Didaktisch eignet sich das Medium hervorragend, um Schülerinnen und Schüler an die Frage nach einem verantworteten Handeln heranzuführen. Es macht deutlich, dass ethische Urteile nicht spontan oder willkürlich entstehen, sondern durch einen reflektierten Prozess, der verschiedene Ebenen – Gefühle, Vernunft, Werte, Regeln und Folgen – miteinander verbindet. Methodisch empfiehlt sich, das Medium zunächst gemeinsam anzusehen, um eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu schaffen. Anschließend können Arbeitsphasen folgen, in denen die einzelnen Schritte der Urteilsbildung in Kleingruppen auf konkrete Fallbeispiele angewandt werden. Eine Verbindung zu etablierten Modellen wie dem „ethischen Entscheidungsraster“ oder der katholischen Tradition (z. B. Gewissen, Tugendethik, Dekalog, Orientierung an der Nachfolge Jesu) ist naheliegend. Besonders gewinnbringend ist es, das Medium in problemorientierte Unterrichtssettings einzubetten, in denen Schülerinnen und Schüler eigene Wertekonflikte diskutieren, alternative Handlungsoptionen entwerfen und ihre Entscheidungen begründen müssen. So wird nicht nur die Urteilskompetenz, sondern auch die Fähigkeit zur Empathie und Perspektivübernahme gestärkt.