Erfahrungsorientierter Zugang: Pilgern ist zunächst etwas Praktisches, Erlebnisbezogenes. Kinder haben oft schon Erfahrungen mit Wanderungen, Ausflügen, Wallfahrten oder geistlichen Wegen – diese können als Ausgangspunkt dienen.
Bewegung und Spiritualität verbinden: Pilgern kann als Metapher dienen: Lebensweg, Suche nach Sinn und Gott, Unterwegssein mit Gott. Das passt gut zu Themen wie Glaube, Hoffnung, Freiheit und Veränderung.
Vorbildfunktion von Heiligen: Die Heilige Eugenia wird vorgestellt als Beispiel dafür, wie Menschen in der Geschichte ihren Glauben nicht versteckt haben, sondern mutig gelebt haben, auch unter schwierigeren Umständen. Solche Biografien können helfen, Glauben konkret und nachvollziehbar zu machen.
Symbolische Elemente nutzen: Symbolik wie Jakobsmuschel, Pilgerstock etc. bieten gute Zugänge für bildhafte und kreative Arbeit. Kinder verstehen über Symbole leichter abstraktere Ideen wie „Sehnsucht“, „Ziel des Lebens“, „Weg & Ankunft“.
Methodische Hinweise:
Einstieg / Impuls: Beginnen z. B. mit persönlichen Erfahrungen: Wer war schon einmal auf einem Weg, der länger als üblich war (Wanderung, Wallfahrt, Pilgertour)? Wie war das Unterwegssein? Oder ein Bild von einer Pilgerroute zeigen – was fällt auf?
Textarbeit / Vorlesephase: Abschnitte aus dem Magazin vorlesen (z. B. Erfahrungsbericht, Bericht über bekannte Pilgerorte, Symbol Jakobsmuschel) und im Kreis darüber sprechen: Was heißt „unterwegs sein mit Gott“? Worin liegt der Unterschied zwischen bloßem Wandern und Pilgern?
Gruppenarbeit / Stationenarbeit:
Station „Symbole des Pilgerns“ – Jakobsmuschel, Pilgerstock, Herbergen etc. – ihre Bedeutung erarbeiten.
Station „Eugenia als Vorbild“ – ihre Biografie lesen, ihre Entscheidungen herausarbeiten: Was bedeutete Mut für sie? Was kostet es, Glauben zu leben?
Station „Pilgerwege in Deutschland & weltweit“ – Kartenarbeit, Recherche digital: Wo gibt es in der Region Pilgerwege? Virtuelle Pilgerroute nach Santiago de Compostela etc.
Kreative Umsetzung:
Basteln: z. B. Lavendelzapfen, Pilgerbroschen, eigene Pilger-Rucksäcke gestalten, Symbolkarten.
Ritualgestaltungen: Ein Pilgerweg in der Kirche oder Gemeinde nachstellen (Stationen, kurze Gebete, Pausen).
Digitale Ergänzungen (ru-digital):
Ein Online-Quiz oder interaktives Spiel zu Pilgerwegen und Symbolen.
Virtuelle Exkurse zu Pilgerorten, z. B. über Videos, virtuelle Rundgänge von Wallfahrtskirchen.
Digitale Tagebuchübungen: Kinder dokumentieren einen persönlichen Weg (Urlaub, Ausflug, Lebensweg), reflektieren, was sie unterwegs erlebt haben.
Reflexion & Transfer:
Gespräch oder Schreibaufgabe: „Welche Sehnsucht habe ich? Wohin fühle ich mich unterwegs mit Gott?“
Was bedeutet es, dass wir im Glauben auch Wege gehen müssen – auch wenn sie manchmal anstrengend sind?
Wie kann Pilgern heute aussehen? Auch ohne lange Reise – z. B. innere Pilgerwege, Besinnung, Alltagspausen.
Differenzierung:
Für jüngere Kinder mehr Bildmaterial, einfache Sprache, praktische Aufgaben.
Für ältere Grundschüler Vertiefung: Texte zu biblischen Pilgererfahrungen (z. B. Exodus, Auf- und Rückweg Jesu), ethische Fragen zu Reise & Umwelt (Pilgern vs. Klimaschutz).
Zeitstruktur einer möglichen Unterrichtseinheit (90 Min):
Einstieg & Vorlesen / Impuls (ca. 15-20 Min)
Gruppen-/Stationenarbeit (ca. 30 Min)
Kreative Gestaltung oder Ritual (ca. 20 Min)
Reflexion, Austausch und Transfer (ca. 15-20 Min)
Einsatz im Jahreskreis: Die Sommerausgabe passt besonders gut in die Zeit zwischen Pfingsten und Erntezeit, in die Ferienzeit oder zu Gelegenheiten von Wallfahrten und Prozessionen. Sie kann auch mit Marienfesten verknüpft werden.