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Hubertus Holschbach | ru-digitalChristoph ThomaSchulamt Innsbruck

Hubertus Holschbach | ru-digital,

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Weniger ist oft mehr MB 311

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtsstunde „Weniger ist oft mehr – Lebenskunst und Glück“ mit fünf Seiten basiert auf dem Text von Mathias Binswanger und regt Lernende dazu an, das Verhältnis von Konsum, Zeit und Glück kritisch zu reflektieren. Durch Diskussionen, kreative Gruppenarbeit und einen persönlichen „7-Tage-Versuchsplan“ lernen sie, wie bewusster Verzicht zu mehr Lebensqualität führen kann. Biblische Impulse aus Matthäus 6 und Prediger 4 verknüpfen ökonomische, ethische und spirituelle Perspektiven. Die Stunde fördert Achtsamkeit, Selbstreflexion und Verantwortungsbewusstsein – eine praxisnahe Einladung zur modernen Lebenskunst.

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I. Einführung (15 Minuten) – Die Tretmühle des Glücks

Ziele: Interesse wecken, Problem bewusst machen.

Ablauf:

Einstiegsvideo (2–3 Min.): Kurzer Clip über Konsumverhalten oder Werbung (z. B. Apple- oder Luxuswerbung).

Lehrerfrage: „Was verspricht uns diese Werbung? Und wie lange hält dieses Glück?“

Impulsfrage an die Klasse:

„Wenn mehr Geld und mehr Dinge nicht unbedingt glücklicher machen – warum streben wir trotzdem danach?“

Kurze Sammlung an der Tafel.

Mini-Input (Lehrer): Vorstellung des Textes von Mathias Binswanger:

Das „Tretmühlenprinzip“

„Amateure in Sachen Lebenskunst“

„Die Kunst der Reduktion“

(kurz, pointiert, max. 5 Minuten)


II. Diskussion (20 Minuten) – Zwischen Glück und Konsum

Ziele: Reflexion, Perspektivwechsel, moralische Urteilsbildung.

Ablauf:

Gruppenarbeit (4–5 Schüler): Jede Gruppe erhält ein Zitat aus dem Text und diskutiert mit Leitfragen.

Zitat aus dem Text Leitfragen

„Menschen laufen in der Tretmühle des Einkommens – aber sie kommen nicht weiter.“ Wo erkennen wir das in unserem Alltag?

„Wir sind Profis im Geldverdienen, aber Amateure im Glücklichsein.“ Welche „Lebenskunst“ müssten wir in der Schule lernen?

„Weniger kann mehr sein.“ Gibt es Bereiche, wo du bewusst auf etwas verzichtest – und das als befreiend erlebst?

Jede Gruppe schreibt ein Schlüsselgedanke-Plakat (ein Satz, der ihre Position ausdrückt).

Kurze Wanderausstellung im Klassenraum: Gruppen hängen ihre Plakate auf; Schüler gehen herum und schreiben kleine Post-its mit Zustimmung oder Gegenmeinung.


III. Praktische Anwendung (20 Minuten) – „Projekt Lebenskunst“

Ziele: Selbstreflexion und konkretes Handeln.

Aufgabe:

Jeder Lernende wählt eine persönliche „Tretmühle“ (z. B. Social Media, ständiger Termindruck, Konsum, Perfektionismus) und entwickelt einen Mini-Versuchsplan für 7 Tage:

Auf was will ich verzichten oder reduzieren?

Was verspreche ich mir davon?

Wodurch will ich stattdessen Zeit oder Energie gewinnen?

Wie kann ich den Erfolg messen?

Arbeitsblatt mit Leitfragen und Beispielen wird ausgeteilt.

Schüler formulieren in Einzelarbeit oder zu zweit einen konkreten Plan.



