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Kirche in Not

Kirche in Not

Luther und die Reformation, Teil 2

Veröffentlichung:26.4.2021

Das Video setzt die Auseinandersetzung mit Martin Luther und der Reformation fort und behandelt die Ereignisse nach der Veröffentlichung seiner reformatorischen Hauptschriften. Im Mittelpunkt stehen die Ursachen seiner Exkommunikation, die politischen und kirchlichen Entwicklungen während der Reformation sowie die Entstehung der evangelischen Kirchen. Erläutert werden die Rolle Kaiser Karls V., Friedrichs des Weisen und Philipp Melanchthons sowie die Bedeutung der Confessio Augustana als wichtiges Bekenntnis der Reformation. Darüber hinaus werden Unterschiede zwischen katholischem und evangelischem Kirchenverständnis thematisiert. Besondere Aufmerksamkeit erhalten das Verständnis der Eucharistie beziehungsweise des Abendmahls, die Frage nach dem Zölibat sowie Martin Luthers Haltung während der Bauernkriege. Das Video verbindet historische Informationen mit theologischen Fragestellungen und ordnet die Entwicklung der Reformation aus katholischer Perspektive ein.

Es war ein einschneidendes Ereignis der Weltgeschichte, als der 33-jährige Augustiner-Eremit Martin Luther am 31. Oktober 1517 in Wittenberg seine berühmten 95 Thesen veröffentlichte. Was folgte, ist bekannt. Es kam zur Spaltung der Kirche, zu Kriegen im Namen der Religion, aber auch zu einem neuen Verständnis von Glauben und Kirche. Über einige Aspekte des Lebens und Wirkens Martin Luthers wollen wir heute und in den kommenden Sendungen sprechen mit Dr. Andreas Schmidt, Spiritual am Priesterseminar der Erzdiözese München-Freising. (2017


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Das Video eignet sich für den Religionsunterricht der Sekundarstufe in Unterrichtseinheiten zur Reformation, Kirchengeschichte, Ökumene und Konfessionskunde. Die Inhalte ermöglichen eine vertiefende Auseinandersetzung mit den historischen Folgen der Reformation sowie mit theologischen Fragestellungen, die bis heute den Dialog zwischen katholischer und evangelischer Kirche prägen. Da das Video zahlreiche historische Personen, Ereignisse und theologische Begriffe behandelt, empfiehlt sich eine abschnittsweise Bearbeitung mit Sicherungsphasen und gemeinsamen Auswertungsgesprächen.

Als Einstieg können Lernende ihr Vorwissen zur Reformation aktivieren und die wichtigsten Ereignisse in einer Zeitleiste festhalten. Während des Videos bietet sich ein Arbeitsblatt an, auf dem die verschiedenen Themenfelder wie Exkommunikation, Reichstag zu Worms, Confessio Augustana, Abendmahlsverständnis, Zölibat und Bauernkrieg notiert werden. Anschließend können diese Themen arbeitsteilig in Gruppen vertieft und präsentiert werden. Besonders geeignet ist ein Vergleich der katholischen und evangelischen Sichtweisen auf Kirche, Sakramente und kirchliches Amt. Dabei sollte deutlich werden, dass viele historische Konflikte heute im ökumenischen Dialog differenzierter bewertet werden.

Methodisch bieten sich Gruppenarbeit, Partnergespräche, Quellenarbeit, Zeitleisten, Schaubilder und strukturierte Diskussionen an. Ebenso können Lernende die historischen Entwicklungen anhand ausgewählter Quellentexte untersuchen und beurteilen, welche Anliegen Martin Luthers berechtigt waren und welche Folgen seine Reformen für Kirche und Gesellschaft hatten. Eine Podiumsdiskussion zwischen historischen Persönlichkeiten oder ein Rollenspiel zum Reichstag zu Worms ermöglichen einen handlungsorientierten Zugang. Das Video fördert historisches Lernen, konfessionelle Bildung, ökumenisches Verständnis sowie die Fähigkeit, unterschiedliche theologische Positionen sachlich miteinander zu vergleichen und zu bewerten.

1. Ursache der Exkommunikation Luthers:

Luther kritisierte in seinen Hauptschriften (z. B. Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche) das Amts- und Sakramentsverständnis der katholischen Kirche.

Er stellte die päpstliche Autorität infrage und vertrat die Rechtfertigung allein durch den Glauben als zentrales Glaubensprinzip.

Dies bedeutete eine grundlegende Infragestellung des kirchlichen Systems und führte letztlich zur Exkommunikation.

2. Weltliche Dimension – Reichstag zu Worms:

Kaiser Karl V. verhängte 1521 die Reichsacht über Luther.

Friedrich der Weise brachte Luther zum Schutz auf die Wartburg – politischer Schutz war für die Reformation entscheidend.

3. Bedeutung politischer Faktoren:

Ohne politischen Rückhalt (z. B. durch Fürsten) hätte sich die Reformation kaum durchgesetzt.

Gleichzeitig traf Luthers Kritik auf ein ohnehin unzufriedenes Bildungsbürgertum, das die Macht Roms kritisch sah.

4. Entstehung einer neuen Kirche:

Luthers Schriften allein hätten keine neue Konfession begründet – entscheidend war auch sein persönliches Auftreten.

