Für den Religionsunterricht ist das Medium besonders geeignet, um mit Lernenden über digitale Radikalisierung, religiöse Beeinflussung und die Verantwortung in einer pluralen Gesellschaft ins Gespräch zu kommen. Didaktisch ist es wichtig, den Film nicht als Darstellung des Islam insgesamt zu behandeln, sondern als Analyse salafistischer Netzwerke und extremistischer Online Strategien. Zu Beginn sollte daher eine klare Unterscheidung zwischen Islam, Salafismus, Islamismus und gelebter muslimischer Vielfalt vorgenommen werden. Methodisch bietet sich eine gelenkte Sichtung mit Beobachtungsaufträgen an, bei der Lernende untersuchen, welche Mittel der Ansprache verwendet werden, welche Zielgruppen angesprochen werden und welche Bilder von Religion, Gemeinschaft und Gesellschaft vermittelt werden. In Gruppenarbeit können einzelne Aspekte vertieft werden, etwa die Rolle von Influencerinnen, die Bedeutung sozialer Medien, die Funktion von Zugehörigkeit und Wir Gefühl, die Verbindung von Missionierung und Lifestyle oder die Frage nach dem Verhältnis von Religionsfreiheit und freiheitlicher demokratischer Grundordnung. Besonders fruchtbar ist eine Analyse der Sprache und Bildsprache, weil Lernende dadurch erkennen können, wie emotionalisiert, vereinfacht und polarisiert extremistische Botschaften oft aufgebaut sind. Ebenso kann der Film dazu genutzt werden, über die Sehnsucht nach Orientierung, Anerkennung und Gemeinschaft zu sprechen und zu fragen, warum gerade junge Menschen für solche Angebote empfänglich sein können. In einer weiterführenden Reflexion können Lernende Kriterien entwickeln, woran manipulative religiöse Kommunikation erkennbar ist und wie eine menschenfreundliche, freiheitliche und dialogfähige Religionspraxis davon unterschieden werden kann. Das Medium stärkt damit Medienkritik, Urteilsfähigkeit und religiöse Differenzierung und eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Extremismus, Religion im digitalen Raum, Identität, Freiheit, Menschenwürde und demokratischen Werten.