Didaktisch eignet sich das Medium besonders, um Schülerinnen und Schüler mit der Tiefe augustinischer Gotteserfahrung vertraut zu machen. Der Zugang über den Begriff des „Genießens“ eröffnet einen lebensweltlichen Anknüpfungspunkt, da Genuss im Alltag eine vertraute, sinnliche Kategorie ist. Die Konfrontation mit der augustinischen Wendung hin zu Gott als dem einzigen, der wirklich erfüllenden Quelle des Genusses, lädt zu kritischer Reflexion über eigene Glücksvorstellungen und Sinnsuche ein. Methodisch bietet sich zunächst eine gezielte Erarbeitung zentraler Textstellen an, etwa durch arbeitsteilige Gruppenarbeit oder Text-Bild-Kombinationen, die Augustins Begriffe „uti“ und „frui“ visualisieren. Anschließend können im Plenum Transferfragen gestellt werden: Welche Dinge im Leben „gebrauchen“ wir, welche „genießen“ wir? Welche Rolle spielt Gott in diesem Zusammenhang? Als Vertiefung eignet sich ein meditatives Schreibgespräch, in dem die Lernenden ihre Gedanken zur Sehnsucht nach Gott und zu erfülltem Leben austauschen. Die Verbindung von philosophisch-theologischer Tiefe mit lebensnahen Fragestellungen macht das Medium für die Oberstufe besonders wertvoll.