Das Begleitheft eignet sich in besonderer Weise für einen handlungsorientierten und erfahrungsbezogenen Religionsunterricht. Die vorgeschlagenen Unterrichtsideen fördern einen ganzheitlichen Lernprozess, bei dem Wahrnehmen, Singen, Erzählen, Gestalten, Bewegen, Nachdenken und gemeinsames Reflektieren miteinander verbunden werden. Die Lernenden erschließen religiöse Inhalte nicht allein über Sprache, sondern über Bilder, Musik, Symbole, Körpererfahrungen und kreative Ausdrucksformen. Dadurch werden unterschiedliche Lernzugänge berücksichtigt und religiöse Erfahrungen auf vielfältige Weise ermöglicht.
Methodisch orientieren sich die Unterrichtsvorschläge an offenen Lernformen. Bildbetrachtungen werden durch Gesprächsimpulse, Standbilder, Puzzle, Rollenspiele, Museumsgänge oder kreative Schreibaufgaben vertieft. Lieder werden nicht nur gesungen, sondern mit Bewegungen, Instrumenten, Klangexperimenten oder gestalterischen Aufgaben verbunden. Biblische Geschichten werden durch Kunstwerke erschlossen, in Beziehung zur eigenen Lebenswelt gesetzt und durch kreative Arbeitsformen nachhaltig vertieft. Zahlreiche Impulsfragen unterstützen theologische Gespräche und regen die Lernenden dazu an, eigene Erfahrungen, Gefühle und Glaubensvorstellungen einzubringen.
Besonders wertvoll ist die Verbindung ästhetischer Bildung mit religiöser Bildung. Kunstwerke werden als Ausgangspunkt theologischer Fragestellungen genutzt und laden dazu ein, Symbole zu entschlüsseln, unterschiedliche Deutungen zu entwickeln und persönliche Zugänge zum Glauben zu finden. Gleichzeitig eröffnet das Begleitheft Möglichkeiten zur Differenzierung, da viele Aufgaben individuell angepasst und in Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit oder im gemeinsamen Unterrichtsgespräch umgesetzt werden können. Die vielfältigen Praxisideen machen das Material sowohl für einzelne Unterrichtsstunden als auch für projektorientierte Unterrichtsreihen, Gottesdienste oder religiöse Projekttage besonders geeignet.
Das Heft ist in drei große Teile gegliedert:
Ideen zu Bildern (S. 6–33)
Ideen zu Liedern (S. 34–63)
Ideen zu biblischen Texten (S. 64–79)
Im ersten Teil werden unter anderem bekannte Kunstwerke und religiöse Motive behandelt, z. B. das Bild „Niemand hört“ von Hans Georg Anniès (S. 7 ff.), „Pfingsten“ von Thomas Zacharias (S. 10 ff.), „Schellen-Engel“ von Paul Klee (S. 12 ff.), das Labyrinth von Chartres (S. 15 ff.), „Herzauge“ von HAP Grieshaber (S. 18 ff.), „Der singende Mann“ von Ernst Barlach (S. 21 ff.), „Tobias und der Engel“ von Rembrandt van Rijn (S. 25 ff.) und der Senfkornbaum von Karl-Heinz May (S. 30 ff.).
Diese Bildideen verbinden kunstpädagogische Zugänge mit religiösen Fragestellungen. Kinder werden beispielsweise angeregt, Bilder in Standbildern nachzustellen, Figuren zu gestalten, über Farben und Formen nachzudenken oder Bezüge zu biblischen Geschichten (z. B. Kreuzigung, Pfingsten, Engel, Gleichnisse) herzustellen. Oft steht dabei das Wahrnehmen, Fühlen und Interpretieren im Vordergrund.
Der zweite Teil widmet sich den Liedern des Liederbuchs. Hier werden sowohl traditionelle Kirchenlieder als auch neuere religiöse Lieder aufbereitet, etwa „Macht hoch die Tür“ (S. 35 ff.), „Freude, Freude“ (S. 39 ff.), „Himmelfahrt ist Feiertag“ (S. 41 ff.), „Gott steht hinter dir“ (S. 42 ff.), „Philippus und der Kämmerer“ (S. 44 ff.) und weitere bis „Gott schuf die Sonne, die Sterne, den Mond“.
Die Kinder werden dabei aktiv einbezogen – etwa durch rhythmisches Sprechen, Bewegung, szenisches Spiel, Fotoprojekte im Kirchenraum oder Klangexperimente. Pädagogisch werden Musik, Körpererfahrung und biblische Inhalte miteinander verbunden, sodass religiöses Lernen über verschiedene Ausdrucksformen möglich wird.
Der dritte Teil bietet Ideen zu biblischen Texten und Psalmen, etwa zum Psalm 23, zum Magnificat (Lobgesang der Maria) oder zu kreativen Formen des Psalmen-Tonens. Auch hier steht die handlungsorientierte Annäherung im Mittelpunkt: Kinder sollen beten, malen, dichten, improvisieren und den Texten eine eigene Stimme geben.
Das Heft legt großen Wert auf Ganzheitlichkeit: Kinder sollen mit allen Sinnen lernen – durch Musik, Bewegung, Sprache, Kunst und Stille. Viele Einheiten beinhalten meditative Elemente, z. B. das Gehen eines Labyrinths oder das Anzünden von Lichtern. So entsteht eine Verbindung von biblischer Tradition und kindlicher Erfahrungswelt.
Insgesamt ist das Begleitheft ein praxisnahes und inspirierendes Arbeitsmittel, das Lehrerinnen und Lehrern ermöglicht, ästhetische Bildung, religiöses Lernen und gemeinsames Singen miteinander zu verknüpfen. Es eröffnet vielfältige Wege, Kindern biblische Geschichten und Glaubenserfahrungen lebendig zu vermitteln – vom Entdecken über das Gestalten bis hin zum Reflektieren.