Die ersten Schritte galten der Bildung: eine Vorschule und Alphabetisierungskurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Doch Bildung stößt auf Widerstände, da Kinder traditionell für die Feldarbeit oder das Hüten von Ziegen gebraucht werden und Eltern das geringe Schulgeld kaum aufbringen können. Auch Erwachsene nehmen Angebote nur zögerlich an. Dennoch versuchen die Schwestern, das Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung zu stärken.
Die Gumuz sind Animisten: Sie glauben an die Beseeltheit von Pflanzen, Tieren und Elementen sowie an Gottheiten wie Sonne, Wasser oder Ernte. Rituale und Feste spielen eine zentrale Rolle, besonders bei Todesfällen alter Menschen, die als Rückkehr zum Schöpfer gefeiert werden. Gleichzeitig herrschen Misstrauen, Rachebräuche und traditionelle Praktiken, etwa Polygamie oder Hexenglaube. Dies stellt die Missionarinnen vor große Herausforderungen.
Zentrale Arbeit leisten die Schwestern in der Gesundheitsversorgung. Die Klinik bietet medizinische Basisversorgung, Geburtshilfe, Impfungen und mobile Stationen in entlegene Dörfer. Traditionell müssen Frauen ihre Kinder allein im Wald zur Welt bringen, da Blut als Fluch gilt – ein Brauch, den die Schwestern abzuschaffen versuchen. Auch stoßen sie auf Spannungen zwischen moderner Medizin und dem Vertrauen in traditionelle Heilerinnen.
Ein landwirtschaftliches Programm vermittelt Grundlagen des Gemüse- und Obstanbaus, bisher unbekannt in der Region. Tomaten, Karotten und Salat dienen nicht nur der Ernährung, sondern auch als Vorbild für gesündere Lebensweisen, die die Gumuz nach und nach übernehmen.
Im Bereich der Evangelisierung setzen die Schwestern auf persönliche Begegnungen und Bibelunterweisung. Schritt für Schritt sprechen sie mit den Dorfbewohnern über Schöpfung, Taufe und das Leben Jesu. Manche stoßen dabei an kulturelle Grenzen, etwa wenn Adam und Eva als „weiße Menschen“ abgelehnt werden. Dennoch wächst das Interesse, besonders bei jungen Leuten, die Katechismus lernen und sich auf Sakramente vorbereiten. Geschichten wie die von Kain und Abel stoßen auf unmittelbares Verständnis und werden mit eigenen Erfahrungen von Gewalt und Rache verbunden.
Ein großes Anliegen der Schwestern ist der Bau einer Kirche, da bisher geeignete Räume für Gottesdienste fehlen. Trotz widriger Umstände – lange Wege, fehlende Straßen, Misstrauen und Traditionen – arbeiten sie Schritt für Schritt daran, Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und Glauben miteinander zu verbinden. Dabei betonen sie, dass ihr Wirken nur einen kleinen Teil ausmacht und dass es letztlich Gottes Gnade ist, die Veränderungen möglich macht.