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Religionen Podcast | Deutschlandfunk Kultur

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Exorzismus: Der Teufel erlebt einen Aufschwung

Veröffentlichung:15.9.2025

Das Audio „Den Teufel austreiben. Warum das Interesse an Exorzismus zunimmt“ beschäftigt sich mit der Frage, weshalb der Glaube an Dämonen, Besessenheit und Exorzismus auch in der Gegenwart wieder mehr Aufmerksamkeit erhält. Im Mittelpunkt stehen religionswissenschaftliche Einordnungen sowie die Beobachtung, dass Menschen in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit nach einfachen Erklärungen für Krankheit, Leid, persönliche Krisen oder politische Entwicklungen suchen. Das Audio erläutert, dass Exorzismus als religiöses Ritual in verschiedenen religiösen Traditionen vorkommt und beleuchtet die unterschiedlichen Positionen innerhalb der katholischen Kirche. Gleichzeitig wird deutlich, dass psychische Erkrankungen nicht vorschnell religiös gedeutet werden dürfen und eine sorgfältige Unterscheidung zwischen seelsorglicher Begleitung und medizinischer oder psychologischer Hilfe notwendig ist. Das Audio regt dazu an, den Umgang mit dem Bösen, mit Angst und mit religiösen Deutungsmustern kritisch zu reflektieren.

Der Audio-Beitrag „Exorzismus – Der Teufel erlebt einen Aufschwung“ (Deutschlandradio, 13:12 Minuten, Nicole Bauer, 2025) beschäftigt sich mit der zunehmenden Popularität von Exorzismuspraktiken und der Wiederbelebung des Glaubens an Dämonen in Teilen der katholischen Kirche. Die Sendung zeigt, dass Dämonenglaube einfache Erklärungen für komplexe Probleme wie Krankheit, Trauma oder gesellschaftliche Krisen anbietet und dass in manchen Regionen die Nachfrage nach Exorzismen wächst.

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Das Audio eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe in den Themenfeldern Bibel, Menschenbild, Gut und Böse, religiöse Weltdeutungen, Kirche sowie Glaube und Aberglaube. Aufgrund der sensiblen Thematik sollte das Audio erst mit Lernenden eingesetzt werden, die bereits über Grundkenntnisse christlicher Vorstellungen vom Bösen sowie über die Bedeutung symbolischer und metaphorischer Sprache verfügen.

Als Einstieg empfiehlt sich eine Sammlung von Vorstellungen zum Begriff Teufel. Dabei können Lernende unterscheiden, welche Bilder aus der Bibel, aus Filmen, aus sozialen Medien oder aus Erzählungen stammen. Anschließend formulieren sie Vermutungen darüber, weshalb Menschen auch heute noch an Dämonen oder Besessenheit glauben.

Während des Hörens notieren die Lernenden die im Audio genannten Gründe für das zunehmende Interesse am Exorzismus sowie die unterschiedlichen Sichtweisen der Fachleute. Dabei können sie herausarbeiten, welche Funktionen religiöse Deutungen in Krisensituationen übernehmen und weshalb einfache Erklärungen häufig besonders attraktiv erscheinen. Im anschließenden Unterrichtsgespräch sollten die Aussagen kritisch ausgewertet werden. Dabei ist hervorzuheben, dass psychische Erkrankungen medizinisch und psychologisch behandelt werden müssen und religiöse Deutungen eine fachliche Diagnose nicht ersetzen. Das Audio bietet dadurch eine gute Gelegenheit, die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse und verantwortungsvoller Seelsorge zu thematisieren.

Methodisch eignet sich das Audio für Partnerarbeit, Gruppenarbeit oder eine strukturierte Diskussion. Möglich sind auch eine Pro und Contra Debatte über die Frage, ob religiöse Rituale in Krisensituationen hilfreich sein können, oder eine Quellenarbeit zu biblischen Erzählungen von Heilungen und Dämonenaustreibungen Jesu. Dabei sollte deutlich werden, dass diese Texte in ihrem historischen und religiösen Kontext verstanden werden müssen. Ebenso kann das Audio genutzt werden, um über den Umgang mit Angst, Unsicherheit und der Suche nach Orientierung ins Gespräch zu kommen. Auf diese Weise werden religiöse Urteilskompetenz, Medienkompetenz, ethische Reflexionsfähigkeit sowie die Fähigkeit gefördert, zwischen religiösen Überzeugungen und wissenschaftlichen Erklärungsmodellen zu unterscheiden.


