RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
TerraX | ZDF

TerraX | ZDF

Gott und die Mächtigen - Wie verändern Religionen die Welt?

Veröffentlichung:16.7.2025

Die Dokumentation aus der Reihe Macht der Götter – Weltgeschichte der Religionen mit Christopher Clark untersucht das spannungsreiche Verhältnis von Religion und politischer Macht. Ausgehend von historischen Ereignissen zeigt der Film, wie Religionen über Jahrhunderte Herrschaft legitimiert, Konflikte beeinflusst und zugleich Frieden, Hoffnung und Orientierung gestiftet haben. Die Dokumentation führt durch die Zeit der Reformation, den Dreißigjährigen Krieg, die Aufklärung und die Französische Revolution bis in die Gegenwart. Dabei werden religiöser Fundamentalismus, Nationalismus und die politische Instrumentalisierung von Religion ebenso thematisiert wie interreligiöser Dialog, religiöse Freiheit und die Suche vieler Menschen nach Spiritualität. An Beispielen aus Europa, Russland, den USA und der islamischen Welt wird deutlich, dass Gewalt und Konflikte häufig nicht allein religiöse Ursachen haben, sondern eng mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen verbunden sind. Gleichzeitig zeigt der Film, dass Religionen immer wieder Impulse für Versöhnung, Frieden und den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen geben können.

Die Terra X-Dokumentation Gott und die Mächtigen – Wie verändern Religionen die Welt? nimmt die politische Rolle von Religionen in Geschichte und Gegenwart kritisch in den Blick. Der Historiker Christopher Clark zeigt, wie Religion seit jeher sowohl zur Legitimation von Macht als auch zur Mobilisierung für Kriege genutzt wurde. Am Beispiel der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges, des sowjetischen Atheismus oder der Rolle der russisch-orthodoxen Kirche in der Gegenwart wird deutlich, wie tief Religion und Politik miteinander verflochten sein können. Auch der Einfluss evangelikaler Strömungen auf politische Bewegungen, etwa in den USA, wird thematisiert.

Gleichzeitig stellt die Dokumentation die spirituelle und friedensstiftende Dimension von Religionen heraus. In Projekten wie interreligiösen Gotteshäusern oder Dialoginitiativen zeigt sich, dass Religion auch Räume des Zusammenhalts, der Hoffnung und der Versöhnung schaffen kann. Zwischen politischem Missbrauch und glaubwürdiger Friedensethik bewegt sich das spannungsreiche Feld, das die Dokumentation beleuchtet.


Products

Die Dokumentation eignet sich besonders für den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe sowie ab Jahrgangsstufe 10 in der Sekundarstufe. Sie eröffnet vielfältige Möglichkeiten, das Verhältnis von Religion, Politik und Gesellschaft aus historischer und ethischer Perspektive zu reflektieren. Als Einstieg können Lernende aktuelle Beispiele sammeln, in denen Religion in politischen Debatten oder Konflikten eine Rolle spielt. Während der Filmsichtung empfiehlt sich ein Beobachtungsauftrag zu den unterschiedlichen Funktionen von Religion, etwa als Legitimation von Herrschaft, als Quelle von Trost, als Grundlage gesellschaftlicher Werte oder als Mittel politischer Instrumentalisierung. Im Anschluss können historische Beispiele wie die Reformation, der Dreißigjährige Krieg oder die Französische Revolution analysiert und mit gegenwärtigen Entwicklungen verglichen werden. Ebenso bietet sich eine kritische Auseinandersetzung mit religiösem Fundamentalismus, religiöser Freiheit und dem Verhältnis von Staat und Religion an. Biblische Bezüge ergeben sich insbesondere zu Jesu Aussagen über Macht und Verantwortung, zur Feindesliebe, zur Friedensethik sowie zum Verhältnis von göttlicher und weltlicher Autorität. Methodisch eignen sich Podiumsdiskussionen, Debatten, Quellenanalysen, Gruppenpuzzle, Rollenspiele, Karikaturenanalysen oder die Bearbeitung aktueller Fallbeispiele aus Politik und Gesellschaft. Die Dokumentation fördert historisches Denken, ethische Urteilsfähigkeit, Perspektivwechsel sowie die Fähigkeit, religiöse und politische Zusammenhänge differenziert zu beurteilen.

