Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur Auseinandersetzung mit Menschenwürde, Gerechtigkeit, Teilhabe, Vielfalt und Verantwortung. Ausgangspunkt kann die Frage sein, was es bedeutet, wenn wirklich alle Menschen zu einer Gemeinschaft gehören. Die Lernenden können zunächst eigene Vorstellungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung sammeln und anschließend die im Material dargestellten Unterschiede zwischen Exklusion, Integration und Inklusion untersuchen. Die grafische Darstellung auf Seite 3 bietet hierfür einen anschaulichen Gesprächsanlass. Der dort hergestellte Bezug zum ersten Korintherbrief ermöglicht eine theologische Vertiefung. Das paulinische Bild vom Leib und seinen verschiedenen Gliedern kann daraufhin untersucht werden, welches Verständnis von Gemeinschaft darin sichtbar wird und welche Konsequenzen sich daraus für Schule und Gesellschaft ergeben. Methodisch bietet sich ein Wechsel zwischen Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Unterrichtsgespräch an. Die Landesinformationen zu Simbabwe können zunächst dazu dienen, Vorwissen zu aktivieren und den gesellschaftlichen Kontext zu erschließen. Wichtig ist dabei, Simbabwe nicht ausschließlich über Armut und Schwierigkeiten wahrzunehmen, sondern die im Material dargestellten Menschen als handelnde Personen mit Fähigkeiten, Zielen und eigenen Lebensentwürfen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Lebensgeschichte Miltons eignet sich beispielsweise für eine Erarbeitung der Bedeutung von Kommunikation und Zugehörigkeit. Die Lernenden können herausarbeiten, wie sich sein Leben durch Gebärdensprache, Schule und soziale Kontakte verändert. Die Geschichte Irens ermöglicht eine weiterführende Beschäftigung mit Selbstbestimmung, Fähigkeiten und Zukunftsvorstellungen. Dabei sollte nicht die Beeinträchtigung allein im Mittelpunkt stehen, sondern insbesondere Irens Ziel, einen Beruf zu erlernen und ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Das auf Seite 4 abgebildete Fingeralphabet kann als handlungsorientierter Zugang genutzt werden, indem die Lernenden beispielsweise ihren Namen darstellen und anschließend über unterschiedliche Formen von Kommunikation sprechen. Bei körperbezogenen Selbsterfahrungsaufgaben ist allerdings eine sensible didaktische Rahmung sinnvoll. Solche Übungen können eine Behinderung nicht realistisch erfahrbar machen. Sie sollten deshalb nicht mit dem Anspruch eingesetzt werden, Lernende könnten dadurch unmittelbar nachvollziehen, wie sich das Leben eines Menschen mit einer Behinderung anfühlt. Ergiebiger ist die Frage, welche Barrieren durch Umwelt, Kommunikation und gesellschaftliche Strukturen entstehen und wie diese beseitigt werden können. Hierzu bietet die Tabelle auf Seite 3 mit den Bereichen Hören, Sehen, Laufen, Sprechen, Verstehen, Lernen und Fühlen einen geeigneten Arbeitsauftrag. Als Transfer kann die Lerngruppe anschließend die eigene Schule untersuchen. Die Fragen auf Seite 7 lenken die Aufmerksamkeit unter anderem auf räumliche Zugänglichkeit, Teilhabe am Unterricht und Möglichkeiten des persönlichen Handelns. Daraus kann ein gemeinsames Konzept für eine inklusive Schule entstehen. Denkbar sind eine Bestandsaufnahme im Schulgebäude, eine Fotodokumentation von Barrieren, ein Plakat mit Verbesserungsvorschlägen oder die Formulierung von Regeln für eine Gemeinschaft, in der alle dazugehören können. Für den Religionsunterricht bietet sich abschließend eine Rückbindung an christliche Vorstellungen von Menschenwürde und Gemeinschaft an. Die Lernenden können diskutieren, was der Gedanke, dass jeder Mensch für die Gemeinschaft bedeutsam ist, konkret für ihr Verhalten in Klasse, Schule und Gesellschaft bedeutet. Auf diese Weise verbindet das Medium Globales Lernen, ethische Urteilsbildung, Perspektivwechsel, biblisches Lernen und konkrete Handlungsorientierung.
Zentrale Themen:
Inklusion und Vielfalt im globalen Lernen
Kinderrechte und soziale Gerechtigkeit
Alltagsrealitäten und Bildungschancen in Simbabwe
Gebärdensprache und Barrierefreiheit
Stärkenorientierung und Selbstwirksamkeit