Wichtige Stationen seiner Entwicklung waren der Kontakt zu Gebetsgruppen, der Einfluss von Schwestern, die ihn förderten, sowie die Inspiration durch das Leben des heiligen Don Bosco. Erst durch Freunde und persönliche Begegnungen begann er ernsthaft über eine priesterliche Berufung nachzudenken. Der Weg ins Priesterseminar war ein Prozess, der mit Freundschaft begann und schließlich zu einem klaren Ja zu Gottes Ruf führte.
Das Priesterseminar in Kasachstan besteht seit zehn Jahren und ist das einzige in Zentralasien. Es bildet Kandidaten aus Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan aus. Die Kirche dort ist vom Glauben her reich, materiell aber arm, weshalb sie auf die Unterstützung von Hilfswerken wie „Kirche in Not“ angewiesen ist. Berufungstage geben Jugendlichen Einblick in das Seminarleben und sollen helfen, den Glauben lebendig weiterzugeben – eine besondere Herausforderung in Ländern der ehemaligen Sowjetunion, wo Religion oft nicht im Alltag verankert ist.
Eine geistliche Berufung in Kasachstan erfordert besonderen Mut und missionarischen Geist, da Priester dort eine größere Verantwortung tragen als in traditionell katholischen Ländern. Der Berufene sieht seine Aufgabe darin, den Menschen Hoffnung und Freude zu bringen und ihnen zu zeigen, dass ihr Leben einen tieferen Sinn hat. Sein Ziel ist es, Christus in den kleinen Dingen treu zu bleiben, ehrlich und schlicht zu dienen und in allem Gott die Ehre zu geben.
Priestersein bedeutet für ihn nichts anderes, als Christus gegenwärtig zu machen – unabhängig von Nationalität oder Herkunft. Durch die Weihe und die Sakramente wird das priesterliche Leben geprägt und verwirklicht. Trotz Unsicherheit über die Zukunft schöpft er Hoffnung aus seinem Glauben und aus dem Vorbild anderer Priester, die zeigen, dass ein solcher Dienst nicht nur möglich, sondern auch Quelle tiefer Freude ist. Priestersein versteht er nicht als Last, sondern als Weg und als Leben, das Gott geschenkt ist.