Für den Religionsunterricht eröffnet das Medium zahlreiche Zugänge. Methodisch eignet sich das Video gut, um historische Erfahrungen mit Seuchen in einen Dialog mit der Gegenwart zu bringen. Schülerinnen und Schüler können Parallelen zwischen den religiösen und gesellschaftlichen Deutungen von Krankheit im Mittelalter und in der Moderne ziehen und so ein Gespür für Kontinuitäten und Brüche entwickeln. Didaktisch bietet es sich an, das Video zunächst als Impuls einzusetzen, um das Thema „Krise und Deutung“ einzuführen. Anschließend können Arbeitsaufträge folgen, z. B. die Analyse der im Film dargestellten religiösen Reaktionen (Bußrituale, Sündenstrafen, Solidaritätspraktiken) und ein Vergleich mit heutigen Deutungen im Kontext von Corona. Auch ein Rollenspiel oder eine Debatte über die Frage „Welche Rolle sollte Religion in Krisenzeiten spielen?“ kann sich anschließen. Darüber hinaus lassen sich theologische Themen wie Theodizee, Leid, Hoffnung und Solidarität vertiefen. So wird das Video zu einem vielseitigen Werkzeug, um historische Perspektiven mit aktuellen Fragen und theologischer Reflexion zu verknüpfen.