Für den katholischen Religionsunterricht eignet sich dieser Film besonders für die Sekundarstufe II, kann aber – in Teilen – auch schon ab Klasse 9 eingesetzt werden. Er eröffnet einen kritischen und differenzierten Zugang zu Themen wie Religion und Gewalt, Glaube und Politik, Säkularisierung, religiöser Extremismus, interreligiöser Dialog und Friedensverantwortung.

Didaktisch bietet die Dokumentation zahlreiche Möglichkeiten: Die Schülerinnen und Schüler können Beispiele für den Missbrauch von Religion analysieren, eigene Stellungnahmen entwickeln oder biblisch-theologische Grundlagen für eine friedliche Glaubenspraxis erarbeiten. Auch ethische Fragen nach Gewissen, Verantwortung und Zivilcourage werden berührt. Der Film regt zur Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen an und fordert auf, den Glauben als Kraftquelle für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu begreifen.

Gott und die Mächtigen ist ein herausfordernder, gut erzählter Beitrag zur politischen Dimension von Religion – und gleichzeitig ein Impuls für junge Menschen, Verantwortung im Glauben zu entdecken und Religion nicht nur kritisch zu hinterfragen, sondern auch als Quelle für Hoffnung und aktives Handeln zu verstehen.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


Warum spielen Religionen in der Politik bis heute eine wichtige Rolle?

Religionen vermitteln Werte, stiften Identität und können gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Gleichzeitig werden sie von politischen Akteuren immer wieder genutzt, um Herrschaft zu legitimieren oder politische Ziele zu unterstützen.


Welche historischen Beispiele nennt das Video für das Zusammenspiel von Religion und Macht?

Die Dokumentation behandelt unter anderem die Reformation, den Dreißigjährigen Krieg, die Aufklärung, die Französische Revolution sowie moderne Beispiele aus Russland, den USA und der islamischen Welt.


Ist Religion die eigentliche Ursache von Kriegen?

Das Video zeigt, dass religiöse Konflikte häufig mit politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Interessen verbunden sind. Religion dient dabei oft als Begründung oder Legitimation, ist jedoch selten die einzige Ursache von Gewalt.


Was versteht man unter religiösem Fundamentalismus?

Fundamentalismus beschreibt eine besonders strenge und ausschließliche Auslegung religiöser Überzeugungen. Problematisch wird er, wenn Religion zur Rechtfertigung von Gewalt, Unterdrückung oder politischem Extremismus missbraucht wird.


Welche positiven Wirkungen von Religion zeigt die Dokumentation?

Religion kann Menschen Trost, Hoffnung, Orientierung und Gemeinschaft schenken. Außerdem fördert sie vielerorts den interreligiösen Dialog und den Einsatz für Frieden und Versöhnung.


Welche Bedeutung hat das Projekt House of One?

Das Projekt steht beispielhaft für den Dialog zwischen Judentum, Christentum und Islam. Es zeigt, dass unterschiedliche Religionen gemeinsam für gegenseitigen Respekt und friedliches Zusammenleben eintreten können.


Welche Bezüge ergeben sich für den Religionsunterricht?

Die Dokumentation regt zur Auseinandersetzung mit Frieden, Gerechtigkeit, Verantwortung, religiöser Freiheit, Menschenwürde und dem Verhältnis von Religion und Staat an. Sie unterstützt die Entwicklung einer reflektierten Haltung gegenüber religiösen und politischen Fragestellungen.


Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video?

Religion besitzt eine große gesellschaftliche Gestaltungskraft. Sie kann sowohl zur Legitimation von Macht und Konflikten missbraucht werden als auch Frieden, Hoffnung und Versöhnung fördern. Entscheidend ist, wie Menschen ihren Glauben verstehen und leben.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.3 Königtum und Prophetie. Macht und Kritik.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.