortung und die befreiende Kraft wahrer Versöhnung.

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