Der Text erzählt die Lebensgeschichte von Pater Sebastian und die Entstehung der interreligiösen Bewegung „Silsilah Dialog“ auf den Philippinen. Ausgehend von seinen Erfahrungen in den 1970er-Jahren als Missionar in einer von Gewalt geprägten Region Mindanaos, entwickelte er die Überzeugung, dass nur Dialog zwischen Muslimen und Christen zu Vertrauen, Heilung und Frieden führen kann. Trotz Bedrohungen, Anschlägen und großen Rückschlägen – darunter die Ermordung von Mitstreitern – hielt Pater Sebastian an dieser Vision fest. Er gründete mit Weggefährten die Silsilah-Bewegung, die Spiritualität, interreligiöse Verständigung und soziales Engagement verbindet. Der Dialog wurde nicht als oberflächliches Gespräch verstanden, sondern als geistlicher Weg: Dialog mit Gott, mit sich selbst, mit dem anderen und mit der Schöpfung. Heute ist Silsilah ein Zentrum für Friedensarbeit mit Kursen, Schulprojekten, Programmen für Jugendliche und internationaler Ausstrahlung. Das Dorf der Harmonie symbolisiert diesen Ansatz und bietet Raum für gemeinsames Beten, Lernen und Arbeiten über Religionsgrenzen hinweg. Pater Sebastian sah seine Aufgabe darin, dass Christen bessere Christen und Muslime bessere Muslime werden – nicht, dass einer den anderen bekehrt. Sein Wirken macht deutlich, dass interreligiöser Dialog eine spirituelle Grundlage braucht, um Gewalt zu überwinden und langfristig Frieden zu stiften.