Für den Religionsunterricht eröffnet das Medium vielfältige didaktische Möglichkeiten: Es kann als Einstieg genutzt werden, um die Schülerinnen und Schüler mit der Bildsprache und Symbolik des Jüngsten Gerichts vertraut zu machen und erste Eindrücke, Emotionen und Deutungen zu sammeln. Methodisch empfiehlt sich die Arbeit mit Bildimpulsen, z. B. durch Standbilder, Partnerdialoge oder kreative Bildbeschreibungen. In einer vertiefenden Phase können die biblischen Grundlagen erarbeitet und mit der Darstellung im Medium verglichen werden. Dabei bietet sich ein Perspektivenwechsel an: Wie erleben die Gerechten, wie die Verdammten die Gerichtsszene? Ein weiterer methodischer Zugang ist die ethische Aktualisierung: Schülerinnen und Schüler setzen die Botschaft des Endgerichts in Beziehung zu Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Menschenwürde und persönlicher Verantwortung heute. Auch interreligiöse Bezüge sind möglich, indem es um Vorstellungen von Gericht und Jenseits in anderen Religionen geht. Das Medium eignet sich besonders für die Sekundarstufe I, kann aber mit vertieften theologischen Reflexionen auch in der Oberstufe verwendet werden.