Eine ausführliche Unterrichtssequenz für die 4. Klasse zeigt exemplarisch, wie christologische Fragen handlungsorientiert bearbeitet werden können. Zu Beginn werden die persönlichen Jesusbilder der Kinder thematisiert, unterstützt durch vielfältige Christusdarstellungen aus der Kunst. Im Anschluss wird anhand der Erzählungen von Verkündigung und Taufe verdeutlicht, wie biblische Texte von der besonderen Beziehung Jesu zu Gott sprechen. Weitere Stunden führen in narrative Christologie ein, etwa durch die Arbeit mit dem „Ich-bin-Wort“ „Ich bin das Licht der Welt“ und der Heilung des Blindgeborenen, oder durch die Emmausgeschichte, die Fragen nach Wahrnehmung von Wirklichkeit und Gegenwart des Auferstandenen thematisiert. Den Abschluss bildet die kreative Gestaltung eines Kreuzes, die den Kindern erlaubt, eigene Bedeutungszuschreibungen und Deutungen des Kreuzsymbols auszudrücken.
Ein weiterer Beitrag widmet sich dem ungewöhnlichen Bildtypus „Christus als Apotheker“, der die heilende und gnadenvolle Zuwendung Jesu in metaphorischer Form darstellt. Anhand der bildlichen Elemente – Waage, Kreuzwurz, Gefäße mit Tugenden und das herausragende Gefäß „Gnade“ – verdeutlicht die Unterrichtseinheit das Zusammenspiel von menschlicher Bedürftigkeit und göttlicher Heilsgabe. Durch handlungsorientierte Methoden wie Gedankenreisen, Bildbearbeitung, Rollenübungen und kreative Schreibaufträge wird der abstrakte Begriff „Gnade“ für Kinder greifbar.
Der umfangreiche Beitrag von Rainer Oberthür zeigt Wege auf, wie Kinder mit den Themen Tod, Leben und Auferstehung in Kontakt kommen können. Psalmen dienen als sprachmächtige Resonanzräume für eigene Gefühle und Erfahrungen. Eine kindgerecht erzählte Ostererzählung – eng an Markus orientiert – ermöglicht einen behutsamen, theologisch verantworteten Zugang zur Passion und Auferstehung Jesu. Bildvergleiche mit Kunstwerken verschiedener Epochen vertiefen das Verständnis der Auferstehung als nicht darstellbares, aber deutbares Glaubensgeheimnis. Ein Friedhofsweg mit Texttafeln regt schließlich zu existentiellen Reflexionen über Leben, Tod und Hoffnung an.
Ein weiterer größerer Abschnitt plädiert dafür, das Markus-Evangelium im Religionsunterricht nicht nur in Einzeltexten, sondern in Ausschnitten als Ganzes zu lesen. Dadurch sollen Schülerinnen und Schüler zentrale Fragen, Strukturen und die innere Dramaturgie des Evangeliums wahrnehmen können – insbesondere die Leitfrage: „Wer ist Jesus?“. Das Material zeigt auf, wie ausgewählte Texte, die Frage nach Jesu Identität, Jüngerverständnis und Missverständnisse, Gleichnisse, Wundergeschichten und die Passion pädagogisch sinnvoll miteinander verknüpft werden können. Durch Interviews, Bildvergleiche, eine Text-Bild-Ausstellung und kreative Relektüren entsteht ein ganzheitliches und vertieftes Jesusverständnis, das sowohl die menschliche als auch die göttliche Dimension Jesu berücksichtigt.
Insgesamt stellt das Heft ein breit angelegtes Angebot dar, um christologische Inhalte altersgemäß, kreativ, theologisch verantwortlich und nah an den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen zu vermitteln. Es betont die Bedeutung des offenen Gesprächs, der vielfältigen Ausdrucksformen und der narrativen sowie ästhetischen Zugänge zu Jesus Christus als einer für das Leben relevanten Gestalt.
Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Grundschule sowie der Sekundarstufe und unterstützt einen kompetenzorientierten und dialogischen Unterricht. Die Unterrichtsmodelle orientieren sich konsequent an der Lebenswelt der Lernenden und greifen deren Vorstellungen, Fragen und Deutungen zu Jesus Christus auf. Im Mittelpunkt steht nicht die Vermittlung fertiger Glaubensaussagen, sondern die gemeinsame theologische Erschließung der Frage, welche Bedeutung Jesus für Menschen damals und heute besitzt. Die Lernenden werden dazu angeregt, eigene Jesusbilder zu entwickeln, biblische Erzählungen zu interpretieren und ihre persönlichen Erfahrungen mit theologischen Aussagen in Beziehung zu setzen.
Das Heft bietet zahlreiche methodische Anregungen für einen abwechslungsreichen Religionsunterricht. Bildbetrachtungen eröffnen Unterrichtsgespräche über unterschiedliche Christusdarstellungen und regen zur Reflexion eigener Vorstellungen an. Kreative Schreibaufgaben ermöglichen es den Lernenden, biblische Aussagen in eigene Geschichten, Texte oder Gedichte zu übertragen. Symbolarbeit mit Licht, Kreuz oder Heilungsmotiven unterstützt das Verstehen zentraler christlicher Glaubensaussagen. Biblische Erzählungen werden durch narrative Zugänge, Rollenspiele, Gedankenreisen und kreative Gestaltungsaufgaben erschlossen. Darüber hinaus fördern Unterrichtsgespräche, Gruppenarbeiten und Reflexionsaufgaben das gemeinsame Theologisieren und die Entwicklung religiöser Urteilskompetenz.
Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen Unterrichtsmaterialien zum Beitrag Christus als Apotheker, in denen Bildmaterialien, Arbeitsblätter und kreative Aufgaben zur Erarbeitung des Begriffs Gnade bereitgestellt werden. Ebenso enthält das Heft eine ausführlich beschriebene Unterrichtssequenz zur Christologie in der Grundschule mit konkreten Unterrichtsschritten, Bildimpulsen, Kerzenmeditation, Textarbeit, kreativen Schreibaufgaben, Symbolarbeit sowie der Gestaltung eigener Kreuze. Weitere Beiträge thematisieren Tod und Auferstehung, Gleichnisse, Wunder Jesu sowie Kreuzigungsdarstellungen in der Kunst und bieten dadurch vielfältige Möglichkeiten für projektorientiertes, kooperatives und kreatives Lernen. Die Materialien fördern gleichermaßen Sachkompetenz, Deutungskompetenz, Dialogfähigkeit und die persönliche religiöse Reflexion der Lernenden.