Seit den 1980er Jahren ist das religiöse Leben jedoch wieder erwacht. Eine zentrale Rolle spielt Wu Gong, Taufname Austin, dessen Familie seit sechs Generationen katholisch ist. Er wurde zum Verwalter und Katecheten der Gemeinde gewählt und sorgt seither nicht nur für die Organisation der kirchlichen Aktivitäten, sondern auch für seelsorgliche Begleitung und praktische Hilfe im Alltag. Durch eigene Lektüre und Austausch mit älteren Gläubigen bildet er sich theologisch weiter.
Die Dorfgemeinde ist heute zu über 80 % katholisch. Obwohl es seit Jahrzehnten keinen ortsansässigen Priester gibt, versammeln sich die Gläubigen regelmäßig zum Gebet. Höhepunkte sind Weihnachten und das Fest Mariä Himmelfahrt, zu denen gelegentlich Priester aus anderen Regionen anreisen. Dann übernehmen Wu Gong und andere die Übersetzung und Leitung der Feierlichkeiten.
Eine besondere Verbindung zur Missionsgeschichte ist der von Missionaren angelegte Weinberg, der für die Eucharistie von Bedeutung war. Wu Gong hat die Tradition des Weinbaus wiederbelebt und ist heute der „Meister der Trauben“ des Dorfes. So sind aus den von Missionaren eingeführten Pflanzen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch religiöse Früchte hervorgegangen.
Die Dokumentation verdeutlicht, dass die Missionsarbeit trotz der Unterbrechung durch Verfolgung und politische Umbrüche bis heute nachwirkt: Der Glaube ist lebendig geblieben und prägt das Gemeinschaftsleben der Menschen in Zishong nachhaltig.