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Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Österreich

Magadan: Spielplatz des Teufels

Veröffentlichung:26.8.2015

Das Video beschreibt die Geschichte der sibirischen Hafenstadt Magadan, die während der Sowjetzeit das Verwaltungszentrum der Gulags in der Kolyma-Region war. Viele waren von Stalin verbannte Christen. Hier starben zwischen 1932 und 1954 Hunderttausende Gefangene durch Hunger, Erfrieren, Erschöpfung oder Exekution. Viele Massengräber belegen das Leid, das durch Zwangsarbeit für den Bergbau an Gold und Edelmetallen entstand. Ursprünglich sollten Kriminelle die Arbeit leisten, doch bald wurden auch politische Gegner, Intellektuelle und schließlich Christen deportiert. Die Haftbedingungen waren katastrophal: 12-Stunden-Arbeitstage, Hunger, Kälte und Gewalt führten zu einer durchschnittlichen Lebenserwartung von nur wenigen Monaten. Die genaue Zahl der Opfer ist bis heute unbekannt, da Archive nicht geöffnet wurden.


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Nach dem Ende der Sowjetunion begann ein Prozess der Aufarbeitung. Ab 1989 wirkte der katholische Priester Pater Michael in Magadan, nachdem er von der Kirche dorthin gesandt wurde. Trotz anfänglicher Angst folgte er seiner Berufung und gründete eine lebendige Gemeinde, die von „Kirche in Not“ unterstützt wurde. Er kümmerte sich besonders um die letzten Überlebenden der Gulags, die lange Zeit geschwiegen hatten – oft sogar vor ihren eigenen Familien. Durch regelmäßige Treffen konnten sie ihre Erfahrungen teilen, sich wiedererkennen und beginnen, ihr Leben aufzuarbeiten.

Zeitzeugen berichten von grausamen Erfahrungen: Transporten durch die Taiga bei minus 50 Grad, Zwangsarbeit beim Holzfällen unter Hunger und Misshandlungen, nächtlichen Schikanen durch Wärter und Lagerleiter, die gezielt Leiden verursachten. Trotz dieser unmenschlichen Bedingungen hielten viele Gefangene am Gebet fest, oft still, um nicht entdeckt zu werden. Es half ihnen, Hoffnung zu bewahren und nicht in Bitterkeit zu verharren. Am Ende überlebten viele nur durch ihre Fähigkeit zu beten, zu vergeben und auf Gott zu vertrauen.

Magadan steht symbolisch für das Leid der Gulag-Opfer – aber auch für deren spirituelle Widerstandskraft und die heutige Arbeit der Kirche, dieses Erinnern und Heilen möglich zu machen.

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