RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
young caritas

young caritas

Was wir fair kaufen?!

Veröffentlichung:8.7.2025

Der Unterrichtsentwurf „Fairkaufen“ von youngcaritas Deutschland bietet Jugendlichen ab etwa 15 Jahren eine kritische, kreative und reflexive Auseinandersetzung mit globalen Wirtschafts- und Konsummechanismen, insbesondere im Lebensmittelbereich. Im Mittelpunkt steht die provokante Inszenierung eines fiktiven Unternehmens namens Agraprofit, das auf einem Wochenmarkt mit bewusst „unfairen“ Methoden wirbt und damit auf ironische Weise reale Missstände der globalen Landwirtschaft offenlegt.

Das Unterrichtsmaterial „Was wir fair kaufen?! Die vermeintliche Firma Agraprofit mischt den Markt ungeniert mit unfairen Methoden auf“ von youngcaritas thematisiert die Zusammenhänge zwischen Konsum, globalem Handel und fairen Produktionsbedingungen. Ausgangspunkt ist ein Film über die fiktive Firma Agraprofit, deren Verkäufer offen für Massentierhaltung, Kinderarbeit, Umweltzerstörung, Monokulturen, schlechte Arbeitsbedingungen und die Missachtung von Menschenrechten werben. Die überraschende Wendung besteht darin, dass die angebotenen Produkte tatsächlich fair und ökologisch hergestellt wurden. Die Aktion macht deutlich, wie Werbestrategien funktionieren und regt dazu an, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen. Im Mittelpunkt stehen die Begriffe fair, kontrolliert und nachhaltig sowie die Frage nach Verantwortung beim Einkauf von Lebensmitteln.

Products

Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den Unterricht in Ethik, Politik, Geographie und Wirtschaft. Die Unterrichtseinheit eröffnet einen lebensweltorientierten Zugang zu Fragen globaler Gerechtigkeit, nachhaltigen Konsums und christlicher Verantwortung für Mensch und Schöpfung. Der Einstieg über den Film erzeugt Irritation und motiviert die Lernenden dazu, eigene Vorstellungen von fairem Handel, Werbung und Konsumentscheidungen zu überprüfen. In einer anschließenden Diskussion analysieren sie die Werbestrategien der vermeintlichen Firma und setzen sich mit den Auswirkungen globaler Produktionsbedingungen auf Menschen und Umwelt auseinander.

Im weiteren Verlauf recherchieren die Lernenden in Gruppen Informationen zu ausgewählten Produkten wie Kaffee, Schokolade, Bananen, Eiern oder Wurst. Auf dieser Grundlage entwickeln sie eigene Werbekampagnen für fair und ökologisch produzierte Lebensmittel und präsentieren ihre Ergebnisse der Klasse. Dabei setzen sie sich intensiv mit den Kriterien des fairen Handels, nachhaltiger Landwirtschaft und verantwortungsbewusstem Konsum auseinander. Durch die Präsentationen und die anschließende Kaufentscheidung reflektieren die Lernenden, welche Argumente ihr eigenes Konsumverhalten beeinflussen. In einer abschließenden Reflexionsphase vergleichen sie die unterschiedlichen Werbestrategien und arbeiten die Unterschiede zwischen gewinnorientierter Werbung und einer an Nachhaltigkeit orientierten Kommunikation heraus.

Im Religionsunterricht bietet das Material zahlreiche Anknüpfungspunkte zur christlichen Sozialethik, zur Bewahrung der Schöpfung sowie zu den Themen Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität. Biblische Impulse zu Verantwortung, Nächstenliebe und gerechtem Handeln können mit aktuellen Fragen des Welthandels und des Konsums verbunden werden. Das Medium fördert Urteilsfähigkeit, Medienkompetenz, Perspektivwechsel und die Bereitschaft, das eigene Konsumverhalten kritisch zu reflektieren und verantwortungsvolle Entscheidungen im Alltag zu treffen.

Der Einstieg erfolgt über ein Video, das die aggressive Verkaufsstrategie von Agraprofit zeigt: günstige Preise, offene Ausbeutung von Mensch und Umwelt, aggressive Werbung – scheinbar ganz im Sinne eines durchökonomisierten Marktes. Doch der Clou: Die Produkte, die verkauft werden, sind in Wahrheit fair und ökologisch hergestellt. Ziel der Aktion ist es, durch Übertreibung und Irritation kritisches Denken und Konsumbewusstsein bei Jugendlichen zu wecken.

Im Unterricht entwickeln Lernende in Kleingruppen neue Werbestrategien für die Produkte von Agraprofit – diesmal aus einer ethisch-nachhaltigen Perspektive. Sie gestalten Plakate, formulieren Werbeslogans und reflektieren anschließend, wie sich faire Werbung von rein profitorientierten Strategien unterscheidet. Durch Präsentationen und eine anschließende Abstimmung wird deutlich, welche Botschaften überzeugen und wie Werbung unsere Kaufentscheidungen beeinflusst.

Im katholischen Religionsunterricht knüpft dieser Impuls an zentrale ethische Fragen an: Gerechtigkeit, Menschenwürde, Verantwortung und Schöpfungsbewahrung. Die Auseinandersetzung mit Produktionsbedingungen, Konsumverhalten und globaler Solidarität ermöglicht einen fundierten Zugang zur katholischen Soziallehre, insbesondere zur Option für die Armen, zum Gemeinwohl und zur Verantwortung für die Mitwelt. Der kreative Zugang über Werbung und Rollenspiel fördert zugleich Medienkompetenz und ethische Urteilsfähigkeit.

Die Unterrichtseinheit ist für 90 Minuten konzipiert und eignet sich besonders für Projektarbeit, fächerverbindende Themen (z. B. Wirtschaft, Ethik, Politik) oder als Einstieg in eine vertiefte Beschäftigung mit Fairtrade, ökologischem Konsum und globaler Verantwortung.

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

young caritas

8.7.2025

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe I

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Weltweite Gerechtigkeit (Entwicklungsländer, Verschuldung)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.