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Kirche in Not

Kirche in Not

Kirche und Mission

Veröffentlichung:23.4.2021

Das Video beschäftigt sich mit dem christlichen Missionsauftrag und seiner Bedeutung für Kirche und Gesellschaft. Ausgehend vom Sendungsauftrag Jesu wird erläutert, was Mission im christlichen Verständnis bedeutet und worin sich Mission von Zwang oder religiöser Bevormundung unterscheidet. Darüber hinaus werden der Wahrheitsanspruch des Christentums, die Bedeutung von Toleranz sowie die historische Entwicklung der christlichen Mission von der frühen Kirche über die Kolonialzeit bis in die Gegenwart dargestellt. Das Gespräch greift dabei auch die kritische Auseinandersetzung mit der Missionsgeschichte auf und zeigt unterschiedliche historische Perspektiven auf. Gleichzeitig wird die Bedeutung kirchlicher Bildungs und Sozialarbeit, insbesondere in Afrika, hervorgehoben.

„Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“, lesen wir im Markusevangelium, ähnlich lautend auch bei den anderen Evangelisten. Doch obwohl dieser Missionsbefehl sehr deutlich ist und nach christlicher Überlieferung den letzten Auftrag Jesu an die Apostel darstellt, ist das Thema Mission in der Kirche umstritten. Und das hängt sicherlich auch mit der Missionsgeschichte zusammen bzw. mit dem Bild, das wir davon haben. Wie dies zusammenhängt, erläutert heute der Philosoph und Buchautor Josef Bordat im Gespräch mit Volker Niggewöhner. www.katholisch.tv (2018)


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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe im Themenbereich Kirche und Welt, Mission, Evangelisierung, interreligiöser Dialog, Kirchengeschichte sowie Verantwortung der Kirche. Es ermöglicht Lernenden, den Begriff Mission differenziert zu betrachten und zwischen dem biblischen Missionsauftrag, historischen Entwicklungen und heutigen Formen christlichen Engagements zu unterscheiden.

Zu Beginn der Unterrichtseinheit empfiehlt sich eine Sammlung spontaner Assoziationen zum Begriff Mission. Viele Lernende verbinden damit möglicherweise Zwang, Kolonialismus oder religiöse Bevormundung. Diese Vorstellungen können zunächst gesammelt und anschließend mit den Aussagen des Videos verglichen werden. Dadurch wird sichtbar, wie stark historische Ereignisse das heutige Verständnis von Mission prägen.

Während des Sehens können Lernende Leitfragen bearbeiten. Dabei untersuchen sie den Missionsauftrag Jesu, den christlichen Wahrheitsanspruch, die Bedeutung von Toleranz sowie den Unterschied zwischen friedlicher Glaubensweitergabe und gewaltsamer Missionierung. Auf diese Weise erschließen sie die theologischen Grundlagen des christlichen Missionsverständnisses.

Im Anschluss eignet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit. Einzelne Gruppen können sich mit verschiedenen Themen beschäftigen, beispielsweise der Mission in der frühen Kirche, der Verbindung von Mission und Kolonialismus, den Positionen von Bartolomé de Las Casas, der Rolle christlicher Missionare beim Schutz indigener Kulturen oder der Bedeutung kirchlicher Bildungs und Sozialarbeit in Afrika. Die Ergebnisse können anschließend vorgestellt und kritisch miteinander verglichen werden.

Methodisch bietet sich außerdem eine Quellenarbeit an. Lernende können den Missionsauftrag im Markusevangelium oder im Matthäusevangelium mit historischen Quellen zur Mission vergleichen und untersuchen, inwieweit sich das Handeln der Kirche an den Aussagen Jesu orientierte. Dadurch wird die Fähigkeit gefördert, zwischen biblischem Ideal und historischer Wirklichkeit zu unterscheiden.

Das Video eignet sich ebenso für kontroverse Diskussionen über religiöse Wahrheit, Toleranz und Religionsfreiheit. Lernende können überlegen, wie Menschen heute ihren Glauben bezeugen können, ohne andere unter Druck zu setzen. Gleichzeitig eröffnet das Medium die Möglichkeit, über interreligiösen Dialog, kulturelle Vielfalt und gegenseitigen Respekt ins Gespräch zu kommen.

Durch die Arbeit mit dem Video erwerben Lernende Sachkompetenz über Geschichte und Auftrag der Kirche, entwickeln Urteilskompetenz im Umgang mit historischen Konflikten und stärken ihre Dialogfähigkeit im Blick auf unterschiedliche religiöse Überzeugungen.


Christliche Mission

In dieser Folge der Reihe Glaubenskompass wird das Thema „Mission“ im Christentum kritisch und differenziert beleuchtet. Der Philosoph und Buchautor Josef Bordat diskutiert mit dem Moderator über den biblischen Missionsauftrag, den historischen Verlauf der Mission und aktuelle Kontroversen.

1. Grundlage des Missionsgedankens

Der Missionsauftrag geht auf Worte Jesu zurück („Geht hinaus in die ganze Welt…“, Mk 16,15).

Mission bedeutet ursprünglich das Überbringen einer Botschaft, die als wahr und lebensverändernd verstanden wird.

Im Christentum ist Wahrheit keine Idee, sondern in der Person Jesu Christi verkörpert („Ich bin die Wahrheit“).

2. Mission als Angebot, nicht als Zwang

Christliche Mission soll friedlich, offen und überzeugend erfolgen, nicht mit Gewalt oder Druck.

Jesus lehnt Gewalt ab und empfiehlt bei Ablehnung schlichtes Weiterziehen.

Mission bedeutet nicht Intoleranz, wenn andere Wahrheitsvorstellungen toleriert werden – bis zur Grenze, wo Gewalt oder Zwang ins Spiel kommen.

3. Frühe Kirchengeschichte: Verfolgung statt Expansion

In den ersten drei Jahrhunderten erlebten Christen massive Verfolgung im Römischen Reich.

Dennoch konnte sich das Christentum ausbreiten – durch überzeugende Glaubenszeugnisse und trotz gesellschaftlicher Ablehnung.

4. Mission und Kolonialismus

Mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion begann auch die politische Instrumentalisierung der Religion.

Besonders in der Kolonialzeit (z. B. in Amerika) wurde Mission teils gewaltsam mit Eroberung verbunden.

Kritik kam u. a. von Dominikanern wie Bartolomé de Las Casas, die gewaltfreie, kulturrespektierende Mission forderten.

Gleichzeitig gab es in den missionierten Kulturen (z. B. bei den Inka) ebenfalls Unterdrückung und Menschenopfer – die historischen Bewertungen sind komplex.

5. Mission in Afrika

In vielen afrikanischen Ländern ist das Christentum heute stark verbreitet – oft unterstützt durch kirchliche Bildungs- und Sozialarbeit.

Auch säkulare Beobachter betonen die positive Rolle der Kirche in sozialen Strukturen Afrikas.

Der Erfolg christlicher Mission in Afrika hängt nicht nur mit Kolonialismus, sondern auch mit den konkreten Angeboten der Kirchen (Bildung, Gesundheit, Gemeinschaft) zusammen.

Einsatz im Unterricht:

Diese Folge eignet sich gut zur Thematisierung von:

Wahrheitsanspruch versus Toleranz

Mission zwischen Überzeugung und Übergriff

Geschichtliche Differenzierung von Mission und Kolonialismus

Christentum im interkulturellen Vergleich

Empfehlenswert als Impuls für Diskussionen in Religions-, Ethik- oder Geschichtsunterricht (z. B. Sek II).


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Was versteht das Video unter christlicher Mission?

Mission bedeutet nach den Aussagen des Videos die Weitergabe der Botschaft Jesu Christi. Ziel ist es, Menschen die christliche Hoffnung und Glaubensfreude anzubieten, ohne sie zum Glauben zu zwingen.


Worauf gründet sich der christliche Wahrheitsanspruch?

Das Video erklärt, dass sich der christliche Wahrheitsanspruch auf die Person Jesu Christi gründet. Jesus wird als die Wahrheit verstanden und bildet den Mittelpunkt der christlichen Verkündigung.


Ist Mission nach christlichem Verständnis mit Zwang verbunden?

Nein. Das Video betont, dass Jesus seine Jünger zu einer friedlichen Verkündigung auffordert. Gewalt oder Zwang widersprechen dem christlichen Missionsverständnis.


Wie verbreitete sich das Christentum in den ersten Jahrhunderten?

Die ersten christlichen Gemeinden entstanden trotz massiver Verfolgungen im Römischen Reich. Viele Christinnen und Christen bekannten ihren Glauben unter schwierigen Bedingungen und nahmen Verfolgung in Kauf.


Warum wird die Missionsgeschichte kritisch betrachtet?

Das Video verweist darauf, dass Mission in verschiedenen Epochen mit politischen Interessen und dem Kolonialismus verbunden wurde. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass viele Missionare Gewalt kritisierten und sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzten.


Welche Bedeutung hatte Bartolomé de Las Casas?

Bartolomé de Las Casas setzte sich für den Schutz der indigenen Bevölkerung Amerikas ein und kritisierte die gewaltsame Behandlung durch die spanischen Eroberer. Er gilt als wichtiger Vertreter einer friedlichen Mission.


Welche Rolle spielt die Kirche heute in vielen Regionen Afrikas?

Nach den Aussagen des Videos übernimmt die Kirche vielerorts Aufgaben in Bildung, Gesundheitsversorgung, sozialer Unterstützung und Friedensarbeit. Sie ist für viele Menschen ein wichtiger gesellschaftlicher Ansprechpartner.


Welche Kompetenzen können Lernende durch die Arbeit mit dem Video erwerben?

Die Lernenden entwickeln ein differenziertes Verständnis des Missionsbegriffes, setzen sich kritisch mit der Geschichte der Kirche auseinander, vergleichen historische und biblische Perspektiven und reflektieren Fragen von Religionsfreiheit, Toleranz und Verantwortung in einer pluralen Gesellschaft.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.1 Selbstverständnis der Kirche.

Q4.2 Sendung und Auftrag der Kirche.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 1. Botschaft und Anspruch Jesu und das Selbstverständnis der frühen Kirche.

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