Der Einstig gelingt durch die Aktivierung von Vorwissen:
Zu Beginn lässt man die Lernenden auf einem leeren Blatt notieren, wie sie sich die Entstehung der Welt vorstellen, ohne Bewertung. Diese „freie Vorstellung“ dient als Konfrontationsaufgabe, um Vorstellungen, Missverständnisse und Vorurteile sichtbar zu machen. (vgl. Vorschlag im Material
Advance Organizer / Strukturierung:
Das Konzept des „Advance Organizer“ (vgl. im Material) hilft, die Teilthemen (biblische Mythen, andere Religionen, Naturwissenschaft) gedanklich zu vernetzen und Schülerinnen und Schülern Orientierung im Themenfeld zu geben. Der Organizer sollte in jeder Phase des Unterrichts sichtbar sein und mit den Lernschritten verknüpft werden.
Stationen / Gruppenarbeit / Partneraktivitäten:
Das Material bietet sich gut für Gruppenphasen an, z. B. beim Zuordnen von Mythen zu Religionen/Kulturen, in der Analyse (z. B. biblische Mythengeschichte vs. naturwissenschaftliches Modell) und beim gegenseitigen Austausch. Die Schülerinnen und Schüler können in Partner- oder Kleingruppen arbeiten, um das Gespräch und die Perspektivübernahme zu fördern. (vgl. Aufgabenaufbau)
Vergleich und kritische Auseinandersetzung:
Ein zentrales didaktisches Moment ist der systematische Vergleich von Mythen und naturwissenschaftlichem Erklärungsmodell (z. B. mithilfe eines Films „Es war einmal … Der Mensch – Eine neue Welt entsteht“) sowie der Bezug auf religiöse Texte. Die Schüler*innen analysieren Gemeinsamkeiten und Differenzen – z. B.: Schöpfergott oder Kreisprozess, Stellung des Menschen, Verhältnis Natur/Schöpfung. (vgl. Erarbeitungsaufgabe)
Philosophisches Gespräch / Ethik-Diskussion:
In der Phase des Philosophierens kann mit gezielten Impulsfragen über das Menschenbild, den Umgang mit Natur, Wert und Würde diskutiert werden (z. B. „Ist der Mensch mehr wert als ein Tier?“, „Wie gehen wir mit der Vielfalt der Menschen um?“). Wichtig ist klare Gesprächsregeln (z. B. aktiv zuhören, keine Wertung, Meinungsfreiheit), um einen respektvollen Austausch zu fördern. (vgl. Material)
Synthese / kreative Anwendung:
Abschließend entwickeln die Schülerinnen und Schüler zu zweit eine Schöpfungsgeschichte, die sie etwa einem achtjährigen Kind erzählen würden – sie wählen aus, welche Aussagen (Wert, Glauben, Verantwortung für die Natur) sie betonen. Im Anschluss geben sie sich gegenseitig Feedback, und die Lehrperson kann eine allgemeine Rückmeldung geben, ohne inhaltlich zu stark zu werten. (vgl. Beurteilung im Material)
Differenzierungsmöglichkeiten und Erweiterungen:
Für stärkere Lerngruppen kann eine zusätzliche Mythensammlung aus Herkunftskulturen der Schüler*innen eingebracht werden oder eigene Mythen aus Gegenwartskulturen (z. B. Popkultur).
Für schwächere Gruppen kann die UE durch unterstützende Materialien ergänzt werden (z. B. strukturierende Fragen, Glossar, Visualisierungen).
Als Vertiefung: Diskussion zu Kreationismus, Intelligent Design vs. Evolution, oder Lektüre/Analyse eines Mythos aus indigenen Kulturkreisen (vgl. Weiterführende Ideen im Material)
Einbindung in den katholischen RU / Bezug zu Glaubensthemen:
Der Unterricht kann gezielt den christlichen Schöpfungsbericht in seiner Bedeutung reflektieren (z. B. „Imago Dei“, Spannung Schöpfungsauftrag und Umweltverantwortung). Zugleich bleibt der Ansatz interkulturell und religionsübergreifend angelegt, sodass Schülerinnen und Schüler die religiöse Pluralität wahrnehmen und respektvoll lernen, unterschiedliche Weltdeutungen zu begegnen. Wichtig ist, die eigene Glaubensposition nicht aufzudrängen, sondern Raum für Dialog offen zu halten.
Zeitplanung und Medienbezug:
Das Material schlägt eine Gliederung der Unterrichtsphasen mit Zeitrahmen vor (z. B. Einstieg, Gruppenphasen, Film-Phase, Diskussion, Synthese). Der vorgeschlagene Film passt gut als visuelle Unterstützung der naturwissenschaftlichen Perspektive (im Material verlinkt: „Es war einmal … Der Mensch – Eine neue Welt entsteht“)
In digitalen Settings kann man ggf. einzelne Arbeitsblätter oder Teile der UE als PDF bereitstellen und mit digitalen Tools (z. B. Padlet, digitale Mindmaps) arbeiten.