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Kirche in Not Österreich

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Kroatien: Aloisius Stepinac - Der unbeugsame Kardinal

Veröffentlichung:1.3.2016

Die Wahrheit, dass Kardinal Stepinac ein Märtyrer und ein Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit war, wurde im kommunistischen Jugoslawien bis 1990 unterdrückt, wenigstens von staatlicher Seite. Die Gläubigen dagegen verehrten ihn immer als Heiligen, und seine Nachfolger auf dem erzbischöflichen Stuhl traten auch in kommunistischer Zeit immer wieder dafür ein, dem Kardinal die geschuldete Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.


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Der Erzbischof von Zagreb, Alojzije Stepinac, war eine herausragende Gestalt der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert, dessen Leben und Wirken von den politischen Extremen seiner Zeit geprägt wurde. Schon früh bekannte er sich klar zur Würde jedes Menschen. Als er während des Zweiten Weltkriegs von Übergriffen auf die serbische Bevölkerung erfuhr, reagierte er mit einem scharfen Brief an den kroatischen Premierminister Ante Pavelić. Darin erklärte er unmissverständlich, dass solche Morde nach katholischer Moral nicht erlaubt seien und forderte Maßnahmen, damit kein einziger Serbe getötet werde, ohne dass eine Schuld nachgewiesen sei. Ohne den göttlichen Segen, so schrieb er, könne Kroatien nicht bestehen.

Stepinac wandte sich auch an seine Priester und wies sie an, Menschen, die sich in Todesgefahr befanden, aufzunehmen und zu schützen – selbst dann, wenn sie aus Angst zum Katholizismus konvertieren wollten. Er betonte, dass die orthodoxen Christen Brüder im Glauben seien und das Christentum seine Wurzeln im Judentum habe. Später würden jene, die aus Überzeugung konvertierten, in der Kirche bleiben, während die anderen zu ihrem Glauben zurückkehrten. Damit stellte er die Rettung von Menschenleben über formale Hürden und bekannte sich zu einem inklusiven Verständnis des Glaubens. Seine Predigten gegen den Faschismus und seine klaren Aussagen über die Gleichheit aller Menschen vor Gott machten ihn zu einem gefährlichen Gegner des Regimes.

Nach dem Krieg stellte er sich ebenso entschieden gegen den Kommunismus. Tito bot ihm eine Zusammenarbeit an, wenn er sich vom Papst distanzieren würde. Stepinac lehnte kompromisslos ab: Die Kirche Kroatiens sei unauflöslich mit Rom verbunden. Daraufhin wurde er 1946 in einem Schauprozess zu 16 Jahren Haft verurteilt. Der Prozess war nicht nur gegen ihn persönlich gerichtet, sondern wurde als Angriff auf die katholische Kirche insgesamt verstanden. Stepinac blieb standhaft, erklärte, sein Gewissen sei rein, und nahm die Strafe auf sich. Zunächst war er im Gefängnis von Lepoglava inhaftiert, später wurde er unter strenger Polizeiaufsicht in seiner Heimatstadt Krašić unter Hausarrest gestellt.

Trotz Isolation blieb er für die Gläubigen eine Quelle der Kraft. Seine Briefe aus dem Gefängnis und aus dem Hausarrest waren voller Ermutigung und Vertrauen auf Gott. Sie zeugen von einem tiefen Glauben, der ihn in den Jahren der Unterdrückung trug. Für viele Katholiken wurde er zur moralischen Instanz, die für Glaubensfreiheit, Menschenrechte und die Treue zur Kirche einstand. Am 10. Februar 1960 starb er unter bis heute nicht restlos geklärten Umständen. Viele Zeitgenossen waren überzeugt, dass er allmählich vergiftet wurde, da sein Tod kurz vor einer möglichen Entlassung erfolgte.

Schon kurz nach seinem Tod verehrten ihn die Gläubigen als Heiligen und Märtyrer. 1998 sprach Papst Johannes Paul II. ihn selig. Bis heute gilt Stepinac in Kroatien und darüber hinaus als Symbol für Standhaftigkeit, Zivilcourage und die unerschütterliche Treue zu den Grundsätzen des Glaubens. Seine Botschaft, dass jeder Mensch das Siegel Gottes in sich trägt und unveräußerliche Rechte hat, bleibt ein bleibender Auftrag für Kirche und Gesellschaft.

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