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Erzbistum München und Freising

Erzbistum München und Freising

Gemeinsam vor Gott Beten im multireligiösen Kontext

Veröffentlichung:1.7.2016

Die Broschüre "Gemeinsam vor Gott Beten im multireligiösen Kontext" mit 19 Seiten nimmt die zunehmende religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft, Schulen, Kitas und Gemeinden in den Blick und thematisiert, wie gemeinsames Beten oder religiöses Feiern in einem multireligiösen Umfeld verantwortbar gestaltet werden kann. Sie versteht sich als Impulsgeber und Orientierungshilfe, nicht als normative Vorgabe.

Zentral ist die These, dass Gebet und Feier nicht einfach toleriert, sondern als Möglichkeit interreligiöser Begegnung und Anerkennung zu begreifen sind — dabei jedoch die Eigenständigkeit der beteiligten Religionen gewahrt bleiben muss. Der Text unterscheidet mehrere Ebenen des interreligiösen Dialogs — alltägliche Begegnung, gemeinsames Handeln, theologischer Austausch und spirituelle Begegnung — und zeigt, dass gemeinsames Beten idealerweise Elemente mehrerer Ebenen verbinden sollte.



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Ein Schwerpunkt liegt auf theologischen Reflexionen: So wird betont, dass Gebet nicht zur Vermischung der Religionen führen darf, sondern im Respekt vor Differenz und Identität stattfinden muss. Es darf nicht zum bloßen Kompromiss oder zur Absenkung religiöser Inhalte verkommen. Gleichzeitig wird die besondere Herausforderung problematisiert, wie etwa der Umgang mit sakralen Räumen, die Auswahl von Gebetstexten oder die Verantwortung für die Gestaltung der Gebetsfeiern. Zwei idealtypische Modelle für interreligiöse Gebetsformen werden vorgestellt: das „Gastgebermodell“ (einseitige Einladung) und das „Team-Modell“ (gemeinsame Vorbereitung und Gestaltung). Auch Formen wie liturgische Gastfreundschaft oder Gebet in nacheinander stattfindenden religiösen Ausdrucksformen (z. B. Multireligiöses Gebet à la Assisi) werden erörtert.

Im praktischen Teil liefert die Broschüre konkrete Hinweise und Vorschläge für Kitas, Schulen und Gemeinden. Im Bereich Kita wird aufgezeigt, wie tägliche Gebete oder liturgische Feiern sensibel in den Tagesablauf eingebunden werden können — mit besonderem Augenmerk auf Transparenz gegenüber Kindern und Eltern und der Übung eines „gastweisen Dabeiseins“ ohne Zwang. Der Umgang mit sakralen Räumen anderer Religionen, das Einbinden von Ritualen und Symbolen sowie die Mitwirkung von Angehörigen anderer Religionen werden in methodischer und didaktischer Hinsicht diskutiert.

Für Schulen werden Chancen und Grenzen „multireligiöser Schulfeiern“ aufgezeigt und Hinweise gegeben, wie solche Feiern organisatorisch, inhaltlich und liturgisch geplant werden können — z. B. in Form eines Team-Ansatzes, mit klar benannten Elementen und Rücksicht auf die religiösen Prägungen der Beteiligten. Für Gemeinden und öffentliche Anlässe (wie Friedensgebete, Gedenkfeiern oder Segnungen) finden sich ergänzende Überlegungen, die unter anderem an die Beispiel-Praxis in München anschließen.

In einem abschließenden Teil fordert die Broschüre dazu auf, aus Erfahrung zu lernen, sensibel und dialogoffen zu bleiben, und stellt eine Sammlung von Gebetstexten, Arbeitshilfen und Literaturhinweisen bereit. Die Intention ist, Lehrkräften und pastoralen Mitarbeitenden Mut und Orientierung zu geben, religiöse Vielfalt als Chance zu sehen und Formen gemeinsamen Betens zu gestalten, die verbindend wirken, ohne Identitäten zu verwischen.

Text, Bild

urheberrechtlich geschützt

2.10.2025

Schulpastoral ,Interreligiöser Dialog

Anregung

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