Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen wichtigen Zugang zum interreligiösen Lernen und zur differenzierten Auseinandersetzung mit dem Islam. Es eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu den Themen „Islam“, „Konfessionen und Glaubensspaltungen“ oder „Religion und Politik“. Didaktisch ist das Video vor allem deshalb wertvoll, weil es historische Entwicklungen mit aktuellen Konfliktlagen verbindet und so die Relevanz des Themas für die Gegenwart erschließt. Methodisch empfiehlt sich eine behutsame und klar strukturierte Erarbeitung, da die Thematik komplex und zugleich sensibel ist. Sinnvoll ist es, zunächst zentrale Begriffe wie Prophet, Kalif, Sunniten und Schiiten zu klären und die im Video dargestellten Akteure in einer übersichtlichen Personen- und Konfliktkonstellation zu visualisieren. Anschließend kann mithilfe von Leitfragen herausgearbeitet werden, wie aus einer Nachfolgefrage ein dauerhafter innerislamischer Konflikt entstehen konnte. Besonders geeignet sind dabei Zeitleisten, Schaubilder oder Gruppenarbeiten, in denen die Schülerinnen und Schüler die beiden Perspektiven gegenüberstellen. Im Sinne eines dialogischen Religionsunterrichts sollte deutlich gemacht werden, dass religiöse Unterschiede nicht automatisch zu Gewalt führen, sondern häufig politisch verschärft und missbraucht werden. Gerade hierin liegt ein wichtiger Lernanlass für die Förderung religiöser Urteilsfähigkeit und Friedenskompetenz. In höheren Jahrgangsstufen kann das Video zudem Anlass sein, über Parallelen zu christlichen Spaltungen, über die Bedeutung legitimer Autorität in Religionen oder über die Instrumentalisierung von Religion in politischen Konflikten nachzudenken. Wichtig ist insgesamt eine sachliche, stereotypefreie Begleitung, die den Islam nicht auf Konflikte reduziert, sondern auch die gemeinsame religiöse Grundlage und den Friedenswunsch vieler Gläubiger sichtbar macht.