Didaktisch bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten für den Religionsunterricht, insbesondere in höheren Klassenstufen. Es ermöglicht den Lernenden, die komplexen Verflechtungen zwischen Glauben, sozialem Protest und politischer Ordnung zu erfassen. Lehrkräfte können das Medium einsetzen, um historische Quellenarbeit zu üben (z. B. Analyse der „Zwölf Artikel“ der Bauern), die Rolle von Theologen wie Martin Luther oder Thomas Müntzer kritisch zu beleuchten und Parallelen zu heutigen Fragen von Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Protest herzustellen. Methodisch eignen sich sowohl arbeitsteilige Gruppenarbeiten mit Quellen, die szenische Umsetzung von Konflikten zwischen Bauern und Obrigkeit, als auch die Reflexion in Form von Debatten: War der Bauernkrieg ein legitimer Versuch, die göttliche Ordnung gerechter zu gestalten? Darüber hinaus lassen sich Bezüge zu biblischen Vorstellungen von Gerechtigkeit und Ordnung herstellen (z. B. Exodus-Erzählungen, Prophetenworte, Bergpredigt). So fördert das Medium historisches Verständnis, religiöse Urteilskompetenz und die Fähigkeit, aktuelle gesellschaftliche Konflikte im Licht des Glaubens zu deuten.