Mit der islamischen Expansion dehnte sich die Region auf große Teile Asiens, Afrikas und Südeuropas aus. Den Unterworfenen wurde dabei die Wahl gelassen: Konversion, Zahlung einer Kopfsteuer oder Krieg. Auch wenn viele Christen ihrem Glauben treu blieben, blieb der Islam prägend.
In der Gegenwart ist die arabische Halbinsel stark vom Islam bestimmt, zugleich aber durch Migration zu einem Ort wachsender christlicher Minderheiten geworden. Millionen von Arbeitskräften aus aller Welt bringen ihre Religionen mit, sodass christliche Gottesdienste vielerorts überfüllt sind und in zahlreichen Sprachen und Riten gefeiert werden. Dennoch bestehen deutliche Einschränkungen: Ein Übertritt vom Islam zu einer anderen Religion ist verboten, ebenso missionarische Aktivitäten und der sichtbare Bau neuer Kirchen. Besonders strenge Beschränkungen herrschen in Saudi-Arabien.
Die soziale Realität ist von großen Gegensätzen geprägt. Gastarbeiter bilden die Basis der Wirtschaft, leben jedoch oft unter harten Bedingungen: in Arbeitslagern, bei 12-Stunden-Schichten, ohne gewerkschaftliche Rechte und häufig mit eingezogenen Pässen. Es herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der einheimische Bürger zahlreiche Privilegien genießen, während Migranten rechtlos bleiben. Einsamkeit, zerbrochene Familien und fehlende Absicherung verstärken die sozialen Probleme.
Trotz dieser Einschränkungen blüht das kirchliche Leben in vielen katholischen Gemeinden. Die Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Riten stellt dabei eine Herausforderung dar, zugleich aber auch eine Chance, Einheit in Vielfalt zu leben. Die Zahl der Katholiken wächst stetig – auf insgesamt etwa drei Millionen in der Region, auch wenn es nur rund zwanzig Kirchen gibt, die diesen Bedarf decken müssen.