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Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Österreich

Kosovo - Europas verborgene Katholiken

Veröffentlichung:8.5.2015

Das Video zeichnet ein eindrucksvolles Bild der katholischen Minderheit im Kosovo und ihrer wechselvollen Geschichte. Es beginnt mit der symbolischen Renovierung einer alten Kirche, die für die Bewohner nicht nur ein Bauwerk, sondern ein Zeichen des wiedergewonnenen Glaubens ist. Familien, die ihren christlichen Glauben über Jahrhunderte im Verborgenen – als sogenannte Krypto-Katholiken – praktizieren mussten, können heute ihre religiöse Identität frei leben. Kinder bereiten sich ohne Angst auf die erste Kommunion vor, und Priester besuchen Familien, die stolz ihre Rückkehr zur Kirche bezeugen.

Die Geschichte dieser „Chamäleons“, wie sie von ihren Nachbarn genannt wurden, reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück, als das Osmanische Reich den Islam mit Zwang und Druck verbreitete. Viele Kosovaren bekannten sich offiziell zum Islam, hielten aber im Verborgenen an katholischen Ritualen und Festen fest. Dieses Untergrundchristentum bewahrte die Hoffnung, eines Tages wieder öffentlich zum Glauben stehen zu können. Auch heute sind viele Familien religiös gemischt, wodurch Toleranz und Respekt gegenüber dem Glauben des anderen zur Überlebensnotwendigkeit wurden.


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Archäologische Funde und historische Dokumente belegen die tiefe Verwurzelung des Christentums in Albanien seit der Zeit des Apostels Paulus. Dennoch blieb die Betonung dieser Verbindung lange Zeit politisch unkorrekt. Erst mit der Unabhängigkeit des Kosovo 2008 wurde ein offenes Bekenntnis möglich. Die katholische Kirche zählt inzwischen rund 65.000 Gläubige, 47 Priester und über 100 Ordensschwestern, mit einem dynamischen Wachstum und einer hohen Zahl an geistlichen Berufungen.

Die Gesellschaft des Kosovo ist heute geprägt von einer Mischung aus Hoffnung und Herausforderungen. Einerseits gibt es große Armut und Arbeitslosigkeit, andererseits ist die Religionsfreiheit ein Fundament der nationalen Identität. Trotz muslimischer Mehrheit lebt die Bevölkerung weitgehend friedlich zusammen. Spannungen traten in den letzten Jahrzehnten nur durch den Einfluss radikaler islamischer Strömungen auf, die jedoch im Kosovo keinen tiefgreifenden Fuß fassen konnten.

Ein starkes Symbol der neuen katholischen Präsenz ist die Kathedrale in Pristina, die Mutter Teresa geweiht ist – einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die selbst aus albanischem Umfeld stammte. Große Wallfahrten, etwa zum Marienheiligtum von Letnica, wo auch Mutter Teresa betete, zeigen die Lebendigkeit des Glaubens. Dort versammeln sich jährlich zehntausende Katholiken aus dem Kosovo und den Nachbarstaaten.

Das Material macht deutlich: Die katholische Minderheit im Kosovo lebt eine Art Wiedergeburt. Viele fühlen sich nach ihrer Taufe endlich frei und sehen sich in der Tradition ihrer Vorfahren. Der christliche Glaube wird als Rückkehr, als Heimkehr erlebt – verbunden mit dem Wunsch nach Frieden, Toleranz und einem respektvollen Miteinander der Religionen im jungen Staat Kosovo.

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