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Religionen im Gespräch

Religionen im Gespräch

Was machen ezidische Wanderprediger

Veröffentlichung:22.11.2019

In diesem Gespräch erklärt Ilias Yanc, Vorsitzender des Landesverbands der Êzîden in Niedersachsen, die Rolle der Wandermystiker im Êzîdentum: die Qewwale. Diese religiösen Sänger und Prediger reisen traditionell von Dorf zu Dorf, um heilige Hymnen (Qewl) und sakrale Lieder vorzutragen, Riten zu begleiten und das religiöse Wissen in der Gemeinschaft zu bewahren. Ihre Musik dient nicht nur der Verehrung, sondern ist integraler Bestandteil der religiösen Identitätsvermittlung. Sie sind selbst nicht Priester, sondern kulturelle Bewahrer, die in besonderen Anlässen wie Festen, Gebeten oder Gedenktagen auftreten.

Das Medium beschäftigt sich mit der religiösen Tradition der jesidischen Wanderprediger und ihrer Bedeutung für den Erhalt des Glaubens in der Diaspora. Es wird erläutert, dass diese religiösen Würdenträger früher zwischen den verschiedenen jesidischen Siedlungsgebieten reisten, religiöse Feiern gestalteten, Glaubenswissen weitergaben und Spenden für das Hauptheiligtum sammelten. Durch Flucht, Vertreibung und die Auflösung der traditionellen Siedlungsgebiete hat sich ihr Aufgabenfeld verändert. Heute gewinnen die jesidischen Gemeinden in Deutschland zunehmend an Bedeutung, da die Wanderprediger auch hier religiöse Rituale begleiten, Trauerfeiern gestalten und die mündlich überlieferte Glaubenstradition bewahren. Das Medium macht deutlich, dass die Weitergabe des jesidischen Glaubens in besonderem Maße von diesen religiösen Würdenträgern abhängt und ihr Fortbestand eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der religiösen und kulturellen Identität der jesidischen Gemeinschaft ist.

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Das Medium eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht, um die Bedeutung religiöser Traditionen, religiöser Ämter und der Weitergabe von Glaubensinhalten zu erschließen. Die Lernenden erhalten Einblicke in eine in Deutschland noch wenig bekannte Religionsgemeinschaft und erkennen, welche Herausforderungen durch Migration, Flucht und Leben in der Diaspora entstehen. Das Medium bietet einen guten Ausgangspunkt, um über die Bedeutung religiöser Identität, Gemeinschaft und Spiritualität ins Gespräch zu kommen. Dabei kann gemeinsam erarbeitet werden, weshalb im Jesidentum die mündliche Überlieferung eine so große Rolle spielt und warum religiöse Würdenträger für die Bewahrung des Glaubens unverzichtbar sind. Ebenso lassen sich Vergleiche zu anderen Religionen ziehen, in denen Geistliche oder religiöse Lehrpersonen zentrale Aufgaben bei Gottesdiensten, Festen und der Glaubensvermittlung übernehmen. Methodisch eignet sich das Medium als Gesprächsimpuls, für Gruppenarbeiten oder für einen Vergleich unterschiedlicher Formen religiöser Tradition. Die Lernenden können diskutieren, welche Bedeutung religiöse Rituale für Menschen in der Diaspora besitzen und wie Religion zur Bewahrung kultureller Identität beiträgt. Darüber hinaus eröffnet das Medium Möglichkeiten, über Religionsfreiheit, Integration, den Schutz religiöser Minderheiten und den Wert religiöser Vielfalt in einer pluralen Gesellschaft nachzudenken. Die Lehrkraft sollte dabei die historische Verfolgung der Jesiden sowie ihre heutige Situation in Deutschland behutsam einordnen und die Bedeutung von Respekt gegenüber unterschiedlichen religiösen Traditionen hervorheben.


Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 3. Pluralität der Lebensformen: Dasein für andere und mit anderen.

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