Ein geistlicher Impuls entfaltet die biblische Geschichte vom ungläubigen Glauben: Der Vater, der Jesus um Heilung für seinen Sohn bittet, erkennt seine eigene Hilflosigkeit und ruft „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“. Diese Haltung wird als authentische Form des Glaubens beschrieben, der nicht aus Stärke, sondern aus dem ehrlichen Eingeständnis von Grenzen und Schwäche hervorgeht.
Weitere Abschnitte beschäftigen sich mit den Hoffnungen des Alltags – persönlichen, gesellschaftlichen und spirituellen. Es wird gezeigt, dass moderne Menschen oft zwischen großen Weltfragen (Klimakrise, Gerechtigkeit, Frieden) und kleinen persönlichen Hoffnungen (Gesundheit, Arbeit, Geborgenheit) leben. Hoffnung erscheint dabei als empfindliches, aber lebensnotwendiges Gut. Gespräche und Reflexionen betonen, dass Hoffnung nicht alles heilt, aber Kraft mobilisiert, um Belastendes durchzustehen. Wenn Hoffnung dennoch zerbricht, kann die Erfahrung von Beistand – durch Menschen oder durch Gott – Halt geben, wie es etwa der 23. Psalm mit dem Satz „Du bist bei mir“ ausdrückt.
Mehrere Beiträge behandeln konkrete Lebenssituationen: Ein Text über Lichtblicke zeigt, wie kleine Zeichen des Guten die innere Dunkelheit durchbrechen können. Ein weiterer Beitrag schildert, wie Pfarrerinnen und kirchliche Mitarbeitende im Haus „Respiratio“ Unterstützung erhalten, wenn sie in berufliche und persönliche Krisen geraten. Dabei wird deutlich, wie eng Lebens-, Glaubens- und Berufskonflikte miteinander verflochten sein können und wie notwendig spirituelle und seelische Erneuerung ist.
Ein ausführliches Interview mit einem Bewohner des „Josefshauses“ erzählt von Hoffnung im Leben chronisch Suchtkranker. Dirk Poedtke berichtet von seiner Biografie, von Verlusten und Umbrüchen sowie vom mühsamen Weg in ein abstinentes Leben. Die Gemeinschaft des Hauses wird als „Rettungsanker“ beschrieben, in dem Menschen Würde und Selbstwert neu entdecken.
Ein weiterer Bericht schildert die Arbeit der Hospizgruppe Breisach, die sterbende Menschen begleitet. Die Ehrenamtlichen machen deutlich, wie wichtig Nähe, Trost, Zuhören und das Ernstnehmen individueller Bedürfnisse in der letzten Lebensphase sind. Religiöse Rituale, Stille oder das gemeinsame Aushalten können helfen, Frieden zu finden.
Schließlich erzählen persönliche Zeugnisse – etwa ein autobiografischer Bericht eines ehemaligen Showpianisten – von der Suche nach einer Hoffnung, die über den Tod hinausweist. Die christliche Auferstehungshoffnung wird als Perspektive vorgestellt, die die Endlichkeit des Lebens in ein größeres Licht rückt und den Blick auf eine „zukünftige Stadt“ lenkt, wie es der Hebräerbrief formuliert.
Insgesamt führt das Material in unterschiedlichen Formen – biblisch, erzählerisch, seelsorgerlich und biografisch – vor Augen, wie vielschichtig Hoffnung ist: als alltägliche Erwartung, als spirituelle Kraftquelle, als Beistand in Krisen und als Grundvertrauen, das über das Leben hinausreicht.