Der Film eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und der gymnasialen Oberstufe, da er grundlegende Fragen des christlichen Glaubens in einer ungewöhnlichen und provozierenden Erzählweise aufgreift. Vor der Filmsichtung empfiehlt sich eine Sammlung der Vorstellungen und Erwartungen der Lernenden über Gott sowie ein Gespräch über unterschiedliche Gottesbilder in Religion, Kunst und Gesellschaft. Während der Auswertung können die Lernenden untersuchen, welche Gottesbilder im Film dargestellt werden und wie sich diese von biblischen Vorstellungen unterscheiden. Dabei bieten sich Vergleiche mit biblischen Gottesbildern des Alten und Neuen Testaments sowie mit dem Gottesbild Jesu an. Ebenso können Fragen nach Freiheit, Verantwortung, Sterblichkeit, Sinn des Lebens, Glück, Liebe und Hoffnung aufgegriffen werden. Die Mitteilung des eigenen Todesdatums eröffnet intensive Gespräche über den bewussten Umgang mit der eigenen Lebenszeit und über Prioritäten im Leben. Methodisch eignen sich Gesprächsrunden, Gruppenarbeiten, Bild und Szenenanalysen, Rollenspiele, kreative Schreibaufgaben sowie das Verfassen eigener Glaubensbekenntnisse oder Briefe an die Filmfiguren. Auch philosophische Gespräche und kontroverse Diskussionen fördern die Urteilsbildung und die Fähigkeit, unterschiedliche religiöse Positionen respektvoll miteinander ins Gespräch zu bringen. Der Film fordert die Lernenden dazu heraus, eigene Vorstellungen von Gott, Menschsein und Lebenssinn kritisch zu reflektieren und diese mit christlichen Glaubensaussagen in Beziehung zu setzen. Dadurch bietet das Medium zahlreiche Möglichkeiten für einen lebensweltorientierten und dialogischen Religionsunterricht, der Fragen der Gegenwart mit theologischen Perspektiven verbindet. (materialserver.filmwerk.de)
"Der Film 'Das brandneue Testament' eignet sich für den Einsatz in der Oberstufe (Sek II) und in der Erwachsenenbildung. Er konfrontiert auf originelle, provokante Weise klassische theologische Konzepte mit einer neuen, kreativen Perspektive. Thematisch kreist der Film um Gottesbild, Religionskritik, freien Willen, Tod, Sinnsuche, Gnade und Schöpfungsverantwortung.
Zentrale Themen:
– Gottesbild und Gottesvorstellungen (theologisch, gesellschaftlich, literarisch)
– Freiheit vs. Determination
– Prophetie, Heilsvorstellungen und Menschwerdung
– Medienkritik, Vater-Tochter-Konflikt, Lebensgestaltung
Didaktische Impulse:
– Analyse von Szenen mit Fokus auf Gottesbild und Prophetie
– Diskussion: „Wie würde mein brandneues Testament aussehen?“
– Kreatives Schreiben: alternative biblische Geschichten
– Vergleich mit biblischen Narrativen (Genesis, Evangelien, Prophetentexte)
– Reflexion über Tod und Leben in der Konfrontation mit dem Todesdatum
– Arbeit mit theologischen Texten (Bonhoeffer, Drewermann, Moltmann etc.)
– Analyse filmischer Mittel zur Darstellung des Göttlichen und Menschlichen
Religionspädagogische Leitfragen:
– Wer oder was ist Gott? Wie kann man Gott heute denken?
– Was bedeutet Freiheit vor dem Hintergrund göttlicher Allmacht?
– Welche biblischen Bilder von Gott sind hilfreich – welche hinderlich?
– Wie leben Menschen, wenn sie ihr Todesdatum kennen?
Der Film ist vielschichtig, intelligent und provozierend. Er eignet sich zur vertieften Auseinandersetzung mit Fragen nach Glaube, Religion, Gottesbild und Sinn – in schulischen und außerschulischen Kontexten, auch in interreligiösen und religionskritischen Diskursen."