1. Auf was will ich verzichten oder reduzieren?

Social Media (z. B. Instagram, TikTok)

Serien oder YouTube am Abend

Süßigkeiten oder Softdrinks

Online-Shopping / Fast Fashion

Dauerndes Multitasking (gleichzeitig Chatten, Musik hören, Hausaufgaben machen)

Ständiges Vergleichen mit anderen

Übermäßiges Lernen ohne Pausen


2. Was verspreche ich mir davon?

Mehr innere Ruhe und weniger Stress

Besserer Schlaf und mehr Energie am Morgen

Mehr Zeit für Freunde, Familie oder Hobbys

Ehrlichere Beziehungen ohne ständigen Online-Druck

Ein Gefühl von Freiheit, weil ich mich selbst besser kontrolliere

Stolz darauf, etwas bewusst durchzuhalten


3. Wodurch will ich stattdessen Zeit oder Energie gewinnen?

Spaziergänge oder Sport

Musik machen, Lesen, Malen

Gespräche mit Freunden oder Eltern

Zeit in der Natur

Tagebuch oder Glückstagebuch führen

Kochen, Backen, neue Dinge lernen


4. Wie kann ich den Erfolg messen?

Ich schlafe besser oder bin entspannter

Ich brauche das „Verzichten“ weniger stark als zuvor

Ich habe mehr echte Kontakte oder Erlebnisse offline

Ich fühle mich zufriedener und selbstbewusster

Ich kann am Ende der Woche drei Momente nennen, in denen ich glücklicher war


IV. Präsentation der praktischen Anwendung (10 Minuten)

Ziele: Teilen, motivieren, vernetzen.

Ablauf: 3–5 Freiwillige stellen ihren „7-Tage-Versuchsplan“ vor (max. 2 Minuten je Beitrag).

Klasse gibt wertschätzendes Feedback: „Was finde ich inspirierend?“


V. Reflexion und Zusammenfassung (10 Minuten)

Ziele: Vertiefung und Transfer.

Leitfragen im Plenum:

Was habe ich heute über mich selbst gelernt?

Warum fällt uns Reduktion oft so schwer?

Wie hängt das mit biblischen Ideen von Glück, Maß und Freiheit zusammen?

Tafelüberschrift: „Lebenskunst = Glück durch Maß und Freiheit“


VI. Hausaufgabe

Variante A (praktisch): Führe deinen „7-Tage-Versuchsplan“ durch und schreibe ein kurzes Glückstagebuch (3–5 Einträge).

Variante B (reflexiv): Schreibe einen Tagebucheintrag: „Was mich wirklich glücklich sein lässt.“ (vgl. Arbeitsauftrag im Materialblatt).


VII. Abschließende Worte (5 Minuten)


Kurzes Lehrerstatement mit Bezug auf Matthäus 6,19–21 („Sammelt euch keine Schätze auf Erden…“)

Erinnerung: „Nicht Besitz, sondern Beziehung, Sinn und Achtsamkeit machen reich.“

Optional: Klangschale oder stille Minute mit der Frage: „Was ist heute wirklich wichtig für mich?“


VIII. Zusätzliche kreative Ideen

Kunstaktion: Schüler gestalten ein „Glücks-Mobile“ mit Symbolen für Dinge, die sie loslassen oder neu gewinnen wollen.

Fastenprojekt: „Eine Woche weniger ist mehr“ – z. B. kein Handy nach 20 Uhr, keine Süßigkeiten, bewusster Konsum.

Philosophisches Café: Schüler diskutieren in Rollen (z. B. Werbefachmann, Mönch, Influencerin, Minimalistin).

Instagram-Challenge: #lessismore – Schüler posten Fotos von Momenten des bewussten Verzichts.


IX. Passende Bibelzitate

Matthäus 6,19–21: „Sammelt euch keine Schätze auf Erden… denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

Prediger 4,6: „Besser eine Handvoll Ruhe als beide Fäuste voll Mühe und Haschen nach Wind.“

Lukas 12,15: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“

Philipper 4,11–12: „Ich habe gelernt, mich in jeder Lage genügen zu lassen.“

Psalm 90,12: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.1a Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Sinn und Lebensglück.

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

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10.11.2025

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Unterrichtsstunde

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren ,Analysieren und Reflektieren

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