Für den Religionsunterricht eröffnet dieser Beitrag eine hervorragende Möglichkeit, die Lernenden dazu zu befähigen, zentrale religiöse Themen aus mehreren Perspektiven zu betrachten und die eigene Sicht im interreligiösen Dialog zu schärfen. Der Einstieg über ein Brainstorming oder ein stummes Schreibgespräch zu eigenen Weihnachtserfahrungen schafft eine lebensnahe Ausgangssituation. Anschließend kann das Lesen und Vergleichen der beiden biblischen Geburtsgeschichten aus der BasisBibel helfen, die Vielfalt innerhalb des Christentums selbst wahrzunehmen, bevor die islamische Überlieferung aus Sure 19 hinzugezogen wird.
Besonders wirkungsvoll ist es, die Erzählungen mithilfe von Figuren oder Bodenbildern nachzustellen, da die Unterschiede – etwa das Sprechen Isas oder die andere Rolle Mariams – visuell und emotional erfahrbar werden. Der Vergleich beider Traditionen fördert religiöse Urteilskompetenz, sensibilisiert für sprachliche und erzählerische Unterschiede und hilft den Schüler:innen, zwischen theologischen Glaubensaussagen und kulturellen Traditionen zu unterscheiden.
Ein weiterer wichtiger Schritt besteht darin, echte Begegnungen zu ermöglichen, sei es durch Gespräche mit Gemeindemitgliedern und Religionsvertreter:innen oder durch die Zusammenarbeit mit Gruppen aus Ethik, Islam- oder evangelischem Religionsunterricht. Die Lernenden erleben dadurch, dass Weihnachten in einer multireligiösen Gesellschaft unterschiedlich verstanden und doch respektvoll gemeinsam betrachtet werden kann.
Die Arbeit an diesem Thema unterstützt die Kompetenzentwicklung besonders im Hinblick auf interreligiöse Sensibilität, Perspektivenübernahme und Dialogfähigkeit. Gleichzeitig bietet sie viel Raum für kreative Methoden, etwa eigene Krippenszenen zu gestalten, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar machen, oder Fragen zu formulieren, die im Dialog zwischen Christentum und Islam eine Rolle spielen könnten.