Für den katholischen Religionsunterricht bietet die Dokumentation eine wertvolle Grundlage, um sich mit den Themen Religionsfreiheit, Gewissensbildung und verantworteter Glaubenspraxis auseinanderzusetzen. Sie macht deutlich, wie religiöse Sprache und Symbole missbraucht werden können, um Menschen in Angst und Abhängigkeit zu halten. Dabei zeigt Simons Geschichte zugleich, wie wichtig kritisches Denken, Bildung und innere Freiheit sind, um sich solchen Strukturen zu entziehen. Gerade im Kontrast zwischen seinem familiären Umfeld und den Impulsen seiner Schule wird sichtbar, wie Glaube dann lebensdienlich wird, wenn er mit Freiheit und Verantwortung verbunden ist.
Im Unterricht eröffnet der Film die Möglichkeit, über die Merkmale sektenhafter Strukturen nachzudenken und diese mit dem zu vergleichen, was die Kirche unter gelebter Gemeinschaft versteht. Schülerinnen und Schüler können sich mit der Frage auseinandersetzen, was gesunde religiöse Praxis von manipulativer unterscheidet, und dabei Kriterien für einen verantworteten Glauben entwickeln. Die Beschäftigung mit biblischen Impulsen wie „Die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8,32) oder „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17) kann eine theologische Vertiefung eröffnen, die verdeutlicht, dass Glaube niemals in Unterdrückung und Zwang münden darf, sondern immer Befreiung und Würde zum Ziel hat. So kann die Auseinandersetzung mit der OCG nicht nur zur kritischen Aufklärung über die Gefahren von Sekten führen, sondern zugleich die religiöse Mündigkeit der Lernenden stärken und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Glaube und Vernunft, Freiheit und Verantwortung untrennbar zusammengehören.