Zentraler methodischer Ansatz ist der biografische Zugang: Ausgehend von realen Lebensgeschichten – etwa von Arbeitsmigrantinnen, Geflüchteten oder politischen Aktivistinnen – setzen sich die Lernenden mit historischen Entwicklungen und gegenwärtigen Herausforderungen auseinander. Die Materialien enthalten eine Vielzahl von Impulsen wie Audioquellen, Videos, Karten oder Textauszüge, die zur Gruppenarbeit, Diskussion oder szenischen Umsetzung anregen. Besonders betont wird das Arbeiten mit Originaltönen (Interviews) und narrativen Elementen, die Empathie fördern und historische Komplexität greifbar machen.
Die didaktische Struktur folgt meist einem viergliedrigen Aufbau: Nach einem motivierenden Einstieg mit Bild-, Audio- oder Textimpulsen folgt eine Phase der Erarbeitung, in der die Schüler*innen in Teams unterschiedliche Perspektiven und Materialien bearbeiten. Daran schließt sich eine Präsentations- und Austauschphase an – etwa durch Gallery Walks, Kugellager oder Rollenspiele –, bevor die Stunde in eine Reflexionsphase mündet, in der die Jugendlichen persönliche Bezüge, Urteile und Handlungsmöglichkeiten entwickeln. In längeren Sequenzen können auch komplexere Planspiele – etwa zur Weltklimakonferenz – durchgeführt werden.
Didaktisch zielen die Materialien auf die Förderung zentraler Kompetenzen: historisches und politisches Urteilsvermögen, Empathie, multiperspektivisches Denken, Partizipation und die Fähigkeit zur selbstständigen Reflexion. Dabei legen die Unterrichtseinheiten großen Wert auf Differenzierung: Je nach Lerngruppe gibt es vereinfachte oder herausfordernde Aufgabenstellungen, oft ergänzt durch Glossare oder unterstützende Impulsfragen. Die Rolle der Lehrkraft ist dabei weniger frontal als vielmehr moderierend und unterstützend angelegt.
Insgesamt bietet die Unterrichtseinheit eine vielschichtige, methodisch abwechslungsreiche und didaktisch fundierte Grundlage, um Jugendliche für Fragen gesellschaftlicher Vielfalt, demokratischer Teilhabe und globaler Verantwortung zu sensibilisieren. Sie verbindet historische Inhalte mit aktuellen Debatten und lädt zu einem aktiven, diskursorientierten Lernen ein, das sowohl kognitiv herausfordert als auch emotional anspricht.