Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenbereichen Kirche weltweit, Mission, Christentum in Asien, Glaubenszeugnis, Christenverfolgung, Gemeindeleben, Berufung sowie Hoffnung und Ausdauer im Glauben eingesetzt werden. Es eröffnet den Lernenden einen eindrucksvollen Einblick in das Leben einer katholischen Minderheit und zeigt, dass christlicher Glaube auch unter schwierigen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen lebendig bleiben kann.
Als Einstieg können die Lernenden überlegen, welche Voraussetzungen eine lebendige Kirchengemeinde benötigt und welche Bedeutung Priester, Katechetinnen und Katecheten sowie ehrenamtlich Engagierte für das kirchliche Leben besitzen. Während des Sehens können Arbeitsaufträge helfen, die Aufgaben von Wugong zu sammeln, die Herausforderungen der Gemeinde zu beschreiben und die Auswirkungen der Kulturrevolution auf das religiöse Leben zu erfassen.
Im anschließenden Unterrichtsgespräch bietet sich eine Auseinandersetzung mit der Frage an, wie christlicher Glaube ohne regelmäßige Eucharistiefeier und ohne dauerhaft anwesende Priester gelebt werden kann. Die Lernenden können untersuchen, welche Bedeutung Gebet, Gemeinschaft, Katechese und persönliches Glaubenszeugnis für die Gemeinde besitzen. Ebenso können sie darüber nachdenken, weshalb die Missionare bis heute Spuren hinterlassen haben und wie christliche Hoffnung über Generationen weitergegeben wird.
Darüber hinaus eignet sich das Video für einen Vergleich zwischen der Situation der Kirche in China und der eigenen Erfahrung von Kirche. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten und über Religionsfreiheit, Verantwortung für die Weltkirche und Solidarität mit verfolgten Christinnen und Christen nachdenken. Auch die Verbindung von Glaube und Kultur wird sichtbar, etwa durch tibetische Gesänge, Bräuche und Feste, die mit dem christlichen Glauben verbunden werden.
Methodisch bietet sich das Medium für Gruppenarbeit, Partnerarbeit oder projektorientiertes Lernen an. Einzelne Gruppen können die Themen Mission, Christenverfolgung, Gemeindeleben, Liturgie, Katechese, Religionsfreiheit oder Inkulturation bearbeiten und ihre Ergebnisse vorstellen. Ebenso können die Lernenden einen Brief aus der Perspektive eines Gemeindemitgliedes verfassen oder diskutieren, welche Bedeutung ehrenamtliches Engagement für das Leben einer Kirchengemeinde besitzt. Abschließend können sie überlegen, wie christliche Hoffnung Menschen auch in schwierigen Lebenssituationen trägt und welche Verantwortung jede und jeder Einzelne für die Gemeinschaft übernehmen kann.
Seit den 1980er Jahren ist das religiöse Leben jedoch wieder erwacht. Eine zentrale Rolle spielt Wu Gong, Taufname Austin, dessen Familie seit sechs Generationen katholisch ist. Er wurde zum Verwalter und Katecheten der Gemeinde gewählt und sorgt seither nicht nur für die Organisation der kirchlichen Aktivitäten, sondern auch für seelsorgliche Begleitung und praktische Hilfe im Alltag. Durch eigene Lektüre und Austausch mit älteren Gläubigen bildet er sich theologisch weiter.
Die Dorfgemeinde ist heute zu über 80 % katholisch. Obwohl es seit Jahrzehnten keinen ortsansässigen Priester gibt, versammeln sich die Gläubigen regelmäßig zum Gebet. Höhepunkte sind Weihnachten und das Fest Mariä Himmelfahrt, zu denen gelegentlich Priester aus anderen Regionen anreisen. Dann übernehmen Wu Gong und andere die Übersetzung und Leitung der Feierlichkeiten.
Eine besondere Verbindung zur Missionsgeschichte ist der von Missionaren angelegte Weinberg, der für die Eucharistie von Bedeutung war. Wu Gong hat die Tradition des Weinbaus wiederbelebt und ist heute der „Meister der Trauben“ des Dorfes. So sind aus den von Missionaren eingeführten Pflanzen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch religiöse Früchte hervorgegangen.
Die Dokumentation verdeutlicht, dass die Missionsarbeit trotz der Unterbrechung durch Verfolgung und politische Umbrüche bis heute nachwirkt: Der Glaube ist lebendig geblieben und prägt das Gemeinschaftsleben der Menschen in Zishong nachhaltig.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Wo spielt das Video?
Das Video spielt im tibetischen Grenzgebiet der chinesischen Provinz Yunnan und stellt mehrere katholische Dörfer vor, in denen der Glaube seit Generationen weitergegeben wird.
Welche Bedeutung haben die Missionare für die Gemeinde?
Die Missionare brachten den katholischen Glauben in die Region, errichteten Kirchen, übersetzten Gebete in die tibetische Sprache, unterstützten die Menschen im Alltag und legten damit den Grundstein für die heutige Gemeinde.
Wer ist Wugong und welche Aufgaben übernimmt er?
Wugong ist Gemeindeleiter und Katechet. Er organisiert Gebetsfeiern, besucht Kranke, unterstützt Bedürftige, bereitet kirchliche Feste vor und trägt Verantwortung für das religiöse Leben der Gemeinde.
Welche Folgen hatte die Kulturrevolution für die katholische Gemeinde?
Während der Kulturrevolution wurden religiöse Aktivitäten eingeschränkt, Missionare ausgewiesen und viele kirchliche Gegenstände zerstört oder beschlagnahmt. Dennoch blieb der Glaube in vielen Familien erhalten.
Wie lebt die Gemeinde ihren Glauben trotz Priestermangels?
Die Gläubigen treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Gebet, singen kirchliche Lieder, feiern die großen christlichen Feste und werden dabei von engagierten Gemeindemitgliedern begleitet.
Welche Bedeutung hat der Wein im Video?
Der Wein erinnert an die Arbeit der Missionare und besitzt eine besondere Verbindung zur Eucharistie. Gleichzeitig trägt der Weinbau heute zum Lebensunterhalt der Familien bei.
Welche Botschaft vermittelt das Video?
Das Video zeigt, dass christlicher Glaube auch unter schwierigen Bedingungen weitergegeben werden kann. Hoffnung, Gemeinschaft und persönliches Engagement lassen den Glauben über Generationen lebendig bleiben.
Welche Bedeutung hat das Video für den Religionsunterricht?
Das Video eröffnet den Lernenden Einblicke in die Weltkirche, macht die Bedeutung von Mission und ehrenamtlichem Engagement sichtbar und regt dazu an, über Religionsfreiheit, Glaubensweitergabe und christliche Verantwortung nachzudenken.