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Christoph ThomaSchulamt Innsbruck

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Peter Weiss: Der Ernst des Lebens MB 276

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichsstunde "Der Ernst des Lebens" mit drei Seiten begegnen Lernende dem Text von Peter Weiss. Ausgangspunkt ist der Konflikt zwischen elterlichen Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung. Durch szenisches Spiel, Diskussion und kreative Schreibaufgaben reflektieren die Lernenden Fragen nach Lebenssinn, Freiheit und Verantwortung. Biblische Bezüge – etwa zur christlichen Berufung und zur Freiheit in Christus – eröffnen eine theologische Deutung. Die Stunde fördert Selbstreflexion, Empathie und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Leistungsdruck auf praxisnahe und kreative Weise.


Products

I. Einführung (ca. 10 Minuten)

Ziel: Emotionale und thematische Hinführung.

Einstieg mit einem Gedankenimpuls an der Tafel:

„Leben heißt arbeiten, arbeiten und arbeiten und immer wieder arbeiten.“ – Mutter im Text

Lernende äußern spontan ihre Reaktionen (Wortwolke oder Miro-Tafel).

Kurzinfo zum Text:

Peter Weiss beschreibt eine Jugend zwischen familiärem Druck, Leistungsanforderungen und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung.

Leseeindruck:

Schüler lesen den zentralen Abschnitt (die Mutter- und Vaterdialoge) in verteilten Rollen laut vor.

Anschließend kurzes Blitzlicht: Was hat euch am meisten getroffen oder überrascht?


II. Diskussion (ca. 20 Minuten)

Ziel: Spannung zwischen Pflicht und Freiheit, Eltern und Berufung reflektieren.

Kleingruppen-Diskussion (4–5 Schüler):

Leitfragen:

Wie definieren Mutter und Vater „den Ernst des Lebens“?

Wovor haben sie Angst?

Welche Sehnsucht spürt ihr beim Ich-Erzähler?

Woher kommt der Konflikt? (Tradition vs. Selbstverwirklichung?)

Plenumssammlung:

Tafelanschrift in zwei Spalten:

„Elterliche Erwartung“ ↔ „Individuelle Sehnsucht“

Impulsfrage:

„Ist der Glaube oder die Religion eine Hilfe, diesen Konflikt zu lösen?“

Kurze theologische Deutung: christliche Berufung als Ruf in die Freiheit, nicht Zwang (vgl. Gal 5,1).


III. Praktische Anwendung (ca. 25 Minuten)

Ziel: Übertragung auf das eigene Leben / heutige Gesellschaft.

Option A (kreativ):

Lernende gestalten in Gruppen ein kurzes szenisches Mini-Drama oder eine Podcast-Aufnahme (2–3 Min.):

Thema: Ein Gespräch, das nie stattgefunden hat – zwischen mir und meinen Eltern über meine Zukunft.

Einbauen: Spannung, Emotion, Bruchmoment, „innere Stimme“.

Option B (reflexiv):

Alternativ schreiben Schüler einen Tagebucheintrag des Ich-Erzählers („Was ich meinen Eltern hätte sagen sollen…“) – kann mit Ich-Bezug verknüpft werden.


IV. Präsentation der praktischen Anwendung (ca. 15 Minuten)

Ziel: Austausch über Erfahrungen und kreative Deutungen.

2–3 Gruppen präsentieren ihre Mini-Szenen oder lesen Ausschnitte vor.

Mitschüler geben Feedback: Welche Werte, Ängste, Wünsche kamen zum Ausdruck?

Gemeinsame Verbindung zu Glaubensfragen: Wie hilft Glaube, mit Leistungsdruck umzugehen?


V. Reflexion und Zusammenfassung (ca. 10 Minuten)

Ziel: Erkenntnisse sichern, religiös vertiefen.

Lehrer-Impulse:

Was ist der „Ernst des Lebens“ wirklich – Verantwortung oder Selbstfindung?

Wie könnte Gott den „Ernst des Lebens“ verstehen?

Schüler schreiben einen Satz der Erkenntnis auf ein Post-it:

„Ernst des Lebens bedeutet für mich …“

Sammlung an der Tafel oder digitale Pinnwand.


VI. Hausaufgabe

Schreibe eine persönliche Reflexion (1 Seite):

„Wie kann ich meine Berufung leben, ohne mich von Erwartungen anderer bestimmen zu lassen?“

Optional Bibelbezug (siehe unten).


VII. Abschließende Worte

Kurzer Impuls:

Vielleicht ist der wahre Ernst des Lebens nicht, alles richtig zu machen –

sondern das Richtige zu suchen, das zu dir passt.


VIII. Zusätzliche kreative Ideen

Kunst/Religion-Cross-Projekt: Schüler gestalten Collagen oder Fotostorys zu „Mein Bild vom Leben“.

Musikalischer Impuls: Reinhard Mey – „Über den Wolken“ oder Silbermond – „Leichtes Gepäck“ als Freiheitssymbole.

Philosophische Erweiterung: Zitat von Kierkegaard: „Das Leben wird nur rückwärts verstanden, muss aber vorwärts gelebt werden.“


IX. Passende Bibelzitate

Galater 5,1:

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“

Jeremia 29,11:

„Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Matthäus 6,25:

„Sorgt euch nicht um euer Leben … ist nicht das Leben mehr als die Nahrung?“

Psalm 139,14:

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.1a Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Sinn und Lebensglück.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7.1 Protestieren und Aufbegehren: Prophetisches Handeln.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Konflikte heute – typisch menschlich Aktuelle Beispiele von Protest und Aufbegehren

Text

urheberrechtlich geschützt

10.11.2025

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Unterrichtsstunde

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren ,Analysieren und Reflektieren

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