Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Grundschule sowie für die Jahrgangsstufen fünf und sechs der Sekundarstufe. Es kann während der Passionszeit, in der Fastenzeit oder im Zusammenhang mit Ostern eingesetzt werden. Die kindgerechte Sprache, die emotionalen Bildimpulse und die persönlichen Kommentare der Kinder ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zu den zentralen Themen des christlichen Glaubens. Die Verbindung von biblischer Erzählung und kindlicher Perspektive eröffnet zahlreiche Gesprächsanlässe, in denen Lernende eigene Erfahrungen mit Angst, Leid, Hilfsbereitschaft, Trost, Hoffnung und Versöhnung einbringen können.
Die einzelnen Stationen eignen sich als Lernstationen, für einen Stationenweg im Klassenraum oder in der Kirche sowie für einen meditativen Kreuzweg. Jede Station kann mit dem Betrachten der Kinderzeichnungen beginnen. Anschließend beschreiben die Lernenden ihre Wahrnehmungen, deuten die dargestellte Szene und vergleichen diese mit dem biblischen Text. Die kurzen Impulse jeder Station fördern die Übertragung auf aktuelle Lebenssituationen und regen dazu an, über eigenes Handeln nachzudenken. Die Zeichnungen zeigen unterschiedliche Sichtweisen der Kinder und machen deutlich, dass religiöses Lernen immer auch von persönlichen Erfahrungen geprägt ist. Dadurch wird das Theologisieren mit Lernenden in besonderer Weise unterstützt.
Methodisch bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten. Die Stationen können in Gruppen bearbeitet und anschließend gegenseitig vorgestellt werden. Kreative Aufgaben wie das Gestalten eigener Kreuzwegstationen, das Schreiben von Gebeten, Briefen oder Tagebucheinträgen aus der Sicht biblischer Personen sowie das Malen eigener Hoffnungsbilder vertiefen die Auseinandersetzung mit den Inhalten. Ebenso eignen sich Rollenspiele, Standbilder oder szenische Darstellungen einzelner Stationen, um Gefühle und Handlungen der beteiligten Personen nachzuempfinden. Die wiederkehrenden Gebetsimpulse können als Abschluss jeder Unterrichtseinheit oder als gemeinsames Klassengebet genutzt werden. Die abschließende Körper und Wahrnehmungsübung ermöglicht einen ganzheitlichen Zugang, indem Lernende das Kreuz mit ihrem eigenen Körper erfahren und über Gemeinschaft, Halt und Vertrauen reflektieren.
Das Medium eignet sich darüber hinaus für fächerverbindendes Lernen mit Kunst, indem die Kinderzeichnungen analysiert und eigene Bilder gestaltet werden. Ebenso lassen sich Bezüge zu Ethik und sozialem Lernen herstellen, wenn Themen wie Mitgefühl, Gerechtigkeit, Ausgrenzung, Zivilcourage oder Frieden aufgegriffen werden. Die Auferstehung am Ende des Kreuzweges eröffnet schließlich die Möglichkeit, über Hoffnung, Neubeginn und christliche Auferstehungshoffnung ins Gespräch zu kommen und den Kreuzweg nicht als Geschichte des Scheiterns, sondern als Weg zum Leben zu verstehen.
In den 15 Stationen wird der Leidensweg Jesu kindlich erzählt und jeweils durch die Gedanken der Kinder ergänzt, deren Bilder den Kreuzweg begleiten. Jesus wird verurteilt, trägt das schwere Kreuz, fällt mehrmals und begegnet Menschen, die ihn entweder verspotten oder trösten. Immer wieder wird betont, wie wichtig Mut, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Trost sind: Kinder lernen, Ungerechtigkeit nicht hinzunehmen, aufmerksam für Leid zu sein, anderen beizustehen und selbst Hoffnung zu schöpfen.
Die Begegnungen mit Maria, Simon von Cyrene, Veronika oder den weinenden Frauen zeigen, wie Trost und Nähe Kraft schenken können. Gleichzeitig werden schwierige Erfahrungen thematisiert – Schmerz, Ausgeliefertsein, Beschämung oder Ohnmacht, etwa wenn Jesus seiner Kleider beraubt wird oder ans Kreuz genagelt wird. Die Kinderzeichnungen auf den jeweiligen Seiten verdeutlichen das Mitgefühl und die Nachvollziehbarkeit dieser Erfahrungen, etwa wenn die Bilder starke Traurigkeit, düstere Farben oder tröstende Gesten darstellen
In den letzten Stationen stehen Tod, Trauer und Abschied im Mittelpunkt. Maria hält ihren toten Sohn im Schoß, die Jünger sind verzweifelt, und der Kreuzweg scheint zu Ende zu sein. Dabei wird Raum gegeben, über eigene Erfahrungen von Verlust und Traurigkeit nachzudenken. Eine meditative Körperübung lädt dazu ein, sich zu verwurzeln, sich zu öffnen, andere zu spüren und miteinander ein Kreuz der Verbundenheit zu bilden.
Schließlich mündet der Kreuzweg in die Osterbotschaft: Der Engel verkündet den Frauen am Grab, dass Jesus auferstanden ist. Diese Auferstehung wird als Hoffnung über den Tod hinaus beschrieben – ein Hoffnungszeichen, das Kindern Mut macht und ihnen zeigt, dass Gottes Liebe stärker ist als alle Dunkelheit.