Für den Religionsunterricht eröffnet das Medium vielfältige didaktische Zugänge. Es eignet sich besonders, um Schülerinnen und Schüler zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der existentiellen Frage „Warum gibt es das Böse?“ zu führen und dabei die Spannung zwischen theologischen Antworten und individuellen Erfahrungen bewusst zu machen. Methodisch bietet sich eine Kombination aus rezeptiven und aktiven Phasen an: Zunächst können zentrale Impulse des Mediums rezipiert werden, um anschließend in Kleingruppen kontrastierende Deutungen (z. B. Augustinus’ privatio boni vs. moderne theologische Krisenbewältigung) zu erarbeiten. In Diskussionen oder Rollenspielen können die Jugendlichen eigene Deutungsmuster mit den theologischen Traditionen vergleichen und kritisch hinterfragen. Besonders fruchtbar ist die Arbeit mit aktuellen Bezügen – etwa die Frage nach strukturellem Bösen, Gewalt in Medien oder Klimazerstörung –, um die Relevanz dogmatischer Reflexion für die Gegenwart erfahrbar zu machen. Eine abschließende Reflexionsrunde kann die Schülerinnen und Schüler anregen, persönliche Positionen im Spannungsfeld von Freiheit, Verantwortung und Erlösung zu entwickeln.