Für den katholischen Religionsunterricht bietet das Medium die Möglichkeit, sich kritisch mit biblischen Erzählungen vom Dämonischen (z. B. Gerasener Exorzismus) sowie mit der Geschichte und Gegenwart des Exorzismus auseinanderzusetzen. Methodisch eignet sich eine Kombination aus Hörimpuls und Bibelarbeit: Schüler:innen können die neutestamentliche Erzählung untersuchen, die historische Deutung von „Besessenheit“ reflektieren und Parallelen zu heutigen Vorstellungen ziehen. Diskussionsfragen wie „Welche Gefahren bergen Dämonenerklärungen?“, „Wie gehen wir heute mit psychischen Erkrankungen um?“ oder „Was bedeutet ‚Befreiung‘ im christlichen Sinn?“ ermöglichen eine Verbindung zur Lebenswelt der Lernenden. Ergänzend können Texte des kirchlichen Lehramts oder wissenschaftliche Stimmen zum Thema hinzugezogen werden.

Da Exorzismus, Dämonenglaube und die Deutung von Krankheit oder Trauma für Schüler:innen belastend oder beängstigend wirken können, sollte die Lehrkraft das Thema sensibel ansprechen. Eine klare Einordnung in den historischen und kulturellen Kontext ist wichtig, um Angst- oder Schuldvorstellungen zu vermeiden. Lehrkräfte sollten deutlich machen, dass psychische oder körperliche Erkrankungen nicht dämonisch zu deuten sind und bei Bedarf auf professionelle Hilfe hingewiesen werden. Es ist hilfreich, einen geschützten Gesprächsrahmen zu schaffen und Rückzugsmöglichkeiten sowie Beratungsangebote (z. B. Schulsozialarbeit, Seelsorge) zu benennen.


Fragestellungen zum Audio mit Antworten


1. Warum beschäftigt sich das Audio mit Exorzismus?

Es geht der Frage nach, weshalb das Interesse an Exorzismus und Dämonenglauben in der Gegenwart wieder zunimmt und welche gesellschaftlichen Entwicklungen dazu beitragen.


2. Welche Gründe werden für das wachsende Interesse genannt?

Das Audio erläutert, dass Menschen in Krisenzeiten häufig nach einfachen Erklärungen für Krankheit, Leid, persönliche Belastungen oder gesellschaftliche Konflikte suchen. Dämonenvorstellungen können solche einfachen Deutungen anbieten.


3. Was versteht man unter Exorzismus?

Exorzismus ist ein religiöses Ritual, mit dem nach religiöser Überzeugung böse Geister oder Dämonen aus Menschen oder anderen Bereichen vertrieben werden sollen.


4. Welche Haltung nimmt die katholische Kirche heute ein?

Die katholische Kirche geht mit Exorzismen zurückhaltend um. Vor einem möglichen Exorzismus sollen medizinische und psychiatrische Ursachen sorgfältig geprüft werden.


5. Warum ist die Unterscheidung zwischen psychischer Erkrankung und religiöser Deutung wichtig?

Weil psychische Erkrankungen fachkundige medizinische und psychologische Behandlung benötigen. Religiöse Erklärungen dürfen eine professionelle Diagnose oder Therapie nicht ersetzen.


6. Welche biblischen Bezüge lassen sich herstellen?

In den Evangelien wird mehrfach berichtet, dass Jesus Menschen heilt und Dämonen austreibt. Diese Erzählungen gehören zum Verständnis seines Heilungsauftrages und müssen in ihrem historischen und theologischen Zusammenhang gelesen werden.


7. Welche Kompetenzen werden durch die Arbeit mit dem Audio gefördert?

Die Lernenden erweitern ihr Wissen über religiöse Vorstellungen vom Bösen, reflektieren unterschiedliche Deutungen von Leid und Krankheit, entwickeln Urteilskompetenz und lernen, religiöse Aussagen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen in Beziehung zu setzen.


8. Welche Diskussionsfrage eignet sich für den Religionsunterricht?

Warum suchen Menschen gerade in unsicheren Zeiten nach einfachen Erklärungen für Leid und Krisen und welche Chancen und Grenzen besitzen religiöse Deutungen?

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