Bei der Verwendung im Rahmen von RU-Digital (also im digitalen Religionsunterricht oder hybriden Setting) lassen sich verschiedene methodische Gestaltungsmöglichkeiten sinnvoll kombinieren:
Phasierung und digitale Arbeitsaufträge: Teile die Einheit in digitale Phasen (z. B. Impuls – Erarbeitung – Reflexion) und gib den Schülerinnen und Schülern klar strukturierte digitale Arbeitsblätter oder Aufgaben, die sie einzeln oder in Gruppen bearbeiten.
Differenzierung & Niveaustufen: Stelle differenzierte Textfassungen bereit (z. B. einfache Version, erweiterte Version) und optionale Zusatzaufgaben für leistungsstärkere SuS, um heterogenes Niveau zu berücksichtigen.
Wechsel von Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit: Einzellernen (z. B. Lesen, Reflexion), anschließender Austausch zu zweit (z. B. „Was hat mich überrascht?“), und abschließend Gruppendiskussion oder Plenumspräsentation.
Digitale Tools & Methoden:
• Nutze kollaborative Tools (z. B. Etherpad, Google Docs, Padlet) für gemeinsame Notizen und Gedankenprotokolle.
• Setze (bei Verfügbarkeit) interaktive Elemente ein (z. B. Quiz, kurze Online-Umfragen, digitale Karten).
• Baue digitale Rückmeldeschleifen ein (z. B. ein anonymes Feedbackstool, Kurzreflexion per Chat oder Forum).
Impulse und Visualisierung: Zu Beginn kann ein religiöses Symbol oder Bild digital projiziert werden (z. B. ein Kunstwerk, ein Zeichen) zur Aktivierung des Vorwissens. Ebenso können Karten, Zoom-Screenshots oder Folien eingesetzt werden.
Sprachliche Unterstützung: Da der Zugang zu religiöser Sprache oft eine Hürde darstellt, ermutige SuS, unbekannte Begriffe gemeinsam zu klären (z. B. Glossar digital führen).
Reflexion & Transfer: Am Ende der Einheit sollten die SuS eine persönliche Stellungnahme oder einen kurzen digitalen Impuls (z. B. über ein Padlet oder eine abgeschlossene Fragebogenliste) verfassen: „Was habe ich über Religion gelernt, was nehme ich mit?“ Außerdem kann ein Transfer auf das eigene Lebensumfeld (z. B. religiöse Vielfalt in der Klasse, Gemeinde oder Stadt) angeregt werden.
Lernkontrolle & Feedback: Abschließend kann eine kurze digitale Mini-Überprüfung oder ein Quiz durchgeführt werden oder ein Rückmeldebogen, in dem SuS benennen, was ihnen besonders klar wurde oder wo noch offene Fragen bestehen.
Zeitplanung & Flexibilität: Plane realistischerweise Zeit für Austausch und Erklärungen ein – digitale Settings brauchen oft zusätzliche Zeit für technische Abläufe.
Hinweis auf sensiblen Umgang: Da Themen religiöser Unterschiedlichkeit emotional besetzt sein können, ist eine vertrauensvolle Gesprächskultur nötig. Stelle Impulsfragen ein, die respektvollen Dialog fördern („Was überrascht mich?“, „Was kann ich nicht sofort verstehen?“).
Anbindung an Lehrplan und Kompetenzen: Diese UE lässt sich gut an Kompetenzen des religiösen Urteilens, des interreligiösen Verständnisses und der Reflexion über eigene Vorurteile anschließen. (Im Lehrplan vieler Bundesländer gibt es Vorgaben zum Umgang mit religiöser Vielfalt und religiösem Pluralismus.)