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Kirche in Not

Kirche in Not

Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose

Veröffentlichung:7.6.2023

Das Video stellt das Leben von Christoph Probst vor, einem Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose, dessen Lebensgeschichte häufig im Schatten der Geschwister Scholl steht. Im Gespräch mit dem Historiker Jakob Knab werden die prägenden Stationen seines Lebens, seine schwierige Kindheit, seine Sinnsuche sowie seine Entwicklung zu einem überzeugten Gegner des nationalsozialistischen Regimes dargestellt. Besonderes Augenmerk gilt seinem christlichen Glaubensweg, seiner Freundschaft mit den Mitgliedern der Weißen Rose, seinem politischen Vermächtnis sowie seiner Taufe kurz vor der Hinrichtung. Das Video verdeutlicht, wie Gewissen, Verantwortung, Mut und Glaube einen Menschen dazu befähigen können, selbst unter Lebensgefahr für Wahrheit und Menschenwürde einzutreten.

Trotz der relativen Unbekanntheit von Christoph Probst im Vergleich zu den Geschwistern Scholl ist sein Lebens- und Glaubenszeugnis nicht minder beeindruckend. Seine außergewöhnliche Tapferkeit und sein unbeugsamer Glaube an die christliche Liebe verdienen Anerkennung und Bewunderung.

In diesem Glaubens-Kompass wirft der Historiker Jakob Knab einen detaillierten Blick auf Christoph Probsts Lebensgeschichte, seine Motivation als Teil der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", und wie er in der christlichen Liebe seine Vollendung fand.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe in den Themenbereichen Nationalsozialismus, Gewissen, christlicher Widerstand, Märtyrer, Menschenwürde, Verantwortung sowie Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Die dialogische Gestaltung ermöglicht den Lernenden einen persönlichen Zugang zu einer historischen Persönlichkeit, deren Lebensweg eindrucksvoll zeigt, wie sich christlicher Glaube und verantwortliches Handeln gegenseitig stärken können.

Als Unterrichtseinstieg kann die Frage gestellt werden, warum Menschen bereit sind, persönliche Nachteile oder sogar den Tod in Kauf zu nehmen, um für ihre Überzeugungen einzustehen. Die Lernenden können zunächst Beispiele für Zivilcourage aus Geschichte und Gegenwart sammeln und miteinander vergleichen. Anschließend bietet sich das gemeinsame Ansehen des Videos mit Beobachtungsaufträgen an. Die Lernenden können festhalten, welche Erfahrungen Christoph Probst geprägt haben, welche Rolle Freundschaft und Gewissen spielen und weshalb sein Glaube für seine Entscheidungen immer wichtiger wurde.

Im weiteren Unterricht kann das Video mit biblischen Texten über Gewissen, Nachfolge und Zeugnis verbunden werden. Geeignet sind beispielsweise die Seligpreisungen, die Berufung der Jünger, die Passion Jesu oder Aussagen über die Wahrheit und die Verantwortung des Menschen. Ebenso bietet sich ein Vergleich mit weiteren christlichen Widerstandskämpfern wie Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp oder Maximilian Kolbe an. Dadurch erkennen die Lernenden unterschiedliche Formen christlichen Widerstandes gegen Unrecht und Gewalt.

Methodisch eignet sich das Medium für Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Quellenarbeit oder biografisches Lernen. Die Lernenden können Abschiedsbriefe analysieren, ein fiktives Interview mit Christoph Probst verfassen oder die Bedeutung seines letzten Satzes für den christlichen Glauben interpretieren. Ebenso können sie diskutieren, welche Bedeutung Gewissensentscheidungen heute besitzen und welche Formen von Zivilcourage im eigenen Lebensumfeld gefragt sind. Das Video fördert die historische Orientierung, die ethische Urteilsfähigkeit, die Bibelkompetenz sowie die Fähigkeit, christliche Werte auf persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu beziehen.


Leben, Widerstand und Glaube

Christoph Probst war Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, blieb jedoch im öffentlichen Bewusstsein lange im Schatten der Geschwister Scholl. Anders als viele seiner Mitstreiter war er mit nur 23 Jahren bereits verheiratet und Vater von drei Kindern – ein Zeichen für sein Streben nach Geborgenheit in einem von Brüchen und Umzügen geprägten Leben.

Probst stammte aus einer intellektuellen Familie. Sein Vater war ein religiös suchender Freigeist mit Interesse am Buddhismus. Die Familie zerbrach früh, was Christophs Kindheit belastete. Die christliche Religion spielte zunächst keine Rolle für ihn. Erst nach dem Suizid seines Vaters begann seine Sinnsuche, die ihn über russische Autoren und Freundschaften (besonders mit Alexander Schmorell) zum christlichen Glauben führte.

Zwar wollte ihn die Gruppe zunächst wegen seiner familiären Verantwortung aus Sicherheitsgründen aus der aktiven Flugblattarbeit heraushalten, doch schließlich verfasste Probst ein eigenes, nie veröffentlichtes Flugblatt. Darin sprach er sich klar gegen Hitler und für ein freies Deutschland aus – ein Akt des Gewissens.

Probst wurde 1943 zusammen mit Hans und Sophie Scholl verhaftet und zum Tode verurteilt. In den Verhören zeigte er sich verzweifelt, besonders wegen seiner jungen Familie. Doch in seinen Abschiedsbriefen wird seine spirituelle Kraft deutlich: „Wenn ich auf mein Leben zurückblicke […], dann war es ein einziger Weg zu Gott.“ Kurz vor seiner Hinrichtung ließ er sich katholisch taufen und firmen.

Seine bewusste Hinwendung zum Katholizismus war auch ein Ausdruck der Ablehnung eines gleichgeschalteten Protestantismus im „Dritten Reich“ und der Hinwendung zur symbolreichen, innerlich berührenden Liturgie der katholischen Kirche – besonders in der Münchner Weihnachtsmette 1942.

Christoph Probsts Lebenszeugnis steht für Widerstand aus Gewissensgründen und die spirituelle Kraft des Glaubens in dunklen Zeiten.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Wer war Christoph Probst?

Christoph Probst war Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose und setzte sich aus christlicher und ethischer Überzeugung gegen die nationalsozialistische Diktatur ein.


Warum unterscheidet sich Christoph Probst von den anderen Mitgliedern der Weißen Rose?

Er war bereits verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine Verantwortung für die Familie prägte seinen Lebensweg und seine Entscheidungen.


Welche Bedeutung hatte die Sinnsuche für Christoph Probst?

Die Suche nach Wahrheit und Orientierung führte ihn schrittweise zum christlichen Glauben und stärkte sein Gewissen.


Welche Rolle spielte Hans Scholl für Christoph Probst?

Hans Scholl war für ihn ein enger Freund und eine wichtige Orientierung innerhalb der Weißen Rose.


Warum entschloss sich Christoph Probst zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime?

Sein Gewissen ließ ihn erkennen, dass Unrecht und Gewalt nicht hingenommen werden dürfen. Deshalb entschied er sich zum Widerstand.


Welche Bedeutung hatte das letzte Flugblatt von Christoph Probst?

Es formuliert sein politisches Vermächtnis und fordert das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Wohl Deutschlands.


Warum ließ sich Christoph Probst kurz vor seiner Hinrichtung taufen?

Er fand im christlichen Glauben Hoffnung, Vertrauen und die innere Kraft, seinem Tod mit Zuversicht zu begegnen.


Welche Rolle spielte der christliche Glaube für seine letzten Lebenstage?

Der Glaube gab ihm Trost, Orientierung und die Gewissheit, sein Leben in Gottes Hand legen zu können.


Welche Botschaft vermittelt das Leben von Christoph Probst für Menschen heute?

Mut, Gewissen, Verantwortung und Glaube können Menschen dazu befähigen, auch unter schwierigen Bedingungen für Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten.


Warum eignet sich das Video für den Religionsunterricht?

Es verbindet historische Bildung mit religiösen und ethischen Fragestellungen und regt die Lernenden dazu an, über Gewissen, Verantwortung, Zivilcourage und christliche Nachfolge nachzudenken.

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