Zur Bewertung von Risiken werden drei Argumentationsmodelle vorgestellt. Das dezisionistische Modell geht davon aus, dass absolute Sicherheit unmöglich ist und betont daher die Freiheit der Entscheidung und die Verantwortung für die Konsequenzen. Das probabilistische Modell fordert, Entscheidungen auf wahrscheinliche und gewichtete Gründe zu stützen, auch wenn nie völlige Gewissheit besteht. Das tutionistische Modell schließlich verlangt, Risiken zu begrenzen und nur jene Handlungen zu verantworten, für die sichere Gründe vorliegen. Es folgt Hans Jonas’ Prinzip, dass das Wesen und die Existenz des Menschen niemals aufs Spiel gesetzt werden dürfen. In den anschließenden Aufgaben sollen die Schülerinnen und Schüler die drei Modelle in Aufforderungssätzen zusammenfassen, ihre persönliche Bewertung begründen und die Modelle auf den Bereich der Gentechnik, insbesondere auf die Klonierung menschlicher Lebewesen, anwenden. Dabei werden Fragen zur Menschenwürde, zur Einzigartigkeit des Individuums und zur möglichen „vierten Kränkung“ des Menschen nach Sigmund Freud aufgeworfen.