Die Begegnung mit Kardinal Cajetan wurde zum Wendepunkt – Luthers Überzeugung: Der Papst stellt sich über Gottes Wort.

Er begann, Rom mit dem Antichrist zu identifizieren.

5. Die Confessio Augustana (1530):

Von Melanchthon verfasst, nicht von Luther.

Ziel: Glaubensbasis der Protestanten darlegen, Kompromiss mit der katholischen Kirche ermöglichen.

Aufbau: Gemeinsame Glaubensinhalte (z. B. Trinität), dann Streitpunkte.

6. Innerprotestantische Spaltungen:

Kein zentrales Lehramt im Protestantismus → keine einheitliche Lehrentwicklung.

Pluralismus und fehlende Institutionalisierung führen bis heute zu Vielfalt innerhalb der evangelischen Kirchen.

7. Abendmahlsverständnis Luthers:

Ablehnung der Messe als Opferhandlung.

Betonung des Gedächtnismals und der Vergegenwärtigung des Kreuzestodes Christi.

Kritik an bezahlten Messen – gleichzeitig wichtige theologische Korrektur.

8. Ehe und Zölibat:

Luther lehnt den verpflichtenden Zölibat ab, sieht Ehelosigkeit nur als besondere Gnadengabe.

Heirat mit Katharina von Bora als bewusstes Zeichen gegen die Zölibatspflicht – große Vorbildwirkung.

9. Luther und die Bauernkriege:

Anfangs stützten sich Bauernführer auf Luthers Lehre.

Luther distanzierte sich später deutlich von den Aufständen – er war kein Sozialrevolutionär, sondern hielt staatliche Ordnung für notwendig.

Didaktische Hinweise für den Unterricht:

Die Sendung eignet sich zur Veranschaulichung theologischer und politischer Aspekte der Reformation.

Einsetzbar ab Klasse 9 (evtl. im Fach Religion oder Geschichte).

Besonders geeignet für Diskussionen über Gewissensfreiheit, Autoritätskritik und Pluralismus.

Vergleich Luther – heutiger Protestantismus: Differenzierter Umgang mit Vielfalt und Lehrentwicklung.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Warum wurde Martin Luther exkommuniziert?

Martin Luther wurde exkommuniziert, weil er in seinen reformatorischen Hauptschriften zentrale Lehren der katholischen Kirche, insbesondere das Amtsverständnis, das Sakramentenverständnis und die päpstliche Vollmacht, grundlegend in Frage stellte.


2. Welche Rolle spielte Kaiser Karl V. im Konflikt mit Luther?

Kaiser Karl V. versuchte die Einheit des Reiches und der Kirche zu bewahren. Nach dem Reichstag zu Worms verhängte er die Reichsacht über Luther, gewährte ihm jedoch zunächst freies Geleit.


3. Warum war Friedrich der Weise für Luther so wichtig?

Friedrich der Weise schützte Martin Luther nach dem Reichstag zu Worms und brachte ihn auf die Wartburg. Ohne diesen Schutz hätte sich die Reformation vermutlich nicht in gleicher Weise entwickeln können.


4. Welche Bedeutung hat die Confessio Augustana?

Die Confessio Augustana wurde von Philipp Melanchthon verfasst und stellt das wichtigste Bekenntnis der frühen evangelischen Kirche dar. Sie sollte den reformatorischen Glauben erläutern und zugleich Gemeinsamkeiten mit der alten Kirche hervorheben.


5. Warum entstanden innerhalb der Reformation verschiedene evangelische Kirchen?

Das Video erklärt, dass es kein gemeinsames übergeordnetes Lehramt gab, das unterschiedliche Auffassungen verbindlich klären konnte. Dadurch entwickelten sich im Laufe der Zeit verschiedene evangelische Traditionen.


6. Wie verstand Martin Luther das Abendmahl?

Luther verstand das Abendmahl vor allem als Gedächtnismahl der Erlösung Christi und betonte den Glauben an Gottes Zusage. Das Video stellt dieses Verständnis dem katholischen Verständnis der Eucharistie gegenüber.


7. Warum heiratete Martin Luther Katharina von Bora?

Luther vertrat die Auffassung, dass der Zölibat keine Voraussetzung für das kirchliche Amt sein müsse. Seine Ehe mit Katharina von Bora hatte deshalb auch eine deutliche Vorbildfunktion.


8. Welche Haltung nahm Luther während der Bauernkriege ein?

Obwohl sich viele Bauern zunächst auf Luther beriefen, lehnte er die gewaltsamen Aufstände ab und stellte sich schließlich deutlich gegen die Bauernbewegung.


9. Welche Bedeutung hat das Video für den ökumenischen Dialog?

Das Video zeigt historische Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Kirche auf und macht zugleich deutlich, dass viele Fragen heute im ökumenischen Gespräch neu bewertet und gemeinsam reflektiert werden.


10. Welche Diskussionsfrage eignet sich für den Unterricht?

Welche reformatorischen Anliegen Martin Luthers sind auch heute noch für Kirche und Gesellschaft von Bedeutung und welche Konflikte konnten inzwischen im ökumenischen Dialog überwunden werden?

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8G.4a Auseinandersetzung in der Kirche. Von der Reformation zur Ökumene.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8.3 Konfessionen wahrnehmen und verstehen: Reformation und Ökumene.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Der Ablasshandel
  • Martin Luther

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