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Religionen Podcast | Deutschlandfunk Kultur

Religionen Podcast | Deutschlandfunk Kultur

Äthiopiens Kaiser Haile Selassie – der Erlöser?

Veröffentlichung:24.8.2025

Das Audio des Deutschlandfunk Kultur setzt sich mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche und seinem Verhältnis zum Christentum auseinander. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Nietzsche tatsächlich nur als radikaler Gegner des christlichen Glaubens verstanden werden kann. Ausgehend von seiner berühmten Aussage „Gott ist tot“ zeigt die Sendung, dass sein Denken wesentlich durch seine christliche Erziehung und seine lebenslange Auseinandersetzung mit theologischen Fragen geprägt wurde. Die Theologin Christiane Tietz erläutert, weshalb Nietzsche trotz seiner scharfen Kritik an Kirche, Moral und Gottesvorstellungen das Christentum niemals vollständig hinter sich ließ. Seine Sprache, seine Denkweise und viele seiner philosophischen Ideen bleiben eng mit biblischen und christlichen Traditionen verbunden. Das Audio eröffnet damit einen differenzierten Blick auf einen der bedeutendsten Religionskritiker der Neuzeit und regt dazu an, das Verhältnis von Glaube, Philosophie und moderner Gesellschaft neu zu bedenken.

Das Medium beleuchtet die historische und religiöse Gestalt Haile Selassies (1892–1975), Kaiser von Äthiopien, der in der Rastafari-Bewegung als göttlicher Erlöser und Symbol afrikanischer Selbstbestimmung gilt. Es zeigt, wie seine politische Rolle – etwa als Verteidiger Äthiopiens gegen den italienischen Faschismus – in religiöse Deutungen überführt wurde, und macht deutlich, welche spirituelle Bedeutung er für die Rastafaris weltweit bis heute hat.



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Das Audio eignet sich besonders für den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe sowie für leistungsstarke Lerngruppen der Sekundarstufe. Es kann in den Themenbereichen Religionskritik, Gottesvorstellungen, Christentum und Moderne, Ethik, Philosophie sowie Glaube und Vernunft eingesetzt werden. Die Sendung ermöglicht den Lernenden, sich mit einer der einflussreichsten Stimmen der Religionskritik auseinanderzusetzen und zugleich zu erkennen, dass Kritik am Christentum häufig aus einer intensiven Beschäftigung mit dem Glauben selbst hervorgeht.

Als Unterrichtseinstieg bietet sich die Präsentation des Zitates „Gott ist tot“ an. Die Lernenden formulieren zunächst eigene Deutungen und tauschen sich darüber aus, welche Vorstellungen sie mit Friedrich Nietzsche verbinden. Anschließend hören sie das Audio mit gezielten Hör und Arbeitsaufträgen. Sie können beispielsweise herausarbeiten, welche biografischen Erfahrungen Nietzsche geprägt haben, welche Kritik er am Christentum formuliert und weshalb Christiane Tietz seine Philosophie als dauerhaft vom Christentum beeinflusst beschreibt.

Nach dem Hören empfiehlt sich eine gemeinsame Sicherung der Ergebnisse. Anschließend können die Lernenden zentrale Aussagen Nietzsches mit biblischen Aussagen über Gott, den Menschen und die christliche Ethik vergleichen. Besonders geeignet ist eine Gruppenarbeit, in der einzelne Gruppen unterschiedliche Aspekte bearbeiten, etwa Nietzsches Kritik an der christlichen Moral, seine Vorstellung vom Übermenschen, seine Sicht auf Jesus oder die theologischen Antworten auf seine Religionskritik. Die Ergebnisse können anschließend präsentiert und diskutiert werden.

Zur Vertiefung eignet sich eine Debatte über die Frage, ob Religionskritik den Glauben schwächt oder zu einem reflektierten Glaubensverständnis beitragen kann. Ebenso können die Lernenden untersuchen, welche Bedeutung Nietzsches Gedanken heute für Fragen nach Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde und Sinn besitzen. Das Audio fördert die Hörkompetenz, die Urteilskompetenz, die Argumentationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, philosophische und theologische Positionen kritisch miteinander zu vergleichen. Darüber hinaus unterstützt es die Lernenden dabei, unterschiedliche Weltanschauungen respektvoll zu beurteilen und die Bedeutung religiöser Fragen für die Gegenwart zu erkennen.

Für den katholischen Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige didaktische Zugänge: Lernende können anhand Haile Selassies die Verbindung von Geschichte, Politik und Religion reflektieren. Methodisch lässt sich die Auseinandersetzung über den Vergleich zwischen religiöser Verehrung in der Rastafari-Bewegung und christlicher Messiaserwartung anbahnen. Durch Textarbeit, Bildimpulse oder Musikbeispiele aus dem Reggae (z. B. Bob Marley) können Lernende erarbeiten, wie religiöse Hoffnung Ausdruck in Kultur und Kunst findet. Auch der Aspekt von Befreiung, Menschenwürde und Gerechtigkeit im Licht der biblischen Botschaft eröffnet Anknüpfungspunkte zu Themen wie Exodus, Prophetie oder Reich Gottes. Diskussionsformen wie Think-Pair-Share, kreative Aufgaben (Plakate, Podcasts, Rollenspiele) oder interkulturelle Vergleiche ermöglichen eine aktive, differenzierte und lebensweltnahe Erschließung.

Fragestellungen zum Audio mit Antworten


Warum gilt Friedrich Nietzsche als bedeutender Religionskritiker?

Nietzsche kritisierte das Christentum, weil er viele seiner Moralvorstellungen als lebenshemmend betrachtete. Gleichzeitig setzte er sich sein gesamtes Leben intensiv mit christlichen Glaubensfragen auseinander.


Was bedeutet die Aussage „Gott ist tot“?

Mit dieser Aussage beschreibt Nietzsche den Verlust der gesellschaftlichen Bedeutung des christlichen Glaubens. Er macht deutlich, dass viele Menschen ihre bisherigen religiösen Orientierungspunkte verloren haben und neue Werte finden müssen.


Warum blieb Nietzsche trotz seiner Kritik mit dem Christentum verbunden?

Das Audio zeigt, dass Nietzsche als Pfarrerssohn christlich geprägt wurde. Seine Sprache, seine Gedanken und viele seiner philosophischen Fragestellungen entstanden aus der intensiven Auseinandersetzung mit dem Christentum.


Welche Bedeutung hat der Übermensch in Nietzsches Philosophie?

Der Übermensch steht für einen Menschen, der eigene Werte entwickelt und Verantwortung für sein Leben übernimmt, ohne sich ausschließlich an traditionellen religiösen Vorstellungen zu orientieren.


Welche Bedeutung hat das Audio für den Religionsunterricht?

Das Audio ermöglicht den Lernenden, Religionskritik differenziert kennenzulernen und sie mit christlichen Glaubensaussagen in Beziehung zu setzen. Dadurch werden philosophische, ethische und theologische Kompetenzen gleichermaßen gefördert.


Welche Kompetenzen werden durch die Arbeit mit dem Audio gefördert?

Die Lernenden stärken ihre Hörkompetenz, ihre Urteilskompetenz, ihre Argumentationsfähigkeit sowie ihre Fähigkeit, unterschiedliche religiöse und philosophische Positionen sachlich zu vergleichen und kritisch zu reflektieren.

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