Im nächsten Schritt wird die Verkündigung Jesu hinsichtlich der Reich-Gottes-Botschaft und der Bezugnahme auf alttestamentliche jüdische Texte herausgearbeitet. Jesus greift insbesondere Motive aus der Hebräischen Bibel (z. B. Berufung Israels, Bund mit Gott, Prophetentradition) auf und interpretiert sie im Blick auf seine eigene Mission und seinen Anspruch. Sein Verständnis von Gesetz, Tradition und Gemeinschaft wird im Licht des jüdischen Rechts‐ und Kultursystems seiner Zeit dargestellt.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Video ist die soziale und politische Dimension: Jesus steht in einem Spannungsfeld zwischen der bestehenden religiösen Ordnung (Tempel, Priesterschaft, jüdische Autoritäten) und der römischen Besatzungsmacht. Seine Botschaft und sein Verhalten können als Reformansatz innerhalb des Judentums verstanden werden – nicht als radikale Abkehr vom Judentum, sondern als kritische Neuausrichtung innerhalb desselben. Dadurch ergeben sich Konflikte, die schließlich zur Kreuzigung führen.
Schließlich wird die Bedeutung von Jesus für die frühe Kirche und für das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum angesprochen: Da Jesus im jüdischen Kontext wirkte, bleibt sein jüdisches Rätsel – seine Identität, seine Botschaft – auch für das christliche Verständnis relevant. Das Video schließt mit der Aufforderung, Jesus nicht nur als historischen Außenseiter, sondern primär innerhalb seines jüdischen Milieus zu sehen – und so neue Perspektiven auf sein Leben, seine Lehre und seine Bedeutung zu gewinnen.
Für den Unterricht bietet sich an:
den Fokus auf Jesu jüdisches Umfeld zu legen (z. B. Synagoge, Tora-Tradition, jüdische Gemeinde)
Verknüpfungen zwischen alttestamentlicher Bibeltradition und Jesu Verkündigung sichtbar zu machen
Lernende herauszufordern, das Spannungsfeld von religiöser Autorität und politischer Macht im jüdischen Palästina zu reflektieren
eine Diskussion anzuregen: Wie verändert sich unser Bild von Jesus, wenn wir ihn primär als Teil des Judentums sehen?