Didaktisch eignet sich das Medium besonders, um Schülerinnen und Schülern den Prozesscharakter der Reformation zu verdeutlichen: Luther wird nicht von Anfang an als „Held“ präsentiert, sondern als Suchender, der Antworten auf persönliche Glaubensfragen sucht und dabei in Konflikt mit kirchlicher Autorität gerät. Methodisch kann das Medium in einer Doppelstunde eingesetzt werden, um die Spannung zwischen persönlichem Gewissen, kirchlicher Tradition und gesellschaftlichen Folgen sichtbar zu machen. Empfehlenswert ist eine sequenzielle Arbeit: einzelne Filmabschnitte werden gezielt gestoppt und mit Arbeitsaufträgen verbunden (z. B. Analyse der 95 Thesen, Diskussion über Ablasspraxis, Reflexion über Luthers Verständnis von Freiheit und Gewissen). Ergänzend können die Schülerinnen und Schüler Quellen (Ausschnitte aus den Thesen oder Luthers Schriften) in Kleingruppen erarbeiten und im Anschluss in Beziehung zu den Filmsequenzen setzen. Auch eine kontroverse Diskussion – etwa in Form eines Rollenspiels mit den Positionen Luther, Tetzel, Papst Leo X. und einem „einfachen Christen“ – bietet